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Volltext : Wasserstandsvorhersage mittels neuronaler Netze (BSH-Berichte, Nr. 15)

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Dabei  ist  dz(i,j)  =  Vi  (dxy(i,j)  +  dyx(i,j))  und  du(i,j)  kann  frei  gewählt  werden.  Halmans,  der
diesen  Algorithmus  zur  Visualisierung  von  selbstorganisierenden  Karten  verwendet,  die  für
die  Prognose  von  Hagelgewitterzellen  angelernt  wurden,  weist  auf  bestimmte  Verhaltensweisen ­
  der  Strukturen  während  des  Lernvorgangs  hin  [Halmans  91].  Diese  Verhaltensweisen
werden  in  Kap.5.1  näher  erläutert.
Die  beschriebene  Art  und  Weise  der  Berechnung  einer  U-Matrix  erscheint  aus  mehreren
Gründen  nicht  ganz  befriedigend.  Zu  den  Gründen  gehört  erstens  die  Frage  nach  der  optimalen ­
  Wahl  der  du(i,j).  Daran  schließt  sich  die  Frage  an,  ob  die  du(i,j)  überhaupt  festgelegt
werden  müssen,  oder  ob  sie  durch  geschickte  Wahl  der  graphischen  Darstellung  übergangen
werden  könnten.  Zweitens  erscheint  die  Berechnung  der  dz(i,j)  als  ein  zu  starker  Kompromiß.
Die  sich  ergebenden  Klassenstrukturen  könnten  durch  die  Mittelung  der  Diagonaldistanzen
zu  sehr  geglättet  werden.  Drittens  wird  aus  einer  Neuronenkarte,  die  auch  als  eine  Matrix  von
Lernvektoren  aufgefaßt  werden  kann,  eine  neue  Matrix  von  Distanzen  erzeugt,  die  fast
viermal  so  groß  wie  die  ursprüngliche  Matrix  der  Lernvektoren  ist.
Um  letztendlich  eine  möglichst  einfache  Schnittstelle  zu  verfügbarer  Plotsoftware  zu
bekommen,  wurde  ein  neuer  Algorithmus  für  die  Berechnung  einer  U-Matrix  entwickelt.  Die
Formel  [3.12]  erscheint  möglicherweise  ein  wenig  komplizierter  als  die  oben  angegebenen
Formeln  [3.11].  Die  Formel  [3.12]  entbindet  dafür  von  der  Notwendigkeit,  auf  eine  topologisch ­
  korrekte  Darstellung  zu  achten  und  ist  damit  übersichtlicher  und  leichter  zu  handhaben.
Für  den  neuen  vorgeschlagenen  Algorithmus  werden  wie  oben  vier  benachbarte  (quadratisch
angeordnete)  Neuronen  x^,  x j+lj ,  x jj+]  und  x 1+lj+1  vorausgesetzt.  Statt  vier  Distanzen  wird  hier
jedoch  nur  noch  eine  einzige  Distanz  d’  berechnet:

^  X i+  ]  j,  %ij+

+1J+1)  =  {|[(Fj,*-*y + u) 2  +  (*y + i  ,k-x hU+1 , k y  +  (x hU+ht -x MJk ) 2
+  G/'lj.A  —  V/.A  (^i,j,k  ~~  X i+lJ+l.k)  (-Ty+l,!  ~  -Ti+1  j,k)  ]}'•

(3.12)

Die  Distanz  d’  wird  der  Mitte  der  vier  benachbarten  Neuronen  zugeordnet.  Auf  diese  Weise
ergibt  sich  eine  Matrix  DU’  e  ¿j e  Vergleich  zur  Neuronenkarte,  d.h.  der  Matrix
der  Lemvektoren,  in  jeder  der  beiden  Matrixdimensionen  um  jeweils  eins  reduziert  und  damit
wesentlich  kleiner  als  die  oben  zuerst  beschriebene  Form  der  U-Matrix  ist  [3.11].
Die  U-Matrix  DU’,  die  auf  der  Distanz  d’  [3.12]  basiert,  hat  im  Vergleich  zur  U-Matrix
DU,  die  auf  den  Distanzen  d x ,  dy,  d xy  und  d yx  [3.11]  basiert,  folgende  Vorteile.  Die  Berechnung ­
  der  Distanzen  ist  in  allen  Fällen  einheitlich  definiert.  Die  sich  aus  den  Distanzen
ergebende  U-Matrix  DU’  ist  übersichtlicher  als  die  U-Matrix  DU.  Es  erscheint  plausibler,  daß
die  U-Matrix  DU’  etwas  kleiner  als  die  Matrix  der  Lernvektoren  ist.  Durch  die  in  allen  Fällen
einheitliche  Definition  der  Distanzen  ist  für  die  topologische  Korrektheit  der  U-Matrix  DU’
immer  gesorgt.  Außerdem  kann  die  U-Matrix  DU’  problemlos  graphisch  dargestellt  werden.
Mit  Hilfe  des  neuen  Algorithmus’  [3.12]  werden  Kohonen-Karten  visualisiert,  die  für  die
vorliegende  Arbeit  angelernt  wurden.  Die  von  Halmans  beschriebenen  Verhaltensweisen  der
Strukturen  während  des  Lernvorgangs  werden  auch  in  diesem  Fall  beobachtet.  Somit  besteht
zwar  ein  Unterschied  zwischen  den  Algorithmen,  aber  kein  grundsätzlicher  Unterschied  in  der
Fähigkeit,  die  Lernphasen  zu  visualisieren.
            
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