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Full text: Jahresbericht 1989

Meereskunde 
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Für organische Stoffe ist das Sediment eine wichtige Zwischenstufe auf dem Weg 
zum endgültigen Abbau der Stoffe. Einige organische Stoffe lagern sich vorzugs 
weise an suspendiertem Material an und werden über die Schwebstoffe in das 
Sediment eingetragen. Unter aeroben Bedingungen erfolgt dann Metabolisierung; 
unter anoxischen Verhältnissen kommt der Abbau weitgehend zum Stillstand. Der 
Eintrag von Schadstoffen in das Sediment ist ein dynamischer Prozeß zwischen 
Ablagerung und Resuspendierung. In der Nordsee gibt es nur wenige Gebiete, in 
denen eine Akkumulation von Stoffen möglich ist. Die Gezeitenströme nehmen 
suspendiertes Material wieder auf und sorgen für weiteren Abbau unter oxischen 
Bedingungen. 
In der Ostsee fehlen die Gezeiten; die anhaltende Salzgehaltsschichtung führt zu 
anoxischen Zuständen in weiten Bereichen des Bodenwassers mit entsprechend 
vermindertem Abbau. 
Die Untersuchungen einer ersten Serie von Sedimenten aus Nord- und Ostsee 
konnten abgeschlossen werden. Danach sind die Sedimente der Ostsee generell 
höher belastet als die der Nordsee. Daneben gibt es aber auch Anzeichen unter 
schiedlicher spezifischer Kontamination. 
Ein Treffen zur Vorbereitung der 2. Periodischen Beurteilung des Zustands der 
Ostsee innerhalb des Helsinki-Übereinkommens fand in Tallin (UdSSR) statt. Es 
wurden erste Ergebnisse diskutiert, die weitere Vorgehensweise und die Zeitpläne 
festgelegt. 
Bei einer Tagung des Comité Arctique International in Oslo über den globalen 
Transport und die Akkumulierung von Chlorkohlenwasserstoffen in der Arktis 
wurden Untersuchungsergebnisse des DHI aus dieser Region vorgetragen und an 
einem Maßnahmenkatalog für den Schutz der Arktis gearbeitet, der im Mai 1990 
der Brundtland-Kommission vorgelegt werden wird. 
Die federführende Vertretung durch das DHI im gemeinsamen Bund/Länder-Meß- 
programm Nordseeküste wurde fortgesetzt. Das herausragende Thema des Jahres 
war der Abschlußbericht für die Daten aus 1986/87. 
Ziele einer gemeinsamen Sitzung der North Sea Task Force und der Joint Monitor 
ing Group in London waren, die Überwachungsprogramme der Nordseeanlieger 
aufeinander abzustimmen und durch Methoden der Qualitätssicherung von Daten 
miteinander vergleichbar zu machen. 
Eine Tagung beim Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) beschäftigte 
sich im Dezember ausschließlich mit der zeitlichen Veränderung der Meeresver 
schmutzung, Aus Daten des DHI konnte ein Beitrag über die Belastung mit organi 
schen Schadstoffen im Wasser von Nord- und Ostsee geliefert werden. Diese Daten 
belegen in der Deutschen Bucht eine Abnahme von HCB und a-HCH von 1980 bis 
heute. Für das ß-HCH (Lindan) ist eine Abnahme nicht erkennbar. Diese Aussage 
wird durch Eintragsdaten der Elbe gestützt. 
Chlorphenole: 
Auf einer vierwöchigen Reise mit FS „Valdivia“ vom 30. März bis zum 27. April 
wurde im ersten Fahrtabschnitt die westliche und die zentrale Ostsee beprobt, 
wobei neben zwei Arbeitsgruppen vom DHI auch Wissenschaftler aus der DDR, 
aus der UdSSR und aus Polen beteiligt waren. Der Fahrtverlauf des zweiten 
Fahrtabschnitts ging über das Kattegat und den Skagerrak, die Deutsche Bucht, 
die südliche Nordsee bis in den Englischen Kanal. 
Erste Ergebnisse von Untersuchungen im Wasserkörper auf Chlorphenole weisen 
die Flußmündungsgebiete von Oder, Elbe und Rhein als die am höchsten belaste 
ten marinen Regionen aus. Dieses deutet darauf hin, daß auch die Chlorphenole 
zu einem großen Teil über die Flüsse in den marinen Bereich gelangen.
	        
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