Das D.H.I, im Jahre 1955
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Der Gezeitendienst macht für wissenschaftliches Rechnen, seit 1941 Ge
hrauch von einem Satz Dochkartenmaschinen, der in den letzten Jahren für im
mer weitere Aufgaben des Instituts herangezogen wird, bei denen große Mengen
von Zahlen am Ausgang oder am Ende der sehr umfangreichen Rechnung stehen.
Rehen größeren Arbeiten, die mit einer grundlegenden Modernisierung der Ge
zeitenanalyse und -Vorausberechnung Zusammenhängen, sind an jährlich wieder
kehrenden Arbeiten zu nennen die Interpolation der stündlichen Sonnen-, Pla
neten- und Widderpunktsephemeriden für das Hautische Jahrbuch, die Berechnung
von Eixsternephemeriden für das im Bau befindliche Zenitfernrohr des Zeitdj.en-
stes und die Statistik des monatlichen Schiffs- und Güterverkehrs der Seehä
fen des Bundesgebiets. letztere dient dem Bundesverkehrsministerium als Ar
beitsunterlage und dem Statistischen Bundesamt als Ausgangsmaterial für die
deutsche Seeverkehrsstatistik. Weiter in Aussicht genommen ist die Bearbei
tung meereskundlicher, später auch erdmagnetischer Beobachtungen.
Das Erscheinen des Hautischen Jahrbuchs und der Gezeitentafeln konnte,
Wünschen der Schiffahrt entsprechend, um einige Monate vorverlegt werden.
Das Jahrbuch 1956 wurde im Mai, die Gezeitentafeln, Band I und II, im August .
1955 ausgeliefert. Band II der Gezeitentafein enthält außer den bisherigen
Angaben für den Atlantischen Ozean erstmalig wieder solche für den westlichen
Indischen Ozean. Weitere Seegebiete sollen je nach Bedarf einbezogen werden,
lafeln für die ganze Erde herauszubringen, die mehrere Bände umfassen müßten,
übersteigt die gegenwärtigen Möglichkeiten. Eür die einbezogenen Gebiete wird
dagegen eine möglichst reichhaltige Information, insbesondere auch an ausführ
lichen Vorausberechnungen geboten, damit die Tafeln den heutigen Ansprüchen
an Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit genügen.
Der Gezeitenstrom-Atlas für die Hordsee, dessen Fertigstellung- durch neu
es Material verzögert wurde, wird gegen Ende des Haushaltsjahres erscheinen.
' , Im Benehmen mit den interessierten Kreisen der Schiffahrt, Luftfahrt und
Industrie sind die Bemühungen "zu nennen, einheitliche deutsche Eachausdrücke
für die englischen und amerikanischen Begriffe aus dem Gebiete der Eunknavi-
gation festzulegen. Diese Bemühungen sind noch nicht abgeschlossen.
Die 1954 begonnene Verlegung des gesamten Zeitdienstes in den Heubau der
Bundesverkehrsbehörden wurde Anfang 1955 mit dei* ReuaufStellung und Wiederin-
betriebnahme der wichtigsten Geräte beendet.
An den Zeitsignal-Aussendungen des Instituts änderte sich 1955 nichts.
Die Aufnahmen internationaler Zeitsignale wurden vermehrt. Die bisher vorge-
nommene Steuerung der Bundesbahnuhren wurde am 1.10.1955 auf die Uhren der
Hamburger Hochbahn ausgedehnt.
Mitte des Jahres konnten die Konstruktions- und Bauarbeiten am photo
graphischen Zenitfernrohr in größerem tfmfange "wieder aufgenommen werden.
Eür die gemeinsam mit -der Bundespost und der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt geplante nächtliche BauerausSendung von Sekunden-Zeitsignalen
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