Meereskunde, Untersuchungen
Abb. 19
Paläogeographie des nördlichen Elbe-Urstromstals
vor 9252 Jahren. Die gepunktete Fläche markiert den
damaligen Wasserspiegel. Die Tiefenangaben beziehen
sich auf den heutigen Meeresspiegelstand.
1990 weitergeführt wurde. Die Faziesanalyse von
mehr als 30 Sedimentkernen zwischen 56°30'N
und 55° 35' N ergab für diesen Zeitraum ein 20
km breites S-N-streichendes Ästuar von wenigen
Metern Wassertiefe (vgl. Abb. 19). Zwischen Dog-
ger-Tall-End und Kleiner Fischerbank bog das
Ästuar mit einem scharfen Linksbogen in den Be
reich der nördlichen Nordsee. Südlich 56° N wur
de das Ästuar von einer ca. 30 km langen und
7-9 km breiten Sandbank In zwei Arme unterteilt,
deren westlicher einen mehr iagunären Charakter
mit dichter Schilfvegetation aufwies. Der östliche
Arm war vermutlich der Hauptwasserweg. Eine
vom Niedersächsischen Landesamt für Boden
forschung durchgeführte Altersbestimmung mit
der C 14 - Methode an aufrecht stehenden Phrag-
mites-Stengeln eines autochthonen Brackwas
sertorfes von der Basis der marinen Sedimente
lieferte einen Wert von 9252 ±105 Jahren vor
heute.
Im „Southern North Sea Project“ wurde auch
die 1989 begonnene Korngrößenanalyse für die
Kartierungen der Sedimentbeschaffenheit des
Meeresbodens von Nord- und Ostsee fortgeführt.
Von praktischer Bedeutung Ist das Projekt u. a.
auch für die Bearbeitung von Sedimentumlage
rungsvorgängen. Die neuen Daten über die
Mächtigkeit des Quartärs dürften auch interes
sante Informationen für die Beantwortung der
Frage nach aktuellen tektonischen Krustenbewe
gungen im Nordseeraum liefern.
Untersuchungen zur Meereisklimatologie
Der Schwerpunkt der eiskllmatologlschen
Arbeiten lag im Berichtsjahr In der Überarbeitung
früherer Eiskarten der westlichen Ostsee und de-