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Full text: Jahresbericht 1989

Meereskunde 
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Die von den unterschiedlichen Strömungsmessern auf uneinheitlichen Daten 
trägern aufgezeichneten Zeitreihen müssen auf einen durch den Aufbereitungs- 
rechner für Forschungsschiffsdaten lesbaren Standard gebracht werden. Dazu 
wurden ein Tischrechner mit entsprechender Datenleseperipherie vorgeschaltet 
und die erforderlichen Software-Programme entwickelt. Diese Programme erlau 
ben auch eine Fehlererkennung und -Statistik sowie eine Datenrestaurierung. 
Meßnetz: 
Für den künftigen Betrieb und Ausbau des ozeanographischen Meßnetzes auf 
dem deutschen Festlandsockel wurde dem BMV ein Konzept zur Genehmigung 
vorgelegt, in dem die wissenschaftlich-technischen Notwendigkeiten sowie mittel 
fristig ab 1990 der Bedarf an Sachmitteln, Schiffskapazität und zusätzlichem 
Personal dargestellt werden. Die Meßnetzstationen auf dem Leuchtturm Kiel und 
der Großtonne Fehmarnbelt in der Ostsee sowie auf den unbemannten Feuerschif 
fen (UFS) Elbe und TW Ems in der Nordsee wurden routinemäßig weiterbetrieben. 
Die Sensorausstattung der Stationen auf den UFS wurde vervollständigt. 
Im April wurde eine weitere Meßnetzstation auf dem UFS Deutsche Bucht in 
Betrieb genommen. Die geplante Neuauslegung der Station Nordseeboje II sowie 
die Nachrüstung der auf der Forschungsplattform Nordsee betriebenen Station 
konnten, teils wegen technischer Probleme von Zulieferfirmen, teils wegen der 
bestehenden Personalengpässe, nicht durchgeführt werden. 
Die Betriebserfahrungen mit den UFS in der Deutschen Bucht haben gezeigt, daß 
Materialbeanspruchung und -ermüdung deutlich stärker sind als auf der NSB II 
unter gleichen regionalen Einsatzbedingungen und der Großtonne Fehmarnbelt 
unter Ostsee-Bedingungen. Die Ursache liegt in den relativ hohen Beschleuni 
gungsspitzen, denen die Meßketten aufgrund von Größe, Form und Verankerungs 
art der UFS und der überwiegend vorherrschenden Seegangsverhältnisse in der 
Nordsee ausgesetzt sind. 
Bei der NSB II verhindern ihre hervorragenden Stabilisierungseigenschaften das 
Auftreten hoher Beschleunigungswerte, bei der Großtonne Fehmarnbelt die 
wesentlich günstigeren Seegangsbedingungen ihrer Verankerungsposition. 
Eine Reihe von Maßnahmen wurden ergriffen, um die Standzeit der Meßketten 
auf den UFS zu verlängern. So wurde z. B. die allgemein in der ozeanographischen 
Verankerungstechnik eingeführte Verwendung von Preßhülsen zur Festsetzung 
der Endkauschen der Stahlträgerseile zugunsten der altbewährten, haltbareren 
Spleißtechnik aufgegeben. Ferner wurden die für die Bündelung der Sensorkabel 
in Kombination mit Nylon-Straps verwendeten speziellen Kunststoff-Montageele 
mente als nicht rutschsicher genug verworfen und beides durch Taklings aus 
Perlonleine ersetzt. So wurde die Längsstabilität der Meßkette erhöht und ihr 
wirksamer Außendurchmesser merklich herabgesetzt. Dies hat eine verminderte 
Wasserreibung bei erzwungenen Vertikalbewegungen zur Folge und verringert 
den Widerstand bei seitlicher Anströmung, Mit derselben Zielrichtung wurden in 
Zusammenarbeit mit den Herstellerfirmen die Sensorträger der Meßketten geän 
dert und die Gehäuse einiger Sensoren verkleinert. 
Die geschilderten Änderungen führten auch zur Erleichterung der Handhabung 
der Meßketten beim Ein- und Ausbringen. 
Erhebliche Standzeitprobleme bereiteten die Sauerstoffsensoren. Die befriedigen 
den Erprobungsergebnisse zurückliegender Jahre am Leuchtturm Kiel mit Stand 
zeiten von 3 bis 4 Monaten konnten in der Nordsee auf den UFS auch nicht 
annähernd erreicht werden. Die Ursachen konnten noch nicht ausreichend geklärt 
werden. Abhilfe durch technische Verbesserung ist dringend erforderlich, hier 
läge z.B. ein wichtiges Betätigungsfeld für einschlägige EUROMAR-Projekte.
	        
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