Meereskunde
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2.2.1.4 Wasserstandsvorhersage- und Sturmßutwamdienst
Der Wasserstandsvorhersage- und Sturmilutwarndienst wurde wie bisher unter
Beteiligung mehrerer Wissenschaftler wahrgenommen und vom Seewetteramt
wetterkundlich beraten.
Der Norddeutsche Rundfunk, Radio Bremen, der Deutschlandfunk und Radio
Schleswig-Holstein verbreiteten regelmäßig die Vorhersage der Hochwasser
stände an der deutschen Nordseeküste, bei Emden, Bremen und Hamburg. Die
Radarzentralen Knock, Bremerhaven, Cuxhaven und der Schiffsmeldedienst in
Hamburg erhielten mindestens zweimal täglich Vorhersagen für die Hoch- und
Niedrigwasser auf ihren Revieren. Außerhalb der regulären Dienstzeit konnte die
jeweils ausgegebene Wasserstandsvorhersage über einen automatischen Anrufbe
antworter abgerufen werden.
Ein fester Empfängerkreis, dem 1989 276 Behörden und private Interessenten
angehörten, erhielt 2280 Warnungen. Über den Rundfunk und die Telefonansage
der Bundespost wurden 3 Sturmflutwamungen für die deutsche Nordseeküste
ausgegeben. Die deutsche Ostseeküste wurde zweimal vor Sturmfluten gewarnt.
Die Schiffahrt erhielt zwei Warnungen vor besonders niedrigen Wasserständen.
Seit Ende Mai werden unsere telegraphischen Warnungen über ein computer
gestütztes Telegrammdienstsystem der Bundespost verbreitet.
Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr und die Wetterämter
Bremen und Schleswig erhielten vereinbarungsgemäß Vorhersagen und Warnun
gen.
Mit den Sturmflutwarndienststellen der Niederlande und Dänemarks wurden Vor
hersagen und Beobachtungen ausgetauscht. Der britische Sturmßutwamdienst
übermittelte wie bisher Wasserstandsbeobachtungen von Orten der schottischen
und englischen Ostküste.
Amtliche und private Stellen erhielten mündliche und schriftliche Auskünfte. In
teressierte Gruppen und Praktikanten wurden über Aufgaben und Arbeitsweise
des Dienstes unterrichtet. Bei Ölunfällen und ähnlichen die Meeresverschmutzung
betreffenden besonderen Vorkommnissen wurden Meldungen weitergeleitet und
im Bedarfsfall erste Beratungen vorgenommen.
2.2.15 Seegang
Dauermessungen.'
Die Routinemessungen an der Forschungsplattform „Nordsee“, vor Amrum und
Sylt, wurden durch die Einrichtung von zwei weiteren Stationen nordwestlich von
Helgoland und vor Westerland, Sylt, ergänzt.
Die Messungen werden gegenwärtig für Seegangsklima- und Extremwertstatisti
ken ausgewertet. Die Ergebnisse sollen zunächst für die Jahre 1981 bis 1989 und
ab 1990 für das vorausgegangene Jahr fortlaufend in der Reihe „Meereskundliche
Beobachtungen und Ergebnisse“ veröffentlicht werden.
Mit den Meßergebnissen werden die in dem Seegangsvorhersagedienst eingesetz
ten numerischen Modelle verifiziert. Die Statistiken sollen u. a. als Berechnungs
grundlage für Schiffbau, Offshore-Technik und Küstenschutz dienen.
Einrichtung eines Seegangsvorhersagedienstes:
Die Arbeiten zur Errichtung der Seegangsmodelle für den Seegangsvorhersage
dienst verlaufen planmäßig. Das GKSS-Forschungszentrum Geesthacht hat im
Auftrag des DHI die Programmentwicklung und die Vorbereitungen zur Installa