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Full text: Jahresbericht 1989

Meereskunde 
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Zu den bestehenden Überwachungsverpflichtungen gehört auch die Messung der 
suspendierten „Eisenoxidhydrate“ im Einbringungsgebiet für Dünnsäure. Da die 
Einbringung im Dezember 1989 eingestellt wurde, wird an dieser Stelle die zeit 
liche Entwicklung des Eisengehaltes der Schwebstoffe im Einbringungsgebiet ge 
zeigt (Abb. 16). Es handelt sich hierbei um das in kalter konzentrierter Salzsäure 
lösliche Eisen. Im Vergleich hierzu zeigt Abbildung 17 die seit 1980 jährlich einge- 
brachten Mengen an Eisen. Die obere Linie beinhaltet auch das im Grünsalz, 
dessen Einbringung bereits 1984 eingestellt wurde, enthaltene Eisen. Obwohl die 
Eintragsraten sehr stark zurückgegangen sind, hat der Eisengehalt der Schweb 
stoffe nicht abgenommen. Dieser Befund unterstreicht die Bedeutung von Sedi 
mentation und Resuspension. Würden die Schwebstoffe lediglich durch das Ein 
bringungsgebiet hindurchdriften, hätte der Eisengehalt bei abnehmender Ein 
tragsrate abnehmen müssen. Der ständige Wechsel von Sedimentation und Resus 
pension kann zu einer Akkumulation auch bei verringerten Einträgen führen, 
ln den Sedimenten des Einbringungsgebietes - genauer, in der Feinkornfraktion 
der Sedimente - werden kräftige Anreicherungen von Elementen wie Eisen, Vana 
dium, Arsen und auch Zink beobachtet. Abbildung 18 zeigt diesen Befund für das 
Zink. Dieser Darstellung liegen Analysen von Proben aus der gesamten Nordsee 
zugrunde. Das Feld 15.2 stellt das Einbringungsgebiet dar. Die Felder 14, 15, 15.1, 
15.3, 18 und 19 decken den übrigen Teil der Deutschen Bucht ab. Die in den 
Sedimenten der Deutschen Bucht und insbesondere im Einbringungsgebiet für 
Dünnsäure gemessenen Zinkgehalte müssen als sehr hoch bezeichnet werden. 
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhältnisse nach der nun eingestellten Einbrin 
gung entwickeln werden. 
Das sedimentchemische Laboratorium zog im Berichtsjahr aus dem Laborgebäude 
Alsterdorf in den Neubau Sülldorf um. Der Abbau der Laboreinrichtung in Alster 
dorf, der Wiederaufbau in Sülldorf und die Inbetriebnahme des Labors in Sülldorf 
nahmen mehr als ein halbes Jahr in Anspruch. Aus diesem Grunde wurden 1989 
weniger Proben als in den Vorjahren untersucht. 
2.2.3.4 Organische Schadstoffe 
Pestizide und Organohalogenverbindungen: 
Die Überwachung des Meerwassers in der Deutschen Bucht auf den Stationen des 
gemeinsamen Bund/Länder-Meßprogramms (BLMP) und im Rahmen der Ver 
pflichtungen des Joint Monitoring Programme (JMP) wurde fortgeführt. 
Die Untersuchungen werden durchgeführt, um 
- Gesundheitsgefahren für den Menschen und die Lebewesen im Meer abzuschät 
zen, 
- räumliche und zeitliche Veränderungen der Konzentration von Schadstoffen zu 
erfassen. 
Als Ergebnisse erhält man regionale Verteilungsstrukturen oder Zeitreihen an 
einem Ort. Daraus kann man erkennen: 
In der Nordsee gehört die Deutsche Bucht durch die Einträge von organischen und 
anorganischen Schadstoffen aus den großen Flüssen zu den stark kontaminierten 
Gebieten. 
Nach Anwendungsverboten für eine Reihe persistenter Stoffe ist deren Umwelt 
konzentration z.T. deutlich zurückgegangen (Abb. 19).
	        
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