Das Deutsche Hydrographische Institut im Jahre 1989
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1 Allgemeiner Bericht
Das Deutsche Hydrographische Institut im Jahre 1989
Das Deutsche Hydrographische Institut (DHI) in Hamburg, eine Bundesoberbe
hörde im Geschäftsbereich des Bundesministers für Verkehr, hat auch 1989 umfas
sende Aufgaben für die Seeschiffahrt und die Meeresumwelt wahrgenommen.
Dazu gehören Seevermessung und Herausgabe von Seekarten und nautischen
Veröffentlichungen, die hydrographischen Dienste wie der Gezeiten-, Windstau-
und Sturmflutwarndienst, die Zulassung nautischer Geräte für die Schiffahrt,
Forschungstätigkeiten für Seeschiffahrt und Fischerei und der Schutz der Meeres
umwelt.
Das DHI hat 1989 in Nord- und Ostsee für die Wracksuche und Seevermessung 158
bekannte Wracks und Unterwasserhindernisse überprüft, 48 neue geortet und
eine Fläche von 800 km 2 in der Nordsee systematisch nach Unterwasserhindernis-
sen abgesucht. Eine Strecke von 30 600 km wurde vermessen. Insgesamt haben
die DHI-Schiffe „Gauß“, „Komet“, „Atair“, „Süderoog“ und „Wega“ bei ihren vielfäl
tigen Aufgaben in der Vermessung, Forschung, Überwachung und Baumusterprü
fung 104 500 km zurückgelegt. Um die vom Deutschen Hydrographischen Institut
herausgegebenen 1000 Seekarten und 60 Seebücher auf dem laufenden zu halten,
wurden neben der wöchentlichen Aktualisierung durch die Nachrichten für See
fahrer zahlreiche Handbücher, sonstige nautische Veröffentlichungen und Seekar
ten überarbeitet oder neu herausgegeben.
Das DHI erhielt auch im Berichtsjahr von freiwilligen Mitarbeitern auf See viele
wichtige Beobachtungen, die zur Sicherheit der Schiffahrt in die nautischen Veröf
fentlichungen eingearbeitet wurden. Zwei Kapitäne und ein Funkoffizier wurden
am Weltschiffahrtstag für besondere Verdienste mit der Seewart-Medaille in
Bronze geehrt, 15 Kapitäne, nautische Offiziere und Funkoffiziere wurden mit
einer Buchprämie ausgezeichnet.
Das DHI beteiligte sich weiterhin am weltweiten Aufbau eines internationalen
Seekartenwerks. Für die Nordsee verabschiedeten hierzu die hydrographischen
Dienste der Anliegerstaaten auf einer vom DHI veranstalteten Konferenz ein ein
heitliches Kartenschema. Die internationalen Vorbereitungen zur Einführung
einer „elektronischen Seekarte“ wurden mit der Erarbeitung einheitlicher Stan
dards fortgesetzt.
Die Baumusterprüfung und -Zulassung führte zu einem wachsenden Aufwand, da
die nautischen Anlagen, Geräte und Instrumente mehr und mehr zu integrierten
Navigationsanlagen und Bahnführungssystemen zusammengeschlossen werden.
Um die einzelnen Komponenten im Hinblick auf ihre Einzelfunktion und ihr Zu
sammenwirken prüfen zu können, waren vermehrt Schiffseinsätze in weit ausein
anderliegenden Fahrtgebieten erforderlich.
19 Baumuster nautischer Anlagen, Geräte und Instrumente wurden zugelassen.
829 Kompasse wurden reguliert, 293 Peilfunkanlagen kompensiert. Vor der Ver
wendung an Bord wurden etwa 800 Anlagen, Geräte und Instrumente geprüft.
Auf 673 Schiffen wurden die Wirksamkeit und Betriebssicherheit von 5048 nauti
schen Anlagen, Geräten und Instrumenten überwacht und dabei auf 140 Schiffen
Verstöße gegen die Schiffssicherheitsverordnung festgestellt.