Nautische Veröffentlichungen, Vermessung und Seekartenwerk
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Alle automatisch erfaßten Positionen und digitalisierten Tiefenwerte sind während
der Vermessungsperiode mit Hilfe der Datenverarbeitung aufbereitet und in 42 Tie
fenpunkteplänen dargestellt worden. Die Herstellung der Küstenkarten (1:25 000)
für das Kuratorium für Forschung im Küsteningenieurwesen (KFKI), Wiederho
lungsvermessung 1979 bis 1981, wurde abgeschlossen. Im Rahmen der synopti
schen Vermessung 1985 bis 1987 (KFKI) der Deutschen Bucht wurden die Daten
für Tiefenpunktepläne aus DHI-Vermessungen und Aufnahmen der im
Küstenbereich tätigen Ämter in Schleswig-Holstein und Niedersachsen kombiniert.
Für das Gebiet der Jade, Weser, Elbe wurden 25 Tiefenpunktepläne gezeichnet
und zur weiteren Auswertung an das WSA Bremerhaven gegeben. Für den Bereich
Nordfriesland waren dies 80 Tiefenpunktepläne, die den zuständigen Dienststellen
in Schleswig-Holsten zur Verfügung gestellt wurden. Das verwendete Datenmate
rial für diese Auswertung stammt im Bereich Jade, Weser, Elbe zu ca. 60% und
im Bereich Nordfriesland zu ca. 95% aus den Vermessungen des DHL
Mit dem Präzisionszeichentisch Aristomat 308 wurden hergesfeilt:
- Plots digitalisierter Datenbestände
- Tiefenzahlen- und Tiefenlinienpläne für die Arbeitskarten der Seevermessung
- Wrackpositionspläne aus der Wrackdatei
- Koordinatennetze und Kartenrahmen für Arbeits- und Seekarten
- Decca-Hyperbelnetze
- Tidenkurven und Planetenbahnen.
Die Hardware des 1987 beschafften Digitalisiersystems CAH1S wurde um einen
Massenspeicher mit 650 Megabyte Aufhahmekapazität erweitert. Die Betriebssy
steme für das Digitalisieren und Verwalten der Datenbestände wurden durch die
neueste Version aufgerüstet. Zusätzliche Softwarepakete zum Datenaustausch und
zur Optimierung der Betriebsabläufe wurden angeschafft und installiert Die Pro
beinstallierung eines CARIS-Moduls zur automatisierten Erstellung von Isolinien
aus singulär verteüten Meßpunkten wurde zum Ende des Jahres vorgenommen.
Zur Zeit wird getestet, ob das Programm auch geeignet ist, aus Tiefenpunktmengen
der Seevermessung Karten mit Tiefenlinien zu generieren.
Eines der Resultate des zwischen dem DHI und dem Französischen
Hydrographischen Dienst (EPSHOM) durchgeführten Personalaustausches sind
Versuche in der Nutzung eines Scannersystems zur Einsparung von
Digitalisierarbeiten. Mit dem bei EPSHOM vorhandenen Scanner von Siemens-Hell
sind Ausschnitte von zwei deutschen Seekarten gescannt und dort anschließend
von der Rasterdarstellung in eine Vektordarstellung umgewandelt worden. Diese
Daten wurden dann per Magnetband in das GRZ beim DHI eingespielt und nach
einigen Umwandlungen und Neuformatierungen in ein Editierfile des CARIS-Sy-
stems umgesetzt. Die Arbeiten zeigten, daß dieses Verfahren für die Ersterfassung
umfangreicher graphischer Datenbestände eine Arbeitserleichterung darstellt und
eine Genauigkeitssteigerung zu erwarten ist. Für die Zukunft sind weitere Erpro
bungen der Scannertechnik vorgesehen.
Für den für die Jahre 1990/1991 geplanten Neubau eines Vermessungsschiffes ist
das Fächerecholotsystem HYDROSWEEP (HYDROgraphic Multi-Beam SWEEPing
Survey Echosounder) von KRUPP ATLAS ELEKTRONIK vorgesehen. Für die Anpas
sung der Postprocessing-Software zur Verarbeitung der Meßdaten an die Anforde
rungen des DHI ist eine projektbegleitende Arbeitsgruppe eingesetzt worden, in
der das DHI mitarbeitet.
Entwicklung von DV-Verfahren für nautische Informationssysteme:
Das 1988 angefangene Pilotprojekt „Datenbank Leuchtfeuerverzeichnis“ wurde
abgeschlossen. Es besteht zur Zeit die Möglichkeit, über Menü und Maske den
Datenbestand des Lfv. IIIA (Nordsee) fortzuführen und über das Linotype-Photo-
satzsystem oder Matrixdrucker auszugeben.