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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1905.
bezw. Mitwinde Winde, bei denen der Winkel zwischen Kurs- und Windrichtung
0 bis 5, 6 bis 11 bezw. 12 bis 16 Strich beträgt.
Die Korrektionen für die Windstärkel) betragen im Durchschnitt 0,3 bis
0,4 Beaufortgrad und sind demnach zu klein, als daß sie bei der Größe der
übrigen Fehler berücksichtigt zu werden brauchten.
Als vorteilhaft erwies es sich, die Beobachtungen der Dampfer »Deutsch-
jand« und »Kronprinz Wilhelm« zu vereinigen, da für jeden einzelnen von
ihnen nur verhältnismäßig wenig Beobachtungen vorlagen. Die Berechtigung
zu dieser Zusammenwerfung liegt darin, daß in Raumgehalt, Bauart und Ge-
schwindigkeit nur geringe Unterschiede zwischen beiden Dampfern bestehen,
Die mittleren Geschwindigkeitswerte der Dampfer für alle Winde zeigen
die vorstehenden Tabellen Ia und Ib,
In den Tabellen Ia und Ib gibt die erste Spalte an, wieviel Beob-
achtungen von dem darüberstehenden Dampfer bei jedem Winde gemacht sind,
die zweite, die durchschnittliche Geschwindigkeit des Dampfers bei dem be-
treffenden Winde. Die Anzahl der Beobachtungen ist gegeben, um die Zu-
verlässigkeit der durchschnittlichen Geschwindigkeit in jedem einzelnen Fall
zu zeigen, indem bekanntlich jeder Beobachtungswert als um so genauer an-
zunehmen ist, aus je mehr Beobachtungen er gewonnen wurde,
Wegen der zahlreichen Zufälligkeiten, die auf die Geschwindigkeit
eines Dampfers von Einfluß sind, haben sich indessen auch diese Werte noch
als verbesserungsbedürftig erwiesen. Zu diesem Zweck sind die in Tabelle I
gegebenen Werte graphisch dargestellt und ausgeglichen worden. Als Ordi-
nate ist die Geschwindigkeit des Dampfers in Seemeilen pro Wache, als Abseisse
die Geschwindigkeit des Windes in Metern pro Sekunde, als Einheit der
Ordinate die Seemeile, als die der Abscisse das Meter gewählt worden,
Nun ist aber in den Schiffsjournalen nicht die Geschwindigkeit des Windes
in Metern pro Sekunde, sondern in Graden der Beaufortskala gegeben, wo-
durch eine Umrechnung dieser Skala in Meter pro Sekunde erforderlich
wurde.?) Das Meter ist als Einheit der Ordinate gewählt worden, um für
Ordinate und Abseisse proportionale Werte zu haben, und weil die Kurve
bei dieser Einheit sich besser den Beobachtungswerten anschmiegt,
Bei ruhiger See konnten durch die graphische Darstellung zuverlässige
Werte der Dampfergeschwindigkeit für die Windstärken 0 bis 6 ermittelt
werden, bei hoher See für die Windstärken 5 bis 9, Bedauerlich ist hierbei
besonders, daß demnach für die Windstärken über 9 keine zuverlässigen
Werte erhalten werden konnten, was namentlich deshalb zu beklagen ist, weil
bei den höheren Windstärken der Einfluß des Windes besonders groß ist.
Für dieses Gebiet einigermaßen sichere Werte zu erhalten, muß einer weiteren
Bearbeitung vorbehalten bleiben.
Die aus dieser Darstellung bestimmten ausgeglichenen Werte der Fahrt-
änderung sind in den Tabellen IIa und Ib gegeben,
Das Zeichen + in der Tabelle IIa bedeutet, daß der Wind eine
Zunahme, das Zeichen —, daß er eine Abnahme der Geschwindigkeit verursacht
hat. Mit Ausnahme der in Tabelle IIb kursiv gedruckten sind die sämtlichen
unter Nr. 1 bis 6, 7a, 7b, 8a, 8b, 9a, 9b stehenden Werte unmittelbar der
graphischen Darstellung entnommen. In Tabelle IIb wurden die unter 8b bei
Gegenwind gegebenen Werte nach folgender Formel berechnet
(1) 8b = 8a +41 (7b — 7a + 9b—9a).
In dieser Formel bedeuten 7a, 7b usw. die für gleiche Windstärke unter
7a, 7b usw. gegebenen Werte, wobei die Windstärke von 5 bis 9 varliert.
Bei entsprechender Bedeutung der Zeichen wurden die bei Seitenwind unter
Siehe Anmerkung 8. 19.
2?) Über das Verhältnis beider zueinander siehe Köppen: „Neuere Bestimmungen über
das Verhältnis zwischen der Windgeschwindigkeit und Beauforts Stärkeskala«. Archiv der See-
warte, 1898.