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Full text: Jahresbericht 1989

Meereskunde 
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Viele Küstenstationen übermitteln neben den meteorologischen Daten auch 
ozeanographische Informationen wie Wasseroberflächentemperatur, Strömung 
und Seegang. 
Eine weitere Quelle für ozeanographische Informationen sind Klartextmeldungen, 
die von den Diensten anderer Nationen zusammengestellt werden. Hierzu gehören 
vor allem Eisberichte, Wasseroberflächentemperaturen ausgewählter Stationen 
und auch Wasserstandswerte des britischen Sturmflutwarndienstes. 
Seit Einführung des numerischen Modells zur Vorhersage der Strömung und des 
Wasserstandes werden regelmäßig die Luftdruckanalysen sowie die 12-h-, 24-h- 
und 36-h-LuftdruCkvorhersagen für den Nordatlantischen Ozean und die Nordsee 
vom Deutschen Wetterdienst an das DHI übermittelt und sofort in das numerische 
Modell eingegeben. 
Der alte Prozeßrechner zur Akquisition und zum Transfer von ozeanographischen 
Echtzeit-Daten in den GRZ-Rechner wurde durch ein modernes, leistungsfähiges 
System ersetzt. Der neue Prozeßrechner - ein HP 9000, Serie 30 - ist redundant 
ausgelegt, um insbesondere der Forderung des Strahlenschutzvorsorge-Gesetzes 
nach einer großen Ausfallsicherheit zu entsprechen. 
2.2.4.5 Fernerkundung 
Nord- und Ostsee werden laufend von Erdbeobachtungssatelliten überflogen, die 
Informationen über die Meeresoberfläche Zur Erde senden. Die Verwendung von 
Satelliteninformationen für die Dienste und Aufgaben des DHI wurden in dem 
„Konzept zur Nutzung der Fernerkundung in Schiffahrt, Meeresumweltschutz 
und -forschung“ festgelegt. Ein Akquirierungs- und Verarbeitungs-System für Sa 
tellitendaten wurde beschafft. 
Eine Verarbeitungsanlage auf Basis eines UNIX-Rechners und eine Empfangsein 
heit für NOAA-Satelliten komplett mit anwenderfreundlicher Software wurden in 
kurzer Zeit betriebsfertig installiert. Für den Eisdienst konnten sofort Bilder gelie 
fert werden, auf denen die Festeisgrenze in der Bottenvik erkennbar ist (Abb. 25). 
Zur Wahrnehmung der Interessen des DHI wurde in Gremien des BMFT und der 
ESA (European Space Agency) mitgearbeitet. In der Data Policy Group der ESA 
wurde die zukünftige Preispolitik für europäische Satelütendaten behandelt. In 
der IGFE (Interessengemeinschaft Fernerkundung), dem Zusammenschluß von 
Bundesbehörden, die Fernerkundung betreiben, wurde mitgewirkt. 
Besondere Arbeiten: 
Zur Vorbereitung der zweiten Zusammenstellung der Schadstoffeinträge für die 
Ostsee (Second Baltic Pollution Load Compilation) verhandelten die beiden feder 
führenden Staaten (Lead Countries) die Bundesrepublik Deutschland, vertreten 
durch BMU und DHI, und die Sowjetunion im Auftrag der Ostseeschutzkommission 
über den Fortgang und die bilaterale Arbeitsaufteilung zu diesem Vorhaben.
	        
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