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Full text: Jahresbericht 1989

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44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1989 
Das gemeinsam mit der Universität Hamburg durchgeführte Großprojekt „Zirkula 
tion und Schadstoffumsatz in der Nordsee, 2. Phase: Deutsche Bucht“ (ZISCH II) 
wurde Ende September abgeschlossen. Wichtigstes Ziel war die Untersuchung von 
Schadstoffen in der Wassersäule des Meeres und den darin enthaltenen Schweb 
stoffen, in Sedimenten und bodenbewohnenden Organismen. Ferner ging es um 
Nährstoffuntersuchungen, Planktonverteilungen, ökologische Zusammenhänge 
und die grundlegenden Parameter der physikalischen Ozeanographie. Das DHI 
hatte wiederum das Teilprojekt „Schwermetalle im Wasser“ übernommen. 
Die Teilnahme an einer kurzen Fahrt mit FS „Gauß“ in die Deutsche Bucht im Mai 
machte die sehr wichtige Interkalibration durch Vergleichsanalysen mit der engli 
schen Arbeitsgruppe auf FS „Challenger“ möglich, die für ein britisches Großpro 
jekt des National Environmental Research Council (NERC) arbeitet. 
Die Beteiligung an den Großprojekten OPTINOM und TUVAS des DHI erforderten 
arbeitsintensive Planungen, Absprachen und praktische Vorbereitungen. 
Das Scientific Committee for the Global Investigation of Pollution in the Marine 
Environment (GIPME) der Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC) 
führt einen „Open Ocean Baseline Survey for Trace Metals in the Atlantic“ durch. 
Es soll die Konzentration von schädlichen Schwermetallen in den wichtigsten 
Wasserkörpern und Oberflächen-Strömungssystemen des Atlantischen Ozeans be 
stimmt werden. Im Laufe der kommenden Jahre ist die Untersuchung von etwa 
10 Stationen zur Charakterisierung der Tiefenwassermassen vorgesehen. Von der 
IOC wurde eine internationale Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des DHI für logisti 
sche Planungsarbeiten eingerichtet. Zum gleichen Zweck fand vom 11. bis 13. Juli 
eine Sitzung dieser Arbeitsgruppe im Laboratorium Sülldorf unter Leitung des 
DHI statt. 
Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) führte eine Baseline Study of 
Trace Metals in Coastal and Shelf Sea Waters 1985 bis 1987 durch. Die Ergebnisse 
wurden den Kommissionen der Abkommen von Oslo und Paris und der North Sea 
Task Force vorgelegt. Zur Auswertung der Daten und zur Erstellung eines Ab 
schlußberichts wurde eine Ad hoc-Gruppe aus 5 Wissenschaftlern ernannt, wobei 
auch das DHI vertreten ist. 
Weiterhin wurde die Entwicklung analytischer Methoden zur Spurenbestimmung 
von Schwermetallen in Schwebstoffen, die mit der Filtration aus den Wasser 
proben abgetrennt werden, in Angriff genommen. Die Untersuchungen, die im 
Speziallaboratorium Sülldorf und auf Forschungsreisen durchgeführt werden, sol 
len eine Lücke in der Datengewinnung bei der Überwachung und in Forschungs 
projekten schließen. 
2.2.3.2 Radioaktivität des Meeres 
Allgemeines: 
Die Überwachung radioaktiver Substanzen wurde sowohl großräumig als auch im 
Küstenbereich von Nord- und Ostsee fortgesetzt. Ziel hierbei war es, die Verände 
rung der Kontamination des Meeres einerseits durch die europäischen Wiederauf 
arbeitungsanlagen in La Hague (Frankreich), Dounreay (Schottland) und Sellafield 
(England), andererseits durch den Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 in Nord- 
und Ostsee zu verfolgen. Die Überwachung bezog sich auf das Wasser, Schwebstoff 
und Sediment. Für die Untersuchung des Wassers dienten besonders die Nuklide 
Cs 134, Cs 137, Sr 90, Tritium, Pu 239/240, Pu 238 und Am 241 als Leitnuklide zur 
Verfolgung der verschiedenen Kontaminationen des Meerwassers. Schwebstoff 
und Sediment wurden überwiegend gamma-spektrometrisch analysiert.
	        
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