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44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1989
Die übrigen Sensoren für Temperatur, elektrische Leitfähigkeit (Salzgehalt), Strö
mung und Wasserstand waren hinsichtlich ihrer Standzeit nicht problematisch.
Über die Qualität der Wasserstands- und Strömungsmeßdaten konnten immer
noch keine endgültigen Aussagen getroffen werden. Aus personellen Gründen
konnte die hierfür notwendige spezielle Aufarbeitung der Meßreihen noch nicht
durchgeführt werden. Ferner fehlt es noch an ausreichenden Vergleichsdaten.
Ein alle Sensoren mehr oder weniger betreffendes Problem stellt der natürliche
Bewuchs dar, der saisonalen und regionalen Veränderlichkeiten unterliegt, aber
auch zusätzliche Schwankungen in der Stärke aufweist, deren Ursachen nicht
offensichtlich sind. Als einzige zufriedenstellende Abhilfe hat sich die mechanische
Reinigung herausgestellt. Im Berichtsjahr wurde versucht, den für erforderlich
gehaltenen zweimonatlichen Wartungsrhythmus aufzunehmen. Wegen der zusätz
lich notwendigen Beseitigung von Störungen und Durchführung der dringlichsten
Verbesserungen reichten die vorhandenen Personal- und Schiffskapazitäten je
doch nicht aus, dieses Ziel zu erreichen. Eine Verstärkung der Kapazitäten für
Meßnetzbelange ist daher unumgänglich.
2.2.4.3 Aufbereitung meeresphysikalischer Forschungsdaten
Allgemeine Arbeiten:
Es wurden folgende Datensätze routinemäßig aufbereitet und den Benutzern zur
Verfügung gestellt:
a) Zeitreihen
Strömungsmessungen 65
Hochseepegelmessungen 11
Trübungsmessungen 8
b) Profilmessungen
XBT-Profile 170
CTD-Profile 790
Vergleichswerte für CTD 113
Der seit Jahresbeginn zur Verfügung stehende Mehrzweckrechner der Abteilung
hat sich bewährt. Die Software zur Aufbereitung der Zeitseriendaten wurde erfolg
reich bis zum Herbst umgestellt. Durch neue interaktive graphische Methoden
konnte der Durchsatz bei der Aufbereitung erheblich gesteigert werden.
Mit der Umgestaltung der Software zur Aufbereitung von CTD-Daten auf dem
Mehrzweckrechner wurde begonnen.
Besondere Arbeiten:
Die redaktionellen Arbeiten zur Veröffentlichung der Ergebnisse über die Untersu
chungen der Entstehung und Ausbreitung von Tiefenwasser in der Grönlandsee
im „Hydrographischen Atlas der Grönland- und nördlichen Norwegischen See“
wurde abgeschlossen.
Die Ergebnisse der Untersuchung der hydrographischen Verhältnisse im westgrön
ländischen Fjord Kangerdlugssuaq anläßlich der internationalen Expedition EGIG
(Expédition Glaciologique au Groenland) im Jahre 1959 wurde abschließend bear
beitet. Dabei zeigte der Vergleich der DHI-Daten (1959) mit den Daten des kanadi
schen Badford Instituts (1986, 1987) aus dem Westgrönland vorgelagerten Seege
biet, daß die Wassermassen des Kangerdlugssuaq wesentlich durch die Verhält
nisse in der BaffLn Bay und regionale meteorologische Einflüsse geprägt werden.