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44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1989
Darüberhinaus wurde zur Nutzung der vorhandenen digitalen See
zeicheninformationen beim Aufbau des digitalen Seekartendatenbestandes eine
Schnittstelle zum Digitalisiersystem CARIS geschaffen. Damit, können Daten (u.a.
Symbol, Position, Charakteristik von Leuchtfeuern) automatisiert übertragen wer
den. Die der schwimmenden Seezeichen wurden bereits in das CARIS eingebracht,
so daß sie ohne manuellen Digitalisieraufwand zur kartographischen Gestaltung
der beschreibenden Textinformation vorliegen.
Es wurde an einer Konzeption zum Aufbau eines Nautischen Informationssystems
(NAUTIS) gearbeitet; das umfaßt Maßnahmen, langfristig einen digitalen Daten
bestand der Seekarten und Nautischen Bücher beim DHI aufzubauen. Hierdurch
soll die Herstellung von Seekarten und Nautischen Büchern unterstützt und zusätz
lich zukünftige Anforderungen vom DHI wahrgenommen werden können (z. B. Elek
tronische Seekarte, Austausch digitaler Daten mit anderen Institutionen).
Das DHI beteiligte sich international an der Spezifikation der Anforderungen für
ECDIS (Electronic Chart Display Systems) und der Erarbeitung von Standards in
den entsprechenden Gremien der IHO (International Hydrographie Organization).
Dadurch können internationale Arbeitsergebnisse mit den nötigen Hintergrundin-
formationen schnell und direkt in die laufenden Planungs- und Enwicklungsarbei-
ten für das nautische Informationssystem einfließen. Darüberhinaus kann so das
deutsche ECDIS-Forschungsprojekt sowohl durch internationale Vertretung deut
scher Positionen als auch durch direkte Informationen über die absehbare interna
tionale Entwicklung wirkungsvoll gefördert werden.
In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Hamburg, Fachbereich Seefahrt,
Schiffsführungs- und Simulationsanlage (SUSAN), wurde, basierend auf einem Vor
schlag des „Commitee on Exchange of Digital Data“ (CEDD) der IHO, ein Objektklas
senkatalog entwickelt. In ihm wird eine objektstrukturierte Datenbasis für ein
nautisches Informationssystem beschrieben. Der Objektklassenkatalog enthält bis
her 175 Objektklassen mit 116 Attributklassen. Ein Vorabdruck wurde im Dezember
1989 an alle Hydrographischen Dienste, die Mitglieder des CEDD sind, verteilt.
Über seine internationale Gültigkeit soll im Januar 1990 entschieden werden.
Schwerpunkte der Mitarbeit in internationalen Gremien waren das CEDD und das
Committee on ECDIS (COE) der IHO, sowie die IMO/IHO Harmonization Group on
ECDIS. Durch Teilnahme an den Tagungen des CEDD in Seattle und am COE und
CEDD in Tokio gelang es, den o.a. Objektklassenkatalog in die internationale Diskus
sion einzubringen. Damit wurde eine bisher fehlende Grundlage für die Entwick
lung von Digitalisier- und Datenaustauschstandards geschaffen.
Für die Data Base Working Group des COE (DBWG) erfolgte die Zusammenstellung
eines Überblicks der gegenwärtigen Digitalisierkapazität der am Folgeprojekt
beteiligten Länder. Daneben ist das DHI innerhalb der DBWG für die Belange
hinsichtlich der zu verwendenden Formate und des Updating zuständig.
Darüberhinaus arbeitete das DHI in der Arbeitsgruppe „Symbols and Colours“
(SCWG) und der Working Group on Updating (Updating WG) intensiv mit. Es war
Gastgeber für Tagungen der DBWG, der SCWG, der Updating WG und der Harmoni
zation Group on ECDIS.
Bei einem Treffen der europäischen CARIS-Benutzer in Den Haag wurden Erfah
rungen und Ideen ausgetauscht. Es wurden Absprachen getroffen über Datenaus
tausch, Digitalisierregeln und internationale Symbologie. Es wurde über die Arbeit
am Objektklassenkatalog informiert und der Softwareanbieter Universal Systems
Ltd. wurde gebeten, Lösungswege zu erarbeiten, die Datenstruktur aus dem Objekt
klassenkatalog in CARIS zu integrieren.
Die Seekarte Nr. 7 wurde topologisch aufbereitet, um sie für den Datenaustausch
im DLG-Format auch flächenorientiert an andere Dienststellen abgeben zu können.
Für die vorgesehene Neubeschaffung einer graphischen Arbeitsstation zur Bearbei