Digitalisierung i. d. techn. Kartographie
unmittelbaren Zeitgewinn gegenüber der her
kömmlichen Gravurtechnik.
Alle technisch neu herzustellenden Seekar
ten vom deutschen Festlandsockel werden
grundsätzlich vollständig digitalisiert, um den Auf
bau einer kartographischen Datenbank zu unter
stützen. Der Anteil der aus dieser Digitalisierung
nutzbaren Kartenelemente für die Produktion der
Seekartenoriginale ist abhängig von dem Ent
wicklungsstand der INT-Symbology und der Ka
pazität des Zeichentisches. Alle Daten werden
fortgeführt. Außerhalb des Gebietes des deut
schen Festlandsockels findet die Digitalisierung
nur als Technik zur Originalherstellung Anwen
dung. Dabei werden nur solche Kartenelemente
digitalisiert, die gegenüber den manuellen Ferti
gungstechniken einen Zeitgewinn darstellen.
Dies sind in der Regel nur Tiefenzahlen und sol
che Punktsymbole, die in der INT-Symbologie ihre
Produktionsreife erlangt haben. Zusätzlich wird
die Anwendung der zuletzt genannten Elemente
durch die geringe Kapazität der beiden Digitali
sierstationen, die ohnehin schon mit der Fortfüh
rung digitalisierter Heimatkarten belastet sind,
stark eingeschränkt.
Durch Einsatz des Scanners zur Digitalisie
rung von Karteninhalten bei der Karte 91 wurde
die Erfahrung gewonnen, daß zwar heute die
Vektorisierungstechnik leistungsfähig genug ist,
um eine Anwendung in einer vektor-orientierten
Umgebung zu ermöglichen, daß aber nach wie
vor ein hoher Nachbearbeitungsaufwand bei der
Zuordnung der Vektoren zu den CARIS-Feature-
Codes, der Bildung geschlossener Polygone und
Glättung der Linienelemente erforderlich ist. In
zwischen ist von USL ein eigenes Vektorisie
rungsverfahren für CARIS entwickelt worden, das
eine Vektorisierung und Zuordnung zu Feature-
Codes in einem Schritt ermöglicht. Hiermit läßt
sich die Digitalisierleistung bei der Erfassung ins
besondere von Linienelementen steigern, so daß
damit ein Rationalisierungsgewinn erwartet wird.
Diese Technik soll daher bei neuen Digitalisierun
gen verstärkt angewandt werden. Das Scannen
soll hierbei durch Auftragsvergabe an Fremdfir
men erfolgen; die Rasterdaten werden über eine
vereinbarte Standard-Schnittstelle (Format) an
das BSH gegeben und dort mit oben beschriebe
nem Verfahren vektorisiert.