Wasserstandsvorhersage
Gezeiten
Für die Berechnung der Gezeitentafeln er
hielt das BSH die ausführlichen Vorausberech
nungen für die ausländischen Bezugsorte von
den jeweiligen ausländischen hydrographischen
Diensten. Als Gegenleistung wurden diesen die
Vorausberechnungen für die deutschen Orte und
Ekaterininskaja übermittelt.
Die Wasser- und Schiffahrts- und Hafenver
waltungen des deutschen Küstengebietes stell
ten - wie bisher - ihre Wasserstandsbeobachtun
gen zur Verfügung. Von 155 Pegeln wurden die
Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen fortlau
fend gesammelt, meist in der Form von Wasser
standslisten oder auf Magnetbändern. Aus Hoch-
und Niedrigwasserbeobachtungen wurden Fou
rierdarstellungen der halbmonatlichen Ungleich
heiten und daraus die nonharmonischen Gezei
tengrundwerte und Gezeitenunterschiede von et
wa 150 Pegelstellen der deutschen Nordseeküste
neu abgeleitet. Die Vorausberechnungen für die
Gezeitentafeln und den Gezeitenkalender auf
das Jahr 1992 für die 13 deutschen Bezugsorte
basieren auf Analysen des jüngsten 19jährigen
Beobachtungszeitraumes 1971 bis 1989.
Wasserstandsvorhersage- und Sturmflut
warndienst
Mit Wirksamwerden des Einigungsvertrages
am 3. Oktober wurde der regionale Aufgabenbe
reich des Wasserstandsvorhersage- und Sturm
flutwarndienstes des BSH um die Küste Mecklen
burg-Vorpommerns erweitert. Vorhersagen und
Warnungen für die deutsche Nordseeküste und
die Ostseeküste Schleswig-Holsteins wurden wie
bisher von Hamburg aus verbreitet. Die Küste
Mecklenburg-Vorpommerns wurde von der neu
eingerichteten Außenstelle des Dienstes in Ro
stock-Warnemünde aus versorgt. Hierfür stand
sachkundiges Personal zur Verfügung, das von
der ehemaligen Wasserwirtschaftsdirektion Kü
ste übernommen wurde. Die erforderliche meteo
rologische Beratung für diesen Küstenabschnitt
erfolgte durch das Wetteramt Rostock, während
das Seewetteramt wie bisher den Dienst in Ham
burg wetterkundlich unterstützte.
Mit dem Landsfunkhaus Radio Mecklen
burg-Vorpommern wurde vereinbart, daß dieser
Sender seit Jahresende regelmäßig Wasser
standsvorhersagen und bei Bedarf Warnungen
für die Küste Mecklenburg-Vorpommerns verbrei
tet.
Die Revierzentralen der Wasser- und Schiff
fahrtsverwaltung im Nordseeküstenbereich er
hielten mindestens zweimal täglich Vorhersagen
für die Hoch- und Niedrigwasser in ihren Auf
sichtsbereichen. Im Vergleich zu den Vorjahren
mußten Sonderberatungen für die Revierfahrt
tiefgehender Seeschiffe häufiger durchgeführt
werden. Die Tabelle ergibt eine Übersicht über
die Sturmfluten, Warnungsempfänger und War
nungen im Jahre 1990:
Anzahl der Warnungsempfänger 268
Anzahl der Warnungen 4029
Anzahl der Sturmfluten 15
(Definition „Sturmflut“: Hochwasser
> MHW + 1,5 m).
Bemerkenswert waren die Folgen von ho
hen Sturmfluten in den Monaten Januar und
Februar im deutschen Nordseeküstenbereich.
Dabei wurde in Hamburg ein Hochwasserstand