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Full text: Wasserstandsvorhersage mittels neuronaler Netze (BSH-Berichte, Nr. 15)

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keiten gezeigt, in der rechten Spalte Windrichtungen. Gut zu erkennen sind die hohen 
Windgeschwindigkeiten in der Mitte der Ausschnitte (Windstärke 10 auf der Beaufortskala) 
und die entsprechenden westlichen Richtungen (270°). Damit korrespondieren die hohen 
Stauwerte in der rechten Spalte von Abb.4.2 mit einem Weststurm (Sturmflut). 
Die restlichen meteorologischen Größen (Luftdruck und Temperatur) wurden nicht 
gemittelt, sondern direkt von der Wetterstation Helgoland übernommen. Es wird i.a. der 
absolute Luftdruck am Ort gemessen und seine Änderung während der letzten drei Stunden. 
Angaben des statischen Luftdrucks kleiner als 900 hPa wurden als Fehler behandelt. Die 
dreistündige Luftdruckänderung wird im Synop-Datensatz mit zwei Größen angegeben: Mit 
dem absoluten Betrag der Änderung und einer Kennzahl für den speziellen Verlauf des 
Drucks (z.B.: "erst steigend, dann fallend; Luftdruck höher oder ebenso hoch wie vor drei 
Stunden"). Die Luftdruckänderung ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten, als es noch keine 
stündlichen Werte gab, eine zeitliche Auflösung des Druckverlaufs genauer als drei Stunden 
aber nötig war. Theoretisch besteht seit der Einführung stündlicher Messungen eine gewisse 
Redundanz der Luftdruckdaten. Trotzdem wird die Reihe der Luftdruckänderung in den 
Synop-Daten weiter fortgeführt. Für diese Arbeit wurde die Kennzahl der Luftdruckänderung 
nur als Vorzeichen für ihren absoluten Betrag verwendet. Dadurch wird die Redundanz voll 
ständig. Die resultierende Zeitreihe entspricht somit dem Resultat nach einer übergreifenden 
Differenzenbildung der Zeitreihe des statischen Luftdrucks. Solche Verfahren werden z.B. 
verwendet, um die Instationarität von Zeitreihen zu reduzieren (siehe z.B. das ARIMA- 
Modell, Kap.2.3.1). Von den Zeitreihen des statischen Luftdrucks, seiner Änderung und der 
Lufttemperatur wurde ebenfalls jeweils der gleiche Zeitraum an Meßwerten verwendet wie 
in Kap.4.1.1 beschrieben. Die Zeitreihe der Wassertemperatur umfaßt dem Beginn der 
Speicherung entsprechend nur 6 Jahre (1988 bis 1993). Alle Lufttemperaturen größer oder 
gleich als 40°C und alle Wassertemperaturen größer oder gleich als 30°C wurden als Fehler 
behandelt. 
4.1.3. Weitere meteorologische und ozeanographische Daten 
In Kap.5 werden weitere neuronale Modelle vorgestellt, die zwar multiregressiv sind, aber 
zum Teil andere Indikationszeitreihen benötigen als das neuronale Modell, das an den 
Gesamtansatz angelehnt ist. Die entsprechenden Daten werden in diesem Abschnitt vor 
gestellt. 
Die Luft in der Atmosphäre bewegt sich sehr viel schneller, als das Wasser in den 
Ozeanen. Somit können Luftbewegungen, die außerhalb der Deutschen Bucht stattfinden, 
Einfluß auf den zukünftigen Stau nehmen. Die Luftbewegungen können sowohl über den 
Wind als auch über den statischen Luftdruck und seine Änderung gemessen werden. Es muß 
ein um so größerer geographischer Raum betrachtet werden, je weiter in die Zukunft der Stau 
vorhergesagt werden soll. Für die zur Debatte stehende Kurzfristprognose von 18 Stunden 
muß der Raum Nordwest-Europa in Betracht gezogen werden [Bauer 93, pers. Komm.]. Die 
Daten wurden wie in Kap.4.1.2 wiederum vom Seewetteramt in Hamburg zur Verfügung 
gestellt (Synop-Datensätze, entsprechend UTC). 
Der Raum Nordwest-Europa wurde mit einer bestimmten Anzahl von Wetterstationen 
abgedeckt. Die Anzahl wurde minimiert aufgrund der Erfahrung, daß Kohonen-Netze einen 
um so größeren (!) Vorhersagefehler liefern, je größer (!) das Zeitmuster gewählt wird 
(Kap.5). Es wurde daher versucht, ein möglichst grobmaschiges Netz von Wetterstationen 
über Nordwest-Europa zu legen (Abb.4.4). Ursprünglich war geplant, auch Windmessungen 
der Stationen zu verwenden. Darum wurden hauptsächlich Küstenstationen gewählt, um den
	        
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