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Full text: Jahresbericht 1988

Meereskunde 
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Für das IGOSS „Ship of Opportunity“-Programm konnte dank der Unterstützung 
durch die HAPAG LLOYD AG im Mai mit XBT-Messungen auf der Nordatlantik-Rou 
te begonnen werden. Auf der Brücke des Containerschiffes „Köln Atlantic“ wurde 
dazu eine halbautomatische SEAS-Anlage (Shipboard Environmental Data Acquisi- 
tion System) bestehend aus einer XBT-Meßeinheit, Rechner und Satellitensender 
installiert. Während der Überfahrt können so von der Brückenwache Messungen 
des Wassertemperaturprofils bis zu 800 m Wassertiefe durchgeführt, automatisch 
verschlüsselt und in quasi real-time über METEOSATBBOSAT an das DHI gesendet 
und dort anschließend in das GTS-Netz gegeben werden. Die auf Kassette gespei 
cherten Originaldaten werden nach der Reise aufbereitet und analysiert. Bis zum 
Jahresende wurden auf den in der Abb. 24 dargestellten Positionen Messungen des 
Temperaturprofils von den Handelsschiffen gemacht, die vom DHI in seinem „Ship 
of opportunity“-Programm betreut wurden. Die Abb. 25 zeigt einen Vertikalschnitt 
der thermischen Struktur des Nordatlantischen Ozeans zwischen dem Kanal und 
den Grand Banks, wie er von dem Handelsschiff „Köln Atlantic“ gemessen wurde. 
Durch die eingesetzte SEAS-Anlage wurde es außerdem möglich, Wetterbeobach 
tungen jetzt auch außerhalb der wachfreien Zeiten des Bordfunkers an den Deut 
schen Wetterdienst ohne Zeitverzug zu übermitteln. 
Für IGOSS werden Temperatur- und Salzgehalts-Profildaten über das GTS interna 
tional ausgetauscht. Diese Daten (weltweit etwa 40 000 Messungen pro Jahr) wer 
den über das AFSV automatisch an das DHI weitergegeben. Abb. 26 zeigt die ge 
ographische Verteilung aller im DHI während des ersten Halbjahres 1988 gesam 
melten IGOSS-Daten, Abb. 27 die für das zweite Halbjahr 1988. 
Meteorologische Standardbeobachtungen - sie enthalten neben den meteorologi 
schen Variablen auch Informationen über die Wasseroberflächentemperatur und 
über den Seegang - werden vom „Voluntary Observing Programme“ der WMO und 
über das GTS international ausgetauscht. Daten aus der Nordsee werden für die 
wöchentliche Oberflächentemperaturkarte der Nordsee gesammelt. 
Ebenso wie die meteorologischen Standardbeobachtungen werden auch Meßdaten 
eines großen Teils der driftenden Bojen über das GTS ausgetauscht. Soweit diese 
Daten für Wissenschaftler oder Dienste des DHI von Bedeutung sind, werden auch 
diese gesammelt. 
Viele Küstenstationen übermitteln neben den meteorologischen Daten auch 
ozeanographische Informationen wie Wasseroberflächentemperatur, Strömung 
und Seegang. 
Eine weitere Quelle für ozeanographische Informationen sind Klartextmeldungen, 
die von den Diensten anderer Nationen zusammengestellt wurden. Hierzu gehören 
vor allem Eisberichte, Wasseroberflächentemperaturen ausgewählter Stationen 
und auch Wasserstandswerte des britischen Sturmflutwamdienstes. 
Seit Einführung des numerischen Modells zur Vorhersage von Sturmfluten werden 
regelmäßig die Luftdruckanalysen, die 12-h-, 24-h- und 36-h-Luftdruckvorhersa- 
gen für den Nordatlantischen Ozean und die Nordsee vom Deutschen Wetterdienst 
übermittelt und sofort in das numerische Modell eingegeben. 
Es wurde damit begonnen, den alten Prozeßrechner zur Akquisition und zum 
Transfer von ozeanographischen Echtzeit-Daten in den GRZ-Rechner durch ein 
modernes, leistungsfähigeres System zu ersetzen. Der neue Prozeßrechner - ein 
HP 9000, Serie 300 - ist redundant ausgelegt, um insbesondere der Forderung des 
Strahlenschutzvorsorge-Gesetzes nach einer großen Ausfallsicherheit zu entspre 
chen.
	        
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