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Full text: Jahresbericht 1989

Meereskunde 
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Bei den Umweltgefahren für die Tiefsee kommt der Verdriftung von Trübungswol 
ken in verschiedenen Wassertiefen, wie sie speziell auch beim Tiefseebergbau 
erzeugt werden, besondere Bedeutung zu. Das DHI hat sich bereits vor einigen 
Jahren während NOAMP (North Atlantic Monitoring Programme) mit diesem 
Thema beschäftigt und wirkte wegen seiner dort gewonnenen Erfahrungen bei 
der Aufstellung des Konzeptes für die künftige Tiefseeumweltforschung bei den 
Vorbereitungsarbeiten mit. 
Verschiedenes: 
Wie in den Vorjahren wurden Auskünfte über den Meeresboden erteilt und Stel 
lungnahmen abgegeben. 
Die Überwachungsberichte über die Erdgasrohrleitung Ekofisk-Emden wurden 
ausgewertet. 
Bei verschiedenen Seekarten wurden die Eintragungen über die Bodenarten über 
prüft und gegebenenfalls berichtigt. 
Die Planung und Koordination der Umweltvorhaben OPTINOM (Optimierung des 
Nordsee-Monitorings) und TUVAS (Transport, Umsatz und Variabilität von Schad- 
und Nährstoffen in der Deutschen Bucht) wurde im Sachgebiet durchgeführt. 
2.2.3 Stoffliche Umweltfragen 
2.2.3.1 Chemie des Meerwassers 
Anfang Februar wurde die Trenduntersuchung der Nährstoffkonzentrationen für 
Phosphat, Stickstoffverbindungen und Silikat in der Deutschen Bucht fortgesetzt. 
Gegenüber den Messungen im Winter der Vorjahre ist weder eine Zunahme noch 
eine Abnahme feststellbar. 
Bei dieser Fahrt und auch im Juni und August wurden Überwachungsarbeiten an 
den im Bund/Länder-Meßprogramm für die Küstengewässer der Nordsee (BLMP) 
und im Joint Monitoring Programme (JMP) der Übereinkommen von Oslo und 
Paris vereinbarten Stationen vorgenommen. Kontrollmessungen des pH-Wertes 
und der Sauerstoffkonzentration im Einbringungsgebiet für Abwässer aus der 
Titandioxidproduktion ergaben keine Abweichung von den Normalwerten. 
Von Mai bis Oktober wurde der Sauerstoffgehalt mit Schiffen des DHI, der Bundes 
forschungsanstalt für Fischerei und der Biologischen Anstalt Helgoland regelmä 
ßig überwacht. Auch die Meßergebnisse von anderen deutschen und von däni 
schen Schiffen wurden an das DHI übermittelt. Trotz des sonnenreichen Sommer 
wetters traten im größten Teil der Deutschen Bucht keine besonders niedrigen 
Sauerstoffwerte auf, da stürmisches Wetter immer wieder für Wasserdurch 
mischung sorgte. 
Nur im tieferen Nordwestteil der Deutschen Bucht (etwa 110 km westlich und 
nordwestlich von Sylt) erfaßte die Durchmischung nicht die bodennahe Wasser 
schicht; hier wurden in der zweiten Augusthälfte Sauerstoffwerte zwischen 50 und 
35% der Sättigungskonzentration gemessen. In der zweiten Septemberhälfte und 
Anfang Oktober war der Sauerstoffgehalt an einigen Stellen der bodennahen 
Wasserschicht auf Werte um 20% Sättigung abgesunken, Erst die Sturmperiode in 
der zweiten Oktoberhälfte führte auch hier zur vertikalen Durchmischung, die 
Sauerstoffwerte lagen nun zwischen 93 und 98% Sättigung.
	        
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