accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1988

88 
43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988 
In der scheinbar problemlosen Bedienung, gekoppelt mit dem Verzicht auf Seekar 
ten mit Decca-Hyperbelnetzen, liegen Gefahren in der Nutzung dieser Anlagen. 
Voraussetzung für ihre sichere Handhabung ist eine gründliche Kenntnis des 
Decca-Verfahrens. 
Zwei Beispiele sollen dieses verdeutlichen: Die neuen automatischen Decca-Navi- 
gationsanlagen können sich die für das jeweilige Fahrtgebiet günstigsten Decca- 
Ketten, in einigen Fällen sogar die günstigsten Hyperhelscharen verschiedener 
Ketten, selbständig heraussuchen. 
WeU die geometrische Anordnung der Decca-Ketten sehr unterschiedlich ist, gibt 
es an ihren Bedeckungsgrenzen Bereiche der Überschneidung von mehreren Ket 
ten mit unterschiedlicher Qualität der Standortbestimmung. 
Hier kann es im automatischen Suchlauf der Kettenflndung zu mehreren Sprüngen 
bei der Standortanzeige kommen. Damit stößt man an eine Grenze bei der automa 
tischen Kettenfindung. In einer derartigen Kettenkonstellation ist es daher immer 
ratsam, den Kettenwechsel manuell durchzuführen. Dies ist aber nur dann eindeu 
tig möglich, wenn dem Benutzer eine Decca-Seekarte zur Verfügung steht. 
Eine weitere Schwierigkeit kann sich bei einer Kettenkonfiguration ergeben, bei 
der einerseits ein automatischer Kettenwechsel erfolgen muß, andererseits jedoch 
eine der beteiligten Hyperbelscharen ihre größte Autspreizung aufweist (im Gebiet 
der Verlängerung der Verbindungslinie zwischen dem Haupt- und Nebensender 
über den Nebensender hinaus, Baseline Extension). 
Die automatischen Anlagen müssen von ihren Suchkriterien her erst erkennen, 
daß ein Senderkombinationswechsel erforderlich ist, um sicher durch die Baseline 
Extension zu kommen. Dieser Wechsel muß zu einer zwangsläufigen Verschlechte 
rung der Standortgenauigkeit führen. Nach dem Durchfahren der Baseline Exten 
sion soll dann die Anlage wiederum automatisch die bessere Senderkombination 
finden. Daran anschließend muß die Anlage den Kettenwechsel vollziehen. Eine 
automatische Decca-Navigationsanlage hat also in solchen Situationen eine Fülle 
hochkomplizierter mathematischer Aufgaben zu erfüllen. 
Dazu kommen noch Decca-spezifische Störungen wie z.B. Raumwelleneinflüsse 
während der Dämmerung und in der Nacht und Beeinträchtigungen durch Gewit 
ter oder Fremdstörer. 
Auch in diesem Fall würde ein Umschalten vom automatischen Kettenwechsel zur 
manuellen Bedienung der Anlage die Sicherheit der Navigation erhöhen. 
Für den Benutzer ist es also unumgänglich, sich eine genaue Kenntnis über das 
Decca-Navigationssystem zu erhalten oder anzueignen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.