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Volltext : Jahresbericht 1989

Meereskunde

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Für  Strafverfahren  wurden  1989  in  57  Fällen  Ölproben  verglichen  und  dabei
262  Proben  untersucht.  Die  Zahl  der  untersuchten  Fälle  befindet  sich  damit  auf
dem  gleichen  Niveau  wie  in  den  vergangenen  Jahren  (1987:  59;  1988:  49  Fälle).  In
etwa  der  Hälfte  der  Fälle  konnte  der  Verursacher  anhand  der  chemischen  Analyse
ermittelt  werden.  Von  herausragender  Bedeutung  war  dabei  die  Aufklärung  einer
starken  Ölverschmutzung  Anfang  Oktober,  die  weite  Bereiche  der  ostfriesischen
Inseln  betroffen  hatte.  Anhand  der  chemischen  Analyse  der  Ölproben  konnte
ausgeschlossen  werden,  daß  es  sich  dabei  um  Reste  des  Öls  handelte,  das  bei  dem
Tankerunfall  vom  September  1989  vor  der  englischen  Küste  ins  Meer  gelangt  war;
auch  konnte  kein  Hinweis  auf  Nordsee-Rohöl  gefunden  werden.  Mit  Hilfe  von  neu
entwickelten  Techniken  konnte  dagegen  nachgewiesen  werden,  daß  es  sich  mit
großer  Wahrscheinlichkeit  um  libysche  Rohöl-Rückstände  handelte.  Mit  Hilfe  des
im  DHI  entwickelten  Computermodells  zur  Berechnung  der  Drift  von  auf  dem
Meer  treibenden  Ölfilmen  konnten  Ort  und  Zeit  der  Einbringung  des  Öls  sehr
genau  festgestelit  werden.  Mit  diesen  Daten  gelang  es,  einen  Öltanker  zu  ermitteln, ­
  der  zu  der  fraglichen  Zeit  den  Einbringungsort  passierte  und  der  einige  Tage
vor  Auftreten  der  Ölverschmutzung  in  Wilhelmshaven  libysches  Rohöl  gelöscht
hatte.

2.2.3.5  Stoffeinträge  in  das  Meer
Im  Rahmen  des  Erlaubnisverfahrens  zur  Abfallbeseitigung  auf  Hoher  See  (2.4.1)
und  zur  Kontrolle  der  Einhaltung  der  in  den  Erlaubnissen  des  DHI  festgelegten
Auflagen  und  Bedingungen  wurden  wissenschaftlich-technische  Arbeiten  durchgeführt. ­
  Das  vorrangige  Ziel  war  es,  mögliche  Beeinträchtigungen  der  marinen
Umwelt  zu  verhindern  und  Stoflfrachten,  die  zu  einem  verhältnismäßig  kleinen
Anteil  auch  durch  die  Einbringung  und  Verbrennung  von  Abfällen  in  die  Nordsee
eingetragen  werden,  zu  verringern.
Mit  Erlaubnis  des  DHI  wurden  1989  folgende  Abfallmengen  auf  Hoher  See  beseitigt; ­

a)  Abfälle,  angefallen  bei  der  Herstellung  von  Titandioxid  („Dünnsäure“)  in  der
Bundesrepublik  Deutschland
149  966  Tonnen  im  Gebiet  Nr.  1
491  975  Tonnen  im  Gebiet  Nr.  2

b)  Verbrennung  von  flüssigen  Abfällen  im  Gebiet  Nr.  3
Bundesrepublik  Deutschland  19  373  Tonnen
Ausland  (Belgien)  647  Tonnen
Summe  20  020  Tonnen

Beseitigungsgebiete
Nr.  1:54°  20'N  07°35'00"E
54°  20'  N  07°  42'30"  E
54°  25'N  07°35'00"  E
54°  25'  N  07°  42'  30"  E

Nr.  2:  52°  27'  30"  N
52'  15'  00"  N
52°  08'  00"  N
52°16'00"N

03°  07'  30"  E
03°  45'  00"  E
03°35'00"  E
02°  59'  00"  E

Nr.  3:  Ein  kreisförmiges  Gebiet  mit  einem  Radius  von  15  Seemeilen  um  den  Mittelpunkt ­
  mit  den  Koordinaten  54°  17,5'  N  03°  45'  E.
            
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