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44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1939
Die Abfallverbrenmmg wurde in den ersten 9 Monaten dieses Jahres noch fortge
führt. Die umfangreichen Bedingungen und Auflagen, mit denen die Erlaubnisse
versehen wurden, hatten gesteigerte Überwachungstätigkeiten zur Folge. Die zu
nehmenden Anforderungen an die Überprüfung der Einhaltung von Bedingungen
und Auflagen machten eine rechnergestützte Auswertung von Meldedaten erfor
derlich.
Die Zusammensetzung der 1989 eingebrachten und verbrannten Abfälle wurde
anhand von Analysen unabhängiger Sachverständiger überwacht. Vom DHI wur
den zur Kontrolle der Abfälle aus der Titandioxid-Herstellung Abfallstichproben
entnommen. Bei den Abfällen, die zur Verbrennung bestimmt waren, wurden bei
jeder Beladung des Transportschiffes von unabhängigen Sachverständigen Proben
zur Analyse entnommen.
Die Einbringungs- und Verbrennungsvorgänge wurden mit automatisch aufzeich
nenden Datenerfassungsgeräten überwacht. Alle zur Überwachung notwendigen
Daten wurden dabei auf einer der Besatzung nicht zugänglichen Magnetbandkas
sette gespeichert und im DHI rechnergestützt ausgewertet. An Bord der Einbrin
gungsschiffe und der „Vesta“ wurden mehrfach Kontrollen durchgeführt.
Tätigkeiten in den wissenschaftlich-technischen Arbeitsgruppen der Oslo-,
London- und Helsinki-Übereinkommen wurden fortgesetzt. Diese Arbeitsgruppen
haben die Aufgabe, die Kommissionen der Meeresschutz-Übereinkommen in wis
senschaftlich-technischen Fragen zu beraten.
In der Öffentlichkeit bestand wie in den Vorjahren ein großes Interesse an der
Abfallbeseitigung auf Hoher See, so daß viele Anfragen zu bearbeiten waren.
2.2.4 Meereskundliche Querschnittsaufgaben
2,2.4.1 Koordinierung der biologischen Überwachung,
allgemeine Abteilungsangelegenheiten
Das DHI hat auch 1989 die Einhaltung des biologischen Monitoring in Nord- und
Ostsee überwacht und an der konzeptionellen Weiterentwicklung des Monitoring
für das Bund/LInder-Meßprogramm und von Arbeitsgruppen der Oslo-, Paris
und Helsinki-Übereinkommen mitgearbeitet.
Das Institut für Meereskunde an der Universität Kiel führte weiterhin die biolo
gische Überwachung der Ostsee gemäß der zweiten Stufe des Baltic Monitoring
Programme aus und übergab dem DHI die gewonnenen Daten.
Das DHI war 1989 intensiv in die Arbeit der North Sea Task Force (NSTF) eingebun
den. Die Hauptaufgaben, die durch Ministerbeschluß auf der 2. Internationalen
Nördseeschutz-Konferenz festgelegt wurden, sind die Erarbeitung und Heraus
gabe des Quality Status Report (QSR) für die Nordsee in fünfjährlichem Abstand
und die Einleitung und Koordinierung internationaler Forschxmgs- und Überwa
chungsvorhaben zur Schließung von auf der 2. Internationalen Nordseeschutz-
Konferenz benannten Wissenslücken. Um diese Aufgaben zu bewältigen, hat die
NSTF einen Fünfjahresplan 1989-1993 beschlossen, der als North Sea Environ
ment Report No. 1: North Sea Task Force Five Year Plan 1989-1993 veröffentlicht
wurde. Der Plan hat fünf Elemente:
1 Erstellung eines QSR bis 1993
2 International koordiniertes Monitoring der Nordsee
3 International koordinierte Arbeiten an numerischen Modellen der Nordsee
4 Koordinierung von Forschungsvorhaben in der Nordsee
5 Besondere Vorhaben