102
44. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1989
Auslastung:
Die Graphiken zeigen Verfügbarkeit, Ausfall- und Wartungszeiten der zentralen
IT-Anlagen. Hierbei ist festzuhalten, daß die CYBER 180-840 in den Zeiten des
werktäglichen Vollastbetriebes (8 bis 16 Uhr) weiter überlastet ist. Dies äußert
sich in schlechtem Laufzeit- und Antwortzeitverhalten, das die Nutzung der Stan
dard-Grafiksoftware (z.B. DI3000, PICSURE und Kartenplotsystem) erheblich be
hindert. Während der Spitzenzeiten von 10-11 und 13-14 Uhr war ein geordneter
Betrieb nicht mehr möglich. Kritisch wirkte sich die völlig unzureichende Prozes
sorleistung und Zentralspeicherausstattung der CYBER 180-840 für die Modell-
Anwendungen aus. Mehrere parallel ablaufende Modellrechnungen behinderten
sich gegenseitig derart, daß Plattenkanäle blockiert werden und ihre Fertigstel
lung über Nacht nicht mehr gesichert ist. Hier wurden organisatorische Maßnah
men zur Abstellung der Betriebsbehinderung eingeführt, die zu stark verschlech
terten Arbeitsbedingungen, teilweise sogar Einstellung von Arbeiten, bei den Mo
dellentwicklungen führten.
2.4.5.3 Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum (DOD)
Das DOD deckte auch 1989 eine Vielzahl von Teilbereichen ab. Zu ihnen zählten
unter anderem
- Führen einer Datenbank von Informationen über durchgeführte Forschungs
fahrten deutscher Forschungsschiffe
- Datenspeicherung, nationaler und internationaler Datentausch
- Bearbeitung von Datenanfragen
- Einrichtung und Betrieb der Meeresumwelt-Datenbank (MUDAB)
- Erstellung von Produkten
- Sammlung und Archivierung der Magnetbänder der Navigationsanlage
von FS „METEOR“
Schwerpunkt der Arbeiten war die Weiterentwicklung der MUDAB. Gemeinsam
von DHI und UBA finanziert, wird diese externe UMPLIS- Faktendatenbank vom
DHI betrieben. Die Umstellung auf das Datenbanksystem IM/DM wurde fortgesetzt
und weitere Teilbereiche in die Produktion genommen. Zu den „klassischen“ For
schungsdaten kamen Monitoringdaten, auch biologische Datensätze, in zuneh
mendem Umfang hinzu.
Den Datenoriginatoren auf dem Sektor des biologischen Schadstoffmonitorings
wurde ein verbessertes APC-Erfassungssystem ausgeliefert. Dieses führt die Erfas
ser in einem flexiblen Dialogablauf angemessen durch eine im biologischen Be
reich oft komplexe Hierarchie. Die abgebenen Daten wurden nach Korrektur und
Formatumsetzung an die entsprechenden internationalen Gremien weitergeleitet.
Aus MUDAB wurden zunehmend Farbgraphiken für nationale und internationale
Nutzer angefertigt.
Die klassischen Aufgaben des DOD wurden fortgeführt. Leider nahm die „Abgabe
moral“ der Wissenschaftler auch 1989 weiter ab. So standen dringend erforderli
che Forschungsdaten aus deutschen Instituten der internationalen Gemeinschaft
der Meereskundler nicht zur Verfügung. Dies wurde, wie in den Vorjahren, auf
mehreren Veranstaltungen der IODE und des ICES bemängelt. Erfreulicherweise
wuchs der Rücklauf an Meldungen über durchgeführte Forschungsaktivitäten.
Dadurch kann das DOD bei Anfragen erheblich besser auf die entsprechenden
Originatoren verweisen.
Informationen zu den Reisen deutscher Forschungsschiffe wurden in der ROSCOP -
Datenbank von 111 Reisen neu erfaßt und an die Weltdatenzentren und den ICES