accessibility__skip_menu__jump_to_main

fullscreen: 75: Seegangsmessungen in der Deutschen Bucht im Jahre 1992

Ann. d. Hydr. usw., XXXXVI. Jahrg. (1918), Heft IT. 
>> 
Über den Schutz von Chronometern vor starken magnetischen Feldern 
durch eiserne Gehäuse... 
Von Dr. Friedrich Moeller, Hamburg. 
(Hierzu Tafel 3.) ; 
$ 1. .Die' Methode, die Schirmwirkung des Eisens zum Schutz magnetisch- 
empfindlicher Gegenstände zu benutzen, ist nicht neu. Sie ist angegeben und in der 
Praxis zum erstenmal angewandt worden von Sir William Thomson, der seine 
Schiffsgalvanometer durch zylindrische Eisenpanzer schützte (etwa um das Jahr 1860). 
In neuerer Zeit hat besonders du Bois!) die Methade theoretisch und experimentell 
ausgearbeitet und ihr zusammen mit Rubens?) in dem du Bois-Rubensschen 
Panzergalvanometer praktische Gestalt gegeben. ; 
$ 2. Der Gedanke liegt nahe, auch bei Schiffschronometern, die ja in der 
Feder, Unruhe und Spirale ebenfalls magnetisch-empfindliche Teile besitzen, ein 
Eisenschutzgehäuse zu. verwenden, um den Gang des Werkes vor magnetischen 
Einflüssen störungsfrei zu machen. In einer Arbeit von S. Chapman ünd T. Lewis®) 
Änden sich einige kürzere Versuche hierüber; ob. die Verfasser später eingehendere 
Untersuchungen angestellt haben, entzieht sich der Nachprüfung. In der Kaiserlichen 
Marine hat, soweit: dem Verfasser bekannt, zuerst Oberleutnant Steinbrink an- 
geregt, Panzergehäuse für Chronometer einzuführen. — Ob nun in der Tat ein Eisen- 
schutz notwendig ist oder nicht, soll hier nicht erörtert werden, es sollen hier viel- 
mehr ganz unabhängig von dieser Frage einige Versuche beschrieben werden, deren 
Zweck es war, die geeignetste Form und Größe eines Eisenschutzgehäuses zu er- 
mitteln‘)! Es mögen zunächst die physikalischen. und technischen Bedingungen 
aufgestellt werden, denen ein brauchbares Gehäuse genügen muß. Diese sind grund- 
verschieden von denen, die der Konstruktion von Panzergalvanometern und ähnlichen 
Instrumenten zugrunde gelegt sind. Zunächst spielt die Raum- und Gewichtsfrage 
bei Chronometern, deren Transportfähigkeit ja durch den Panzerschutz auf keinen 
Fall leiden darf, eine ungleich wichtigere Rolle als bei den erwähnten Instrumenten: 
Raum und Gewicht müssen möglichst sparsam bemessen werden. Aber auch die 
rein physikalischen Verhältnisse sind bei der vorliegenden Aufgabe ganz andere. 
Bei der Konstruktion von Panzergalvanometern handelt es sich stets um „Ab- 
schirmung‘‘ des Erdfeldes oder anderer Felder gleicher Größenordnung auf sehr 
geringe Intensitäten, deren Größe fast unmeßbar klein ist. Ein Chronometer dagegen 
verhält sich noch gegen Feldstärken von der Intensität des Erdfeldes fast indifferent. 
Wenn auch Beeinflussungen vorhanden sein mögen, so sind sie jedenfalls praktisch 
zu vernachlässigen. , Felder dieser Größenordnung. — die Totalintensität des 
Erdfeldes‘ beträgt im Maximum etwa 0.5 Gaußsche oder elektromagnetische: Ein- 
heiten (E.M.E.) — brauchen demnach überhaupt nicht „abgeschirmt‘“ zu werden! 
Anderseits ist einwandfrei nachgewiesen, daß ein Feld von etwa 1 E.M.E. schon 
einen meßbaren Einfluß auf den Gang eines Chronometers haben kann®). Auf Grund 
=. du Bois, Wied. Ann. 63 1897, 5. 348; 65 1898, S. 1. 
) HE. du Bois und H. Rubens. Annalen der Physik 2 1900, S. 84, 
') Horological Journal 1913, S. 19 u. £. . 
‘) Die Versuche fanden statt im Auftrage und mit Hilfe der Abt. IV der Deutschen Seewarte, 
Sie wurden ausgeführt in den Räumen des Physikalischen Staatslaboratoriums, Hamburg. Den Mit- 
gliedern dieses Instituts, insbesondere Herrn Prof. Classen, Herrn Buchheim und Herrn Portig, 
Sci an dieser Stelle für ihre Hilfe herzlich gedankt. 
5) In der erwähnten Arbeit von Chapman und Lewis wurden an 6 Chronometern Gang- 
versuche vorgenommen und dabei folgende tägliche durchschnittliche Gangänderungen gewonnen 
'das Feld war horizontal. H. I. = Horizontalintensität in E.M.E. des Erdfeldes): 
{nstrument Nr. 
X 
3 
3 
FE” 
bei 0.83 E.M.E. + 0.18 H. I. 0.87 0.69 0.15. 0.15. 1.10 0.18sek, Gewinn 
dei 1.42 E.M.E. + 0.18 H. I 1.8 0.0 0.9 03 2.2 08 « 2 « 
Sämtliche Uhren gingen demnach bei eingeschaltetem Feld schneller als bei ausgeschaltetem Feld. 
Ann. d. Hydr. usw. 1918, Heft 11.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.