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Full text : Jahresbericht 1990

Überwachung

bewilligt.  In  diesem  Projekt  sollen  über  einen  Zeitraum ­
  von  2 1 / 2  Jahren  auf  25  Stationen  in  der  Deutschen ­
  Bucht  Metalle,  Nährstoffe,  halogenierte
Kohlenwasserstoffe,  Erdöl-Kohlenwasserstoffe
und  Radionuklide  im  Wasserkörper,  an  Schwebstoffe ­
  gebunden  und  im  Sediment  untersucht  werden. ­
  Darüber  hinaus  werden  die  hydrographischen ­
  Grundparameter  (Temperatur  und  Salzgehalt), ­
  sowie  pH-Wert  und  Sauerstoff  in  zweimonatigem, ­
  in  Verbindung  mit  OPTINOM  auch  in
einmonatigem  Abstand  gemessen.  TUVAS  wird
die  Kenntnis  über  die  jahreszeitlichen  Schwankungen ­
  der  Umweltbelastung  verbessern  und  mit
Hilfe  von  Bilanzierungen  der  Transporte  den  Verbleib ­
  von  Schadstoffen  untersuchen.
Der  OPTINOM/TUVAS-Datensatz  gewinnt
jetzt  eine  besondere  Bedeutung.  Durch  die  nach
der  Vereinigung  Deutschlands  zu  erwartende  Reduzierung ­
  der  Schadstoffeinträge  in  die  Elbe  und
deren  Zuflüsse  sollte  die  Belastung  der  Deutschen ­
  Bucht  zukünftig  geringer  werden.  Die  in
1990  gewonnenen  Daten  dienen  somit  als  Referenz, ­
  an  der  eine  mögliche  Verbesserung  der  Situation ­
  gemessen  werden  kann.
Die  ersten  Ergebnisse  zeigen,  daß  die  meisten ­
  Schadstoffe  im  Laufe  des  Jahres  zum  Teil
kräftigen  Schwankungen  unterliegen.  Man  beobachtet ­
  ebenso  eine  starke  Regionalität.  Im
küstennahen  Bereich  -  besonders  vor  dem  nordfriesischen ­
  Wattenmeer  -  ist  die  Variabilität  am
größten.  Die  an  Schwebstoffe  gebundenen
Schadstoffe  zeigen  eine  große  Abhängigkeit  von
der  Großwetterlage  vor  der  Probennahme.  Hohe
Belastungen  treten  erwartungsgemäß  im  Küstenbereich ­
  auf,  die  geringsten  im  Bereich  des  Nordschillgrundes. ­


Der  Untersuchungsgegenstand  des  Forschungsvorhabens ­
  EVA  &  MEDA,  das  im  April
1989  vom  BMFT  bewilligt  wurde,  sind  grundsätzliche ­
  methodische  Fragen.  Der  Widerspruch  zwischen ­
  der  hohen  Veränderlichkeit  der  marinen
Umwelt  und  den  natürlicherweise  begrenzten
Mitteln  zu  ihrer  Untersuchung  und  Überwachung
zwingt  zu  Kompromissen  bei  der  Probennahmeund
  Meßstrategie,  d.  h.  der  Verteilung  der  Beobachtungsorte ­
  in  Raum  und  Zeit.  Diese  Auswahl
führt  in  gewissem  Umfang  zu  einer  verzerrten
Wahrnehmung  der  im  Meer  ablaufenden  Prozesse. ­
  Wenn  die  Art  und  Weise  der  Verzerrung  bestimmt ­
  werden  kann,  können  sowohl  die  Probennahmenstrategie ­
  als  auch  die  Auswerteverfahren
verbessert  werden.
Die  bisherigen  Untersuchungen  zeigen  u.a.,
daß,  wie  historisch  z.T.  bei  den  Feuerschiffsdaten
geschehen,  entweder  die  Gezeitensignale  aufgelöst, ­
  oder  Orte  zu  gleicher  Gezeitenphase  beprobt
  werden  müssen.  Wenn  dies  nicht  möglich
ist,  sollte  die  Auswirkung  unterschiedlicher  Probennahmestrategien ­
  mittels  numerischer  Simulation ­
  untersucht  werden.  Ähnlich  problematisch
ist  die  Erfassung  kleinräumiger  Unterschiede,  die
zufallsbedingt  durch  windgetriebene  Strömungen
erzeugt  werden.
Im  Rahmen  einer  Aktion  zur  Interkalibrierung ­
  der  Bestimmung  von  Organohalogenverbindungen ­
  im  Wasser  und  zur  Unterstützung  eines
nationalen  Küstenprogramms  wurden  16  Stationen ­
  des  Baltic  Monitoring  Programme  (BMP)  in
Kattegat,  Beitsee  und  westlicher  Ostsee  sowie
10  weitere  Stationen  beprobt.
            
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