Oberflächentemperatur
nach einer Probezeit ab Mitte 1991 erfolgen.
Für die Schiffahrt, die Fischerei, den Küsten
schutz und die Offshore-Industrie sind aktuelle
Informationen über den zu erwartenden Seegang
und rechtzeitige Warnungen vor gefährlichen
Seegangszuständen wesentliche Voraussetzung
für die Gewährleistung der Sicherheit von
Mensch und Material und bilden die Grundlage
einer wirtschaftlichen Einsatzplanung.
In diesem Zusammenhang ist die Routenbe
ratung der Schiffahrt von besonderer Bedeutung,
bei der unter Berücksichtigung des Seegangsver
haltens des Schiffes und ladungsspezifischen
Faktoren die kostengünstigste Fahrtroute unter
dem Aspekt der Sicherheit auf See erstmals ob
jektiv ermittelt weden kann.
Da der Seegang im Küstenbereich wesent
lich die Strömungen und den Wasserstand be
sonders bei extremen Ereignissen beeinflußt, soll
durch eine Kopplung der bereits vorhandenen
Strömungs- und Wasserstandsvorhersagemo
delle mit den Seegangsvorhersagen eine Verbes
serung der Sturmflutvorhersage erzielt werden.
Ähnliches gilt für die Vorhersage der Ausbreitung
von Schadstoffen und der Verdriftung von Ölver
schmutzungen.
Quasisynoptische Karte der Oberflächen
temperatur der Nordsee
Eine Karte der Wasseroberflächentempera
tur der Nordsee wurde im 23. Jahr wöchentlich
herausgegeben (mit Unterstützung durch die
Deutsche Wissenschaftliche Kommission für
Meeresforschung). Die Basis der Temperaturkar
te sind weiterhin die routinemäßig über das Glo
bale Fernschreibnetz (GTS) eingehenden Routi
nebeobachtungen von Schiffen, ergänzt durch
Daten von Küstenstationen und speziellen Beob
achtungen von Forschungsschiffen. Als zusätzli
che Informationsquelle wurden 1990 erstmalig
die Temperaturen der NOAA-Satelliten zur Unter
stützung der Analyse der Schiffsbeobachtungen
herangezogen. Dazu werden von fast jedem Sa
tellitenüberflug aus mehreren Sensorkanälen mit
einem Standard-Algorithmus die Wolken erkannt
und die Temperaturen der Nordsee nach einer
atmosphärischen Korrektur ermittelt. Aus diesen
Berechnungen wird (sofern es die Bedeckung mit
Wolken erlaubt) eine tägliche Temperaturkarte er
stellt. Die wöchentliche Temperaturkarte (Compo-
site-Bild) setzt sich dann aus allen verfügbaren
Informationen zusammen. Da im allgemeinen
auch bei fast völlig bedecktem Himmel noch Wol
kenlücken vorhanden sind, können die Satelliten
auf Teile der Wasseroberfläche sehen. Da sich
diese Wolkenlöcher mit dem Wettergeschehen
über die Nordsee bewegen, sind häufig auf den
Composite-Bildern noch ausreichend große Be
reiche zur Darstellung von Oberflächentempera
turen verwendbar.
Die wöchentlichen Karten wurden an einen
festen Kreis von interessierten nationalen und in
ternationalen Behörden und Instituten verschickt
und über Funk verbreitet.
Alle wöchentlichen Analysen wurden digitali
siert und in die Oberflächentemperatur-Daten
bank des BSH übernommen, die damit etwa 1200
wöchentliche Temperaturfelder enthält. Diese Da
tenbank wird u. a. zu statistischen Bewertungen
der Nordseetemperaturen herangezogen.
37