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Full text: Jahresbericht 1990

Meereskunde, Dienste 
Meereskundliche Dienste 
Die meereskundlichen Dienste registrieren 
Datenreihen verschiedener Parameter, erfassen 
Tages-, Monats- und Jahresgänge sowie Ereig 
nisse und Trends, geben Vorhersagen und veröf 
fentlichen entsprechende Berichte. Damit werden 
die Ressorts, die Öffentlichkeit, die Schiffahrt, die 
Institutionen an der Küste sowie zahlreiche Insti 
tute und Ämter mit den naturwissenschaftlichen 
Daten versorgt, die sie für Entscheidungen benö 
tigen. 
Meßnetz 
Das Meßnetz Nord- und Ostsee des BSH 
bestand 1990 aus der Forschungsplattform 
NORDSEE, automatisch registrierenden Einhei 
ten auf den Feuerschiffs-Ersatzsystemen ELBE, 
DEUTSCHE BUCHTundTWEMS in der Nordsee 
sowie aus den beiden automatischen Stationen 
Leuchtturm KIEL und Großtonne FEHMARN- 
BELT. 
Das Konzept des BSH-Meßnetzes basiert, 
insbesondere aus logistischen Gründen, auf der 
Verwendung vorhandener Geräteträger, die 
hauptsächlich andere Zweckbestimmungen ha 
ben und daher aus meßtechnischer Sicht zu 
Kompromissen zwingen. Eine Ausnahme bildet 
die Nordseeboje II (NSB II), die im Rahmen eines 
Projektes des BMFT als Meßboje entwickelt wur 
de und die eine sehr gut stabilisierte Meßplatt 
form darstellt. 
Die Arbeiten der Meßnetzgruppe konzen 
trierten sich auf die Aufrechterhaltung des opera 
tionellen Betriebes der Meßstationen und auf den 
Abschluß der Reparatur- und Umbauarbeiten an 
der Meßboje NSB II. 
Der Betriebsverlauf und die Störungsanaly 
se bestätigen die Brauchbarkeit des technischen 
Konzepts und den Erfolg der vorgenommenen 
Verbesserungen, die aus den Einsatzerfahrun 
gen resultieren. Große Probleme gibt es weiterhin 
mit den Sauerstoffsensoren, die trotz erkennbarer 
Fortschritte nicht ausreichende Standzeiten auf 
weisen. Im Mittel - unter Nordseeverhältnissen 
- betragen diese nicht mehr als einen Monat. 
Die aufgetretenen größeren Störfälle waren 
im wesentlichen nicht in den Meßsystemen sel 
ber, sondern in der Unberechenbarkeit der Natur 
gewalten zu suchen. So ging beim Vertreiben des 
unbemannten Feuerschiffersatzsystems ELBE in 
flaches Wasser - infolge eines Bruches der An 
kerkette - die gesamte Meßkette mit den Senso 
ren verloren. An der Großtonne FEHMARNBELT 
riß in den Winterstürmen die gesamte Meßkette 
ab und wurde damit verloren. An derselben Meß 
station fiel ein Teil der Sensoren wegen Beschädi 
gung der Meßkette durch ein unsachgemäßes 
Anlegen eines Versorgungsfahrzeuges aus. 
Behindert und verzögert wurden die War- 
tungs- und Reparaturarbeiten durch unzurei 
chende Schiffskapazität bzw. Schiffszeit. In Zu 
sammenarbeit mit den Wasser- und Schiffahrts 
direktionen Nord und Nordwest wurde ein 
Ersatzvorschlag für die Mehrzweckfahrzeuge 
MELLUM und SCHARHÖRN der WSV erarbeitet, 
um die erforderliche Schiffskapazität für die War 
tungsarbeiten des BSH bereitzustellen.
	        
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