Außenstelle Rostock
Außenstelle Rostock
Mit der Herstellung der deutschen Einheit
am 3. Oktober wurde das BSH auch für den
Bereich der neuen Bundesländer zuständig; das
betrifft in der Praxis vor allem den Küstenbereich
des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Um die
Aufgabenerledigung zu gewährleisten, ist eine
Außenstelle in Rostock mit 200 Mitarbeitern eingerichtet
worden. Die Mitarbeiter sind von den
bisher zuständigen DDR-Institutionen übernommen
worden, und zwar vom Seehydrographischen
Dienst, dem Seefahrtsamt, der Wasserwirtschaftsdirektion
Küste, dem Meteorologischen
Dienst und der Bagger-, Schlepp- und
Bugsierreederei. Die Leitung der Außenstelle
wurde zunächst von einem BSH-Mitarbeiter aus
Hamburg wahrgenommen. Weitere Mitarbeiter
aus Hamburg wurden nach Rostock und Stralsund
abgeordnet, um die neuen BSH-Angehörigen
bei den notwendigen Anpassungsmaßnahmen
zu unterstützen. Demselben Ziel dienten
auch intensive Personalkontakte auf allen
Ebenen und die langfristige Entsendung mehrerer
Mitarbeiter von der Außenstelle nach Hamburg.
Die dem BSH obliegenden meerskundlichen
Aufgaben werden weitgehend vom Institut
für Meereskunde in Warnemünde erledigt, das
insoweit im Auftrag des BSH tätig ist.
Vorrangiges Ziel bei Bildung der Außenstelle
war es, daß die Schiffahrtsaufgaben und Dienste
auch in Mecklenburg-Vorpommern schnellstmöglich
wirksam erledigt werden. Dieses Ziel konnte
vergleichsweise zügig realisiert werden.
Für die Schiffsvermessung wurden zwei Vermessungsgruppen
in Rostock eingesetzt, die
zunächst vor allem bei der Umschreibung der
Meßbriefe mitwirkten.
Für die Prüfung und Überwachung nautischer
Geräte ist zusätzlich zur Außenstelle
Rostock ein weiterer Aufsichtsbereich in Stralsund
eingerichtet worden. Es wurden bereits auf
140 Schiffen 720 nautische Geräte besichtigt. 126
Peilfunkanlagen und Magnetkompasse wurden
kompensiert. Im Aufsichtsbereich Stralsund
wurden 147 Einzelgeräte geprüft.
Mit dem vom Seehydrographischen Dienst
übernommenen Vermessungsschiff CARL FR.
GAUSS und der Vermessungseinheit MERCA-TOR/BESSEL
wurden seit Oktober etwa 1500 km
Lotlinien abgefahren.
Das BSH hat 38 Seekarten des Seehydrographischen
Dienstes übernommen, die die Seegebiete
der früheren DDR, Polens und der
Sowjetunion (Ostsee) abdecken. Die neuen BSH-Karten
standen der Schiffahrt ab 3. Oktober zur
Verfügung.
Die vom Seehydrographischen Dienst herausgegebenen
Seekarten und nautischen Veröffentlichungen
wurden durch Ergänzungshefte zu
den „Nachrichten für Seefahrer“ berichtigt, damit
die damit ausgerüsteten Schiffe diese Unterlagen
zunächst weiter verwenden konnten.
Die Au ßenstelle nimmt für Mecklenburg-Vorpommern
den Wasserstandsvorhersage- und
Sturmflutwarndienst wahr. Im Interesse einer
aktuellen Unterstützung der interessierten Öffentlichkeit
konnte erreicht werden, daß die Vorhersa-