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Full text: Jahresbericht 1989

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44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1989 
Spezielle Darstellungen betreffen die Auswertung von 35jährigen Meßreihen (1950 
bis 1984) der Oberflächenströmung (Abb. 4 und 5), der Temperatur und des 
Salzgehaltes beim ehemaligen Feuerschiff „Fehmarnbelt“. Die Ergebnisse sollen 
dazu dienen, die allgemeinen - noch lückenhaften - Kenntnisse über die Zirku 
lation und die damit verbundene Stoffausbreitung in diesem Seegebiet zu verbes 
sern. 
Die Planungsarbeiten für das internationale Meßprogramm SKAGEX (Skagerrak 
Experiment) sind 1989 weitgehend abgeschlossen worden. Das Meßprogramm 
sieht die Beteiligung von 19 Forschungsschiffen aus 10 Ostsee-Anrainerländern 
vor. Die Hauptmeßphase erstreckt sich von Mai bis Juli 1990. Die DHI-Schiffe 
„Gauß“ und „Atair“ werden u.a. mit Strömungsuntersuchungen an SKAGEX teil 
nehmen. Allgemeines Ziel des Programms ist eine ökologische synoptische Ge- 
samtaufhahme zur quantitativen Feststellung des Wassermassenaustauschs im 
Skagerrak. Insbesondere aber geht es uns auch um die Frage, inwieweit der 
Skagerrak, der allgemein als dynamisch bedingte Sinkstoff-Falle gilt, als Ablage 
rungsgebiet für Schadstoffe in Frage kommt, die mit dem Jütlandstrom aus der 
Deutschen Bucht dorthin gelangen. 
Nordatlantik: 
Mit einer Studie über den Stoff- und Impulsaustausch über dem Tiefseeboden ist 
ein mehrjähriger Forschungsauftrag (Nachfolgeuntersuchungen von NOAMP, 1983 
bis 1985) des BMFT abgeschlossen worden. Die Studie befaßt sich mit der Frage, 
wie sich Stoffe, die passiv mit der Tiefenströmung fortgetragen werden, über 
gebirgigem Meeresboden ausbreiten. Besonders eindrucksvoll sind in diesem Zu 
sammenhang die Messungen über die Ausbreitung freischwimmender Driftkörper 
in großen Ozeantiefen, die mit französischen Kollegen von IFREMER (Brest) durch 
geführt worden waren. Die Abbildungen zeigen Beispiele der Trajektorien über 
250 bis 350 Tage der 4 Drifter (Nr. 78, 79, 80, 81) in etwa 3500 m Tiefe (Abb. 6) 
und den Weg eines einzelnen Drifters über etwa 280 Tage in 900 bis 1000 m Tiefe, 
der in einem freien Ozeanwirbel eingefangen war (Abb. 7). 
Der BMU unterstützt beim DHI Strömungsmessungen für Untersuchungen zur 
Radioaktivitätsausbreitung im Nordatlantik. Für dieses Projekt sind in Zusammen 
arbeit mit der Bundesforschungsanstalt für Fischerei auf der 100. Fahrt mit 
„Walther Herwig“ Strömungsmesser östlich der Großen Meteorbank geborgen 
worden, die dort von April 1988 bis Juü 1989 verankert waren. Erste Auswertun 
gen der Strömungszeitreihen zeigen unmittelbar über dem Meeresboden, in ca. 
5100 m Tiefe, eine deutliche Zunahme der Strömungsturbulenz. In Verbindung mit 
dem gleichen Vorhaben sind in Zusammenarbeit mit dem Institut für Meereskunde 
(Akademie der Wissenschaften der DDR), Warnemünde, auf dem DDR-Forschungs- 
schiff „A. v. Humboldt“ im alten NEA-Versenkungsgebiet für schwachradioaktive 
Abfälle (bis 1974) Strömungsmesser für ein Jahr ausgelegt worden. Es wurden 
zwei historische Datensätze des DHI von 1973 und 1983 aus den marokkanischen 
Gewässern in bezug auf die allgemeine Zirkulation dieser Region ausgewertet. 
Pazifik: 
Auf die Bitte des BMFT hin beteiligte sich das DHI auf dem Forschungsschiff 
„Sonne“ an dem Tiefseevorhaben DISCOL (Disturbance and Re-Colonization Expe 
riment) mit Tiefseeströmungsmessungen im äquatorialen Südost-Pazifik. Hinter 
grund dieses vom Institut für Hydrologie und Fischereiwissenschaften (1HF) der 
Universität Hamburg geleiteten Experiments sind Fragen des Tiefseeumweltschut 
zes im Zusammenhang mit dem industriellen Abbau von Manganknollen. DISCOL 
hat die Aufgabe, die möglichen schädlichen Folgen des Tiefseebergbaus für die
	        
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