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Full text : Wasserstandsvorhersage mittels neuronaler Netze (BSH-Berichte, Nr. 15)

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Staus  jahresweise  aufsummiert  und  nach  einem  Minimum  der  Summe  in  Abhängigkeit  von
verschiedenen  Phasenverschiebungen  (1  bis  60  min)  gesucht  (least  square  fit).  Es  wurden  die
Gezeitenvorausberechnungen  an  die  Pegelmessungen  angepaßt.  Die  Vorausberechnungen
wurden  jahresweise  um  die  jeweils  entsprechende  Phasenverschiebung  in  die  Zukunft  verschoben ­
  und  anschließend  erneut  von  den  Pegelmessungen  subtrahiert.  Der  Anteil  harmonischer ­
  Schwingungen  im  resultierenden  Stau  wurde  auf  diese  Weise  minimiert.  Fehlende
Messungen  (Fehlwerte)  hatten  auf  dieses  Verfahren  keine  große  Wirkung.  Die  Genauigkeit
bei  der  Bestimmung  der  Phasenverschiebungen  lag  bei  ±  1  min.
Abb.4.2  zeigt  einen  Ausschnitt  aus  den  angepaßten  Gezeitenvorausberechnungen  und  den
resultierenden  Stauwerten.  In  den  Vorausberechnungen  ist  der  14-tägige  Spring-/Nipptidezyklus
  als  Schwebung  über  der  dominierenden  M 2 -Tide  deutlich  zu  erkennen.  Die  Höhen  direkt
aufeinanderfolgender  Hochwasser  wechseln  sich  ab.  Auf  ein  höheres  Hochwasser  folgt  ein
niedrigeres  und  darauf  wieder  ein  höheres.  Diese  abwechselnde  Folge  ist  durch  die  Deklination ­
  der  Sonne  und  des  Mondes  bedingt.  Der  Verlauf  der  Gezeit  innerhalb  einer  Periode  hat
an  jedem  Ort  seinen  eigenen  individuellen  Charakter,  der  in  der  Regel  von  einem  Sinus  stark
abweicht.  Der  individuelle  Charakter  der  Gezeit  bei  Cuxhaven  geht  bei  der  gedrängten
Darstellung  in  Abb.4.2  leider  verloren,  ist  aber  in  Abb.2.1  deutlich  zu  erkennen.
Aus  den  Vorausberechnungen  wurden  ebenfalls  die  Hoch-  und  Niedrigwasserwerte  mit
Hilfe  eines  kubischen  Splines  (Kap.2.1.2)  extrahiert.  Durch  die  Einwirkung  der  meteorologischen ­
  Größen  (besonders  des  Windes)  ist  es  möglich,  daß  innerhalb  einer  Gezeitenperiode
mehrere  Maxima  und  Minima  auftreten  können  (Verletzung  der  Monotonie).  Außerdem  kann
sich  die  Eintrittszeit  der  Extrema  in  den  Pegelmessungen  verschieben.  Die  größte  Verspätung,
mit  der  ein  Hochwasser  in  dem  betrachteten  Zeitraum  (1985  bis  1993)  im  Vergleich  zu  den
Vorausberechnungen  auftrat,  betrug  3.6 h .  Für  die  Subtraktion  der  Vorausberechnungen  von
den  Pegelmessungen  zu  Hoch-  und  Niedrigwasserzeiten  war  es  daher  nötig,  daß  die  Werte,
für  jede  Reihe  einzeln  extrahiert,  synchronisiert  wurden.  D.h.  die  aus  den  Messungen
extrahierten  Hoch-  und  Niedrigwasser  wurden  auf  die  Hoch-  und  Niedrigwasser  abgestimmt,
die  aus  den  Vorausberechnungen  extrahiert  wurden.
4.1.2.  Meteorologische  Größen  (Gesamtansatz)
In  Anlehnung  an  den  Gesamtansatz  werden  als  Eingabegrößen  in  ein  entsprechendes  neuronales ­
  Modell  der  vektorielle  Wind,  der  statische  Luftdruck,  die  Luftdruckänderung,  die
Lufttemperatur  und  die  Differenz  der  Temperaturen  von  Luft  und  Wasser  benötigt
(Kap.2.1.4).  Die  entsprechenden  Datensätze  wurden  vom  Seewetteramt  in  Hamburg  zur
Verfügung  gestellt.  Die  Wettermeldungen  entstammen  dem  internationalen  Wetterfernmeldesystem ­
  (GTS:  Global-Telecommunication-System)  der  WMO  (World  Meteorological  Organization). ­
  Die  Wetterbeobachtungen  werden  entschlüsselt  und  in  der  meteorologischen  Datenbank ­
  des  Deutschen  Wetterdienstes  (DWD)  im  Zentralamt  Offenbach  gespeichert.  Erst  mit
Magnetbändern,  danach  über  Rechnerkopplung  gelangen  die  Daten  in  das  Seewetteramt.  Im
Seewetteramt  werden  diese  hochverdichteten,  binären  Datenbanksätze  in  das  SWA-Synop-Format
  konvertiert.  Die  Datumsangaben  in  den  Synop-Datensätzen  beziehen  sich  auf  UTC
(Universal  Time  Coordinated).  Die  Daten  wurden  am  19.08.1966  erstmals  in  der  meteorologischen ­
  Datenbank  gespeichert.  Zuerst  wurden  nur  vier  Termine  pro  Tag  registriert  (sechsstündliche ­
  Werte).  Am  01.09.1977  wurden  die  Termine  verdoppelt  (dreistündliche  Werte).
Stündliche  Messungen  wurden  in  Abhängigkeit  von  den  Staaten  zu  verschiedenen  Zeitpunkten ­
  eingeführt  (in  den  Niederlanden  ab  1977,  in  England  ab  1979,  in  Deutschland  ab
1981).  Die  Wassertemperatur  wurde  erst  ab  dem  01.01.1988  in  die  meteorologische  Daten-
            
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