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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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breitert sich aber auf den angrenzenden Kontinenten auf etwa 40 Breitengrade 
und darüber, indem sie namentflich nach Süden hin um nahezu 20 Breitengrade 
weiter reicht, als auf dem Ocean. 
Auf dem Ocean beginnen hingegen schon jenseits 15° N und 5° S wesent- 
lich andere Regenverhältnisse. Auf der nördlichen Halbkugel folgt auf ein 
schmales Uebergangsgebiet, welches auf der Mitte des Oceans nur den Raum 
von 15° bis 20° N einnimmt, ein ausgedehntes Gebiet mit sehr gleichförmiger 
jährlicher Periode, welche ihr Maximum im Winter, ihr Minimum im Sommer 
besitzt und sich nordwärts über Island und das Nordkap hinaus erstreckt. In 
jener Uebergangsregion, welche sich im Westen bis nach Louisiana zieht (mit 
lokaler Unterbrechung durch schr ausgesprochene Sommerregen in Florida) und 
als südliche Grenze die Gebirgsketten auf den grofsen Antillen hat, kombiniren 
sich Winter- und Sommerregen, und zwar auf dem Ocean östlich von etwa 
40° W in der Weise, dafs eine kurze tropische Regenzeit sehr verspätet, im 
August und September, sich zeigt und im Dezember und Januar andererseits 
die Regen aus den nördlichen Gebieten hierher hinübergreifen, im Allgemeinen 
aber dieser Streifen regenarm, ja von Februar bis Juni nahezu regenlos ist. In 
dem weiten, nördlich hieran grenzenden Gebiet ist der Sommer die trockenste 
Jahreszeit, und zwar fällt das Minimum der Regenwahrscheinlichkeit zwischen 
Irland und den Kap Verden sowohl als bei den Bermuden auf den Frühsommer 
(Juni), in der Mitte des Oceans und im Westen nördlich von 40° N auf den 
Spätsommer (Juli bis September). Doch sind nur in dem Streifen von etwa 
500 Sm Breite längs der Küste VW-Afrikas die trockensten Monate auch auf 
dem Ocean annähernd regenlos (Regenwahrsch. unter 0,10), wie sie es im süd- 
lichen Theile des Mittelmeerbeckens sind. 
In möglichst knapper Zusammenfassung stellen sich die Verhältuisse in 
diesem nördlichen Theile des Oceans, auf dessen Mitte und dessen östlichem 
Rande wie folgt dar: 
Jan. |Febr.| März! April| Mai | Juni | Juli | Aug. Sept. | Okt. |nNor. | Dez. 
im Osten: 
20°—40° N, 10°—30° W 
40°—55° N, 0°—30° W 
Auf der Mitte: 
20°—40° N, 30°—50° W 
40°—50° N, 30°— 50° W 
1939 10.48 0,31 [0,28 0,82 | 0,20 | 0,23 | 0,17 0,26 0,29 | 0,33 0,5? 
0,77: 0,70 BOOST OO 0,60 | 0,61 | 0,59 | 0,73 
| 
j047 008 033 [040029 034 027 0,20| 0,2 War uss 0,50 
0.77 10.800.831 0.73 10,61 | 0,57 | 0,55 | 0,55 | 046 0.61|0.74 | 0.73 
Weniger gleichförmig und regelmäfsig sind die Verhältnisse auf dem Süd- 
atlantischen Ocean, wo dieselben weit mehr von jenen der angrenzenden Fest- 
länder abweichen, als auf der nördlichen Halbkugel der Fall ist. Denn wäh- 
rend auf den anstossenden Theilen Südamerikas und Afrikas bis über den 
Wendekreis hinaus die Regen vorwiegend während südlicher Deklivation der 
Sonne fallen, zeigt sich auf dem Ocean zwischen 5° S, Br. und der südlichen 
Grenze der gewöhnlichen Schifffahrt allgemein (mit Ausnahme eines Theiles der 
südamerikanischen Küste und des Meerestheiles zwischen St. Helena und Süd- 
afrika) die Zeit des südhemisphärischen Sommers (Dezember bis Februar) als 
die regenärmste, ohne dafs, wiederum mit Ausnahme der Nähe von Afrika und 
des nordöstlichen Theiles des Passatgebiets, irgend ein Monat als regenlos be- 
zeichnet werden dürfte; im Uebrigen zeigen sich aber auch auf dem Ocean 
selbst grofse Verschiedenheiten. Ueber dem größeren mittleren Theile des 
Oceans finden wir die Regen am häufigsten zur Zeit der Aecquinoktien und in den 
unmittelbar folgenden Monaten, März bis Mai einerseits, September und Oktober 
andererseits; und zwar ist dieses nördlich und südlich vom Wendekreise ziem- 
lich gleichmäfsig der Fall, nur dafs, je weiter südwärts sich die Regenzeiten 
etwas zu verspäten scheinen, zwischen 40° und 50° S sogar bis in den Juni und No- 
vember und ebenso die trockenste Zeit sich vom Januar in den Februar und 
März verschiebt, wie folgendes Täfelchen zeigt:
	        
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