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Full text: Jahresbericht 1990

Meereskunde, Untersuchungen 
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ren Archivierung mit Hilfe der Graphik-Work-Sta- 
tion des BSH. Zur Zeit ist der Kartensatz des 
Zeitraumes 1960/61 bis 1979/80 archiviert. 
Zur Ermittlung der Eisbedeckungs-Schwan- 
kungen an der deutschen Norseeküste wurden 
die Eismengen (flächenbezogene Eisvolumen 
summe) der vergangenen 36 Winter aus dem Be 
deckungsgrad mit der Dicke des Eises bestimmt. 
Hierzu werden Beobachtungen von 13 Stationen 
benutzt, von denen angenommen werden kann, 
daß sie die spezifischen Eisverhältnisse des Kü 
stengebietes ausgewogen erfassen. 
Was die Eisdatenbank der mecklenburg-vor- 
pommerschen Küste betrifft, so hat sich jetzt her 
ausgestellt, nachdem die Eisdatenbanken des 
BSH und des früheren Meteorologischen Amtes 
der DDR (zuständig für den Eisdienst der ehema 
ligen DDR) zusammengeführt worden waren, 
daß umfangreiche Korrekturen an dieser Daten 
bank notwendig sind. Mit den Arbeiten wurde im 
Berichtsjahr begonnen. 
Spezielle Untersuchungen 
1990 begann das Projekt „Oiled Seabirds“, 
das von der Europäischen Gemeinschaft unter 
stützt wird. In diesem Projekt werden vergleichen 
de Untersuchungen über die Herkunft von Ölver 
schmutzungen (verölten Seevögeln und Strand 
verölungen) in den Niederlanden, Dänemark und 
der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt. 
Dabei werden die Strände von der Rheinmün 
dung über die Deutsche Bucht bis zum Skagerrak 
regelmäßig nach derartigen Verschmutzungen 
abgesucht, Proben entnommen und zur Analyse 
ins BSH-Labor geschickt. Abb. 20 gibt die Ergeb 
nisse des ersten Halbjahres wieder. Danach sind 
insgesamt 282 Proben untersucht worden. Die 
weit größte Zahl der Proben wies Rückstände 
aus dem „normalen“ Schiffsbetrieb (Bunkeröle 
und Motorenöle) auf. Regional zeigten sich aller 
dings Unterschiede: Während in den Niederlan 
den kein einziger Rohölrückstand gefunden wor 
den ist, ist der Anteil der Rohöle in den dänischen 
Proben mit 17% erheblich. Eingehendere Unter 
suchungen zeigten, daß es sich dabei sowohl um 
Nordsee-Rohöle, als auch um Rohöle aus Nige 
ria, dem Mittleren Osten und Libyen handelte. Die 
Ursache dafür ist noch unklar: Eine Möglichkeit 
wäre, daß Tankschiffe aus der Ostsee auf ihrer 
Rückreise mit Tankwaschungen beginnen, sobald 
das Sondergebiet Ostsee verlassen worden ist. 
Die Herkunft der in den dänischen und deut 
schen Proben gefundenen biogenen Verbindun 
gen ist ebenfalls noch nicht geklärt. Es handelt 
sich hierbei um Fettsäuren und deren Ester und 
um Steroide (z. B. Cholesterin). Es ist noch frag 
lich, ob alle diese Verbindungen natürlichen Ur 
sprungs sind, d. h. aus den Bürzeldrüsen der 
Tiere stammen, oder ob Tankwaschungen von 
Süßöltankern die Ursache ist. 
Begonnen wurde mit den Arbeiten zur „Un 
tersuchung der Ausbreitung von Süßwasserein 
trägen in die Nordsee anhand anthropogener Tra 
cer“, ein multinationales, von der EG unterstütz 
tes Vorhaben im Rahmen von MAST I. In einer 
ersten Phase wurde ein hochgenaues Analysen 
verfahren zum Nachweis der über die Flüsse ein 
getragenen Tracer (Rhodamine) und ein dem Pro 
blem angepaßtes Ausbreitungsmodell für die 
Nordsee und das Nordmeer entwickelt. Mit zwei 
Rhodaminversuchen im September/Oktober 
(Eintrag über den Rhein und Einbringung vor der 
holländischen Küste) und den Probenentnahmen
	        
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