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44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1989
Beiträge über Mißweisung und Störgebiete wurden für drei Seehandbücher gelie
fert. Für 274 Seekarten wurden 747 Mißweisungswerte berechnet und 220 Gebiete
unsicherer Mißweisung nachgewiesen.
Eine Isogonenkarte wurde hergestellt.
Behörden, Firmen, Flughafenbetriebe und Privatpersonen erhielten Auskünfte
über Mißweisung, andere Komponenten des Erdmagnetfeldes, deren jährliche
Änderungen, die Lage der Magnetpole und Normalfelder.
Erdmagnetische Messungen auf See:
Auf der 20. Fahrt des VWFS „Atair“ wurden vom 18. bis 29. August die systema
tischen magnetischen und akustischen Engvermessungen für die Wracksuche in
der Nordsee fortgesetzt. Es wurde ein Gebiet mit ca. 600 km 2 Fläche auf einem
dichten Profilnetz mit ca. 500 m Profilabstand abgesucht. Dabei wurden einige
gehäuft auftretende magnetische Störungen beobachtet, die vermutlich durch
Anhäufungen von eisenhaltigen Objekten am Meeresboden verursacht werden.
Eine auf ein Wrack hinweisende magnetische Störung wurde gefunden, konnte
aber wegen der schlechten Wetterverhältnisse mit dem Side-Scan-Sonar nicht
näher untersucht werden. Wie bei früheren Fahrten hat sich die magnetische
Meßmethode als zuverlässiges und wirksames Mittel bei der Ortung von Wracks,
Unterwasserobjekten und -hindemissen erwiesen, insbesondere dann, wenn das
Horizontallot wegen Seegangs oder anderer schlechter Bedingungen nicht erfolg
reich einzusetzen war.
Parallel zu den systematischen magnetischen Messungen mit dem Protonen-
Gradiometer wurde auf dieser Fahrt die Eignung eines Förstersonden-Differenz-
magnetometers für die Wracksuche untersucht. Da dieses Meßinstrument direkt
an Bord installiert und nicht wie das Protonen-Gradiometer in ausreichender
Entfernung hinter dem Schiff geschleppt wird, hat sich gezeigt, daß die Schwan
kungen des Schiffsmagnetfeldes durch Rollen, Stampfen und Gieren in der Feld
differenzmessung bis zu einem gewissen Grad kompensierbar sind. Da Roll- und
Stampfwinkel bisher auf „Atair“ nicht meßbar sind, konnten keine quantitativen
Angaben gemacht werden.
Es wurde damit begonnen, die umfangreiche Software für die Datenerfassung,
-bearbeitung und -auswertung auf das neue Betriebssystem (UNIX) des see
magnetischen Datenerfassungsrechners umzustellen.
Die Arbeiten am geophysikalischen Atlas der Umgebung Islands und des Nord
atlantiks konnten abgeschlossen werden. Alle Karten mit den kompilierten erd
magnetischen, gravimetrischen und bathymetrischen Daten aus diesem Gebiet
wurden mit den Begleittexten gedruckt.
2.2.2.4 Sedimentgeologie und Morphologie
Nordsee:
Die systematischen Profilvermessungen auf See mit einem Sedimentechographen
konnten so weit abgeschlossen werden, daß nur noch Wiederholungsaufnahmen
stark gestörter Profile und Zusatzmessungen in problematischen Gebieten erfor
derlich sind. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß ein Kompromiß zwischen
Meßaufwand und idealer Meßnetzdichte geschlossen werden mußte, wodurch
örtlich kleinere Strukturen nicht erfaßt wurden, was aber bei einer Übersichts
kartierung vertretbar ist.