Meereskunde
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2.2.4.5 Fernerkundung
Die Oberfläche von Land und Meer wird laufend von Satellitensensoren abgetastet.
Sie ergeben einen Überblick über die Meeresoberfläche, wie er mit keinem anderen
Meßsystem erhalten werden kann. Flächendeckende und synoptische Übersichten
von Variablen der Meeresoberfläche können aus den Informationen der Fernerkun
dung gewonnen werden. Stand der Technik ist die Herstellung von Produkten für
die Ozeanographie und Hydrographie aus Femerkundungsinformationen. Zur Ver
besserung der Aufgabenerfüllung des DH1 sollen Daten und Verfahren der Ferner
kundung vermehrt eingesetzt werden.
Zum Jahreswechsel 1988/89 wurde das „Konzept zur Anwendung der Fernerkun
dung in Seeschiffahrt, Meeresumweltschutz und -forschung“ des DH1 vorgelegt. In
dem Konzept werden die Beziehungen zwischen Fernerkundung und den Tätigkei
ten des DHI in Vergangenheit und Zukunft dargestellt. Eine Übersicht über die
Nutzbarkeit von Satelliteninformationen für die Dienste und Forschungen des DHI
wird gegeben. Die Entwicklungsmöglichkeiten für die zukünftige Nutzung sind
dargestellt. Das Konzept soll als Grundlage für umfangreiche Investitionen zur
Nutzung der Fernerkundung im DHI dienen.
Zur Wahrnehmung der Interessen des DHI konnte in Gremien des BMFT und der
ESA (European Space Agency) mitgearbeitet werden. Die Kontakte zu anderen
Bundesinstitutionen, die Fernerkundung verwenden, wurde intensiviert. Mit dem
Deutschen Wetterdienst wurde das Konzept Fernerkundung des DHI abgestimmt.
Die Erkennung der Algenblüte im Juni aus Aufnahmen der NOAA-Wettersatelliten
wurde angeregt; die DFVLR hat vom 12. Juni ein Übersichtsbild der Nordsee, auf
dem großflächige Oberflächenausbreitungen erkennbar sind, erstellt. Daten von
Satelliten wurden auf CCT (Computer Compatible Tapes) von dem Deutschen Fern
erkundungs-Datenzentrum (DFD) der DFVLR gekauft. Die Datenbearbeitung der
Satellitendaten wurde damit begonnen.