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Full text: Jahresbericht 1989

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44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1989 
2.2.2.2 Eisdienst 
Im Winter 1988/89 gab es im ganzen norddeutschen Küstengebiet kein Eis. Nach 
der bis 1896/97 zurückreichenden Beobachtungsreihe kam ein derartiger Fall 
schon einmal vor, nämlich 1897/98. In den Meerbusen des Ostseeraumes lag die 
Vereisung im vergangenen Winter erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt. 
Vom 24. November 1988 bis zum 25. Mai 1989 wurden 125 gedruckte Eisberichte 
und 49 Eiskarten herausgegeben und 170 telefonische Auskünfte erteilt. Das See 
wetteramt erhielt für Bildfunksendungen 42 Eiskarten vom Neufundlandbank 
gebiet. 
Zahlreiche amerikanische und norwegische Eiskarten und Berichte von den arkti 
schen und antarktischen Gewässern wurden überarbeitet und via INMARSAT zur 
Beratung an deutsche Forschungsschiffe weitergegeben oder über Norddeich- 
Radio oder die Küstenfunkstelle Offenbach/Pinneberg abgesetzt. Die Forschungs 
schiffe „Polarstern“ und „Meteor“ erhielten außerdem aus Satellitenmessungen 
der Mikrowellenemission errechnete kanadische Eiskarten (Projekt „Remote Sen- 
sing of Sea Ice“ der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit). Wegen der guten 
Wiedergabe des darin dargestellten Eisbedeckungsgrades waren sie für die kurz 
fristige Einsatzplanung an Bord sehr nützlich. 
Der Austausch von Eismeldungen mit den von der Vereisung betroffenen Anlieger 
staaten der Nord- und Ostsee verlief reibungslos. Das Seewetteramt beriet in 
gewohnter Weise den Eisdienst meteorologisch. 
Mit der Übernahme der Eisbeobachtungen aus den Anfangsjahren des zweiten 
Weltkriegs in die Eisdatenbank ist die rückwirkende Bestandsaufnahme kodifizier 
ter Eisdaten abgeschlossen. Der Bestand umfaßt jetzt 50 Winter vom norddeut 
schen Küstengebiet (seit 1939/40), 33 Winter von der mecklenburgischen Küste 
(seit 1956/57) und 35 Winter von der polnischen Küste (seit 1954/55). 
Die für die Inbetriebnahme einer Graphikstation erforderlichen Entwicklungs 
arbeiten schritten zügig voran. Es wurde ein menügesteuertes Programmsystem 
entwickelt, mit dem Eiskarten für die Archivierung digitalisiert werden können. 
Die Eiskarteninhalte werden vorläufig noch durch Farbflächen (Eisbedeckungs 
grad) und Eissymbole (Eisdicke, Eisschollengröße, Preßeis) wiedergegeben. Ihre 
Reproduktion anhand von Schwarz-Weiß-Schraffuren ist angestrebt. In der Erwei 
terung des Programmsystems für die Digitalisierung der in realthne zu konstru 
ierenden Eiskarten wird gearbeitet. 
Der Schwerpunkt der Bearbeitung eisklimatologischer Daten aus der westlichen 
Ostsee lag in diesem Jahr bei der Überarbeitung der Eiskarten der 1960er Jahre. 
Die revidierten Eiskarten sind ein Teil des für die Archivierung zu bearbeitenden 
Eiskartenmaterials der vergangenen 30 Jahre, das die Grundlage für einen neuen 
Eisatlas abgeben soll. 
Die Auswertung der bei dem finnisch-schwedischen Experiment im Bottnischen 
Meerbusen 1988 gewonnenen Satelliten- und Schiffs-Eisdaten wurde in Zusam 
menarbeit mit kanadischen Kollegen weitgehend abgeschlossen. 
Für die Neuauflage des „Handbuch für Brücke und Kartenhaus“ wurde das Kapitel 
„Schiffahrt im Eis“ umgearbeitet. 
Reedereien, Makler, Versicherer und Industriebetriebe erhielten 13 Gutachten.
	        
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