accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1990

Technische Schiffssicherheit 
118 
sterprüfungen, Probefahrten, Prüfungen vor Ver 
wendung an Bord, Überwachung und Gesprä 
chen mit Nautikern einen Katalog von Punkten 
die verbesserungsbedürftig sind: 
■ Es existieren zu viele Einzelanlagen mit 
unverständlichem und je nach Hersteller 
unterschiedlichem Bedienkonzept. 
■ Die Benutzer sind durch zu viele Anga 
ben, die als unnötig empfunden werden, 
und die zudem ungeeignet zur Verfügung 
gestellt werden, gefühlsmäßig überinfor 
miert, wodurch die Prioritätenzuordnung 
erschwert wird. 
■ Bedienelemente sind mit Funktionen 
mehrfach belegt, wodurch z. B. eine 
Funktion über einen Zyklusschalter ange 
wählt werden muß, ehe sie aktiviert wer 
den kann. 
■ Bildschirmorganisationen sind unüber 
sichtlich und zwingen dazu, eine ge 
wünschte Information umständlich her 
auszusuchen. 
■ Um eine Funktion zu aktivieren, gibt es 
keine Auswahl- bzw. Anwahlmöglichkei 
ten, es existiert nur ein einzig möglicher 
Dialogweg. 
■ Es existiert keine Zustandsanzeige für die 
Navigationanlage, so daß den Benutzern 
nicht dargestellt wird, in welchem Zustand 
sich die Anlage befindet (Texteingabe, 
Warten auf Auswahl, Warten auf Parame 
ter-Eingabe, Rechnen, Drucken, Funktion 
auslösen usw.). 
■ Es existiert keine Direktanwahlmöglich- 
keit im Dialogpfad, so daß lange Dialog 
wege gegangen werden müssen, um von 
einer Funktion zur anderen zu gelangen. 
■ Das Rückgängigmachen von einzelnen 
Dialogschritten (Eingaben, Funktionsaus 
wahl, Selektion, Verschieben usw.) und 
die Korrekturmöglichkeit für vorangegan 
gene Angaben sind nicht möglich. 
■ Die Farbgestaltung ist ungeeignet, insbe 
sondere werden Signalfarben zu häufig 
eingesetzt. 
Für Mängel und Fehlentwicklungen gibt es 
eine Vielzahl von Gründen. Ein Problem besteht 
darin, daß die Entwickler von Anlagen und Gerä 
ten der Navigation wohl nur in Ausnahmefällen 
auch deren Benutzer sind. Ein weiterer Grund für 
die seltene Übereinstimmung zwischen dem 
technisch Machbaren und der navigatorischen 
Eignung ist darin zu sehen, daß durch Wettbe 
werb und, herausgefordert durch die Verfügbar 
keit preiswerter Daten- und Informationstechni 
ken, immer wieder vorhandene Einzelgeräte zu 
Gerätekombinationen zusammengesetzt wer 
den, die weder im einzelnen noch in der Gesamt 
konfiguration den Anforderungen der Seeschif 
fahrt entsprechen. 
Die Prüfung und Bewertung von Benutzer 
oberflächen ist nicht Teil der Baumusterprüfung 
durch das BSH. Die Zulassung nautischer Anla 
gen, Geräte und Instrumente durch das BSH ent 
hält deshalb keine Aussage über die Schnittstelle 
Mensch-Gerät. 
Unabhängig davon hält es das BSH, insbe 
sondere im Hinblick auf die Ein-Mann-Brücke, für 
erforderlich, daß auch ergonomische Aspekte bei 
der Prüfung und Zulassung nautischer Anlagen, 
Geräte und Instrumente berücksichtigt werden. 
Die Anforderungen sollten von den Anwen 
dern, den nautischen Nutzern, aufgestellt wer 
den. Daraus sind von Ergonomen Bewertungskri-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.