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Full text: Jahresbericht 1990

Digitalisierung i. d. techn. Kartographie 
unmittelbaren Zeitgewinn gegenüber der her 
kömmlichen Gravurtechnik. 
Alle technisch neu herzustellenden Seekar 
ten vom deutschen Festlandsockel werden 
grundsätzlich vollständig digitalisiert, um den Auf 
bau einer kartographischen Datenbank zu unter 
stützen. Der Anteil der aus dieser Digitalisierung 
nutzbaren Kartenelemente für die Produktion der 
Seekartenoriginale ist abhängig von dem Ent 
wicklungsstand der INT-Symbology und der Ka 
pazität des Zeichentisches. Alle Daten werden 
fortgeführt. Außerhalb des Gebietes des deut 
schen Festlandsockels findet die Digitalisierung 
nur als Technik zur Originalherstellung Anwen 
dung. Dabei werden nur solche Kartenelemente 
digitalisiert, die gegenüber den manuellen Ferti 
gungstechniken einen Zeitgewinn darstellen. 
Dies sind in der Regel nur Tiefenzahlen und sol 
che Punktsymbole, die in der INT-Symbologie ihre 
Produktionsreife erlangt haben. Zusätzlich wird 
die Anwendung der zuletzt genannten Elemente 
durch die geringe Kapazität der beiden Digitali 
sierstationen, die ohnehin schon mit der Fortfüh 
rung digitalisierter Heimatkarten belastet sind, 
stark eingeschränkt. 
Durch Einsatz des Scanners zur Digitalisie 
rung von Karteninhalten bei der Karte 91 wurde 
die Erfahrung gewonnen, daß zwar heute die 
Vektorisierungstechnik leistungsfähig genug ist, 
um eine Anwendung in einer vektor-orientierten 
Umgebung zu ermöglichen, daß aber nach wie 
vor ein hoher Nachbearbeitungsaufwand bei der 
Zuordnung der Vektoren zu den CARIS-Feature- 
Codes, der Bildung geschlossener Polygone und 
Glättung der Linienelemente erforderlich ist. In 
zwischen ist von USL ein eigenes Vektorisie 
rungsverfahren für CARIS entwickelt worden, das 
eine Vektorisierung und Zuordnung zu Feature- 
Codes in einem Schritt ermöglicht. Hiermit läßt 
sich die Digitalisierleistung bei der Erfassung ins 
besondere von Linienelementen steigern, so daß 
damit ein Rationalisierungsgewinn erwartet wird. 
Diese Technik soll daher bei neuen Digitalisierun 
gen verstärkt angewandt werden. Das Scannen 
soll hierbei durch Auftragsvergabe an Fremdfir 
men erfolgen; die Rasterdaten werden über eine 
vereinbarte Standard-Schnittstelle (Format) an 
das BSH gegeben und dort mit oben beschriebe 
nem Verfahren vektorisiert.
	        
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