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Full text: Jahresbericht 1988

Meereskunde 
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2.2.3.4 Organische Schadstoffe 
Pestizide und Lösungsmittel: 
Auf einer Reise mit FS „Gauß“ vom 11. 1.-7. 2. wurde auf einem Stationsnetz um 
die Britischen Inseln die Verteilung von Organohalogenverbindungen, Erdölkohlen 
wasserstoffen und Radionuküden in Wasser, Schwebstoff und Sediment untersucht. 
Ein Schwerpunkt der Untersuchungen waren die Mündungsgebiete von Elbe, 
Rhein, Themse und Mersey. Analysiert wurden 42 umweltrelevante Stoffe, wie Pesti 
zide aus Chlorkohlenwasserstoffen und Phosphorsäureestem, PCBs und Phthalsäu 
reester. Dabei war die Konzentration vor Rhein und Elbe gut erkennbar, vor Them 
se und Mersey aber nicht mehr auffällig. Weiter wurden das Auftreten und die Ver 
teilung ölabbauender Bakterien um die Förderplattformen und in unbelasteten 
Kontrollgebieten untersucht und begleitende Hydrographie betrieben. 
Die hydrographischen Untersuchungen zeigten die erwartete vertikale Homogeni 
tät hinsichtlich Temperatur und Salzgehalt. Die ersten mikrobiologischen Ergebnis 
se machen deutlich, daß das Potential ölabbauender Bakterien überall hoch und 
das Impfen von Ölverunreinigungen mit speziellen Bakterienstämmen deshalb oh 
ne Sinn ist. 
Zur Interkalibrierung wurden Sedimentproben mit einem Labor in Burnham on 
Crouch (UK) ausgetauscht. 
Trotz wetterbedingter Erschwernisse konnten die gesetzten Ziele zu etwa 90% er 
reicht werden, in Teilbereichen auch noch weit darüberhinaus. 
Die Ergebnisse über das Auftreten des Insektizids Lindan (y-HCH) sind in der 
Abb. 19 dargestellt. Der Vergleich mit entsprechenden Untersuchungen aus dem 
Jahr 1983 (Abb. 20) läßt einen Rückgang der Konzentrationen erkennen. 
Die Untersuchungen über das Vorkommen von chlorierten Lösungsmitteln wie 
Trichlorethen, Perchlorethen, Tetrachlorkohlenstoff u. a. ergaben in der Ostsee Wer 
te unterhalb der Bestimmungsgrenze im Bereich i.ig/1. 
Daneben wurden Wasserproben zur Schwermetallanalyse, zur Untersuchung von 
Radionukliden und Sediment- und Schwebstoffproben zur Untersuchung auf Orga 
nohalogenverbindungen gezogen. 
1988 wurde der Interkalibrationsversuch zur Bestimmung von Organohalogenver 
bindungen im Wasser der Ostsee fortgesetzt. Bei einer gemeinsamen Reise der be 
teiligten Labors aus Dänemark, Finnland und der DDR auf „Gauß“ vom 17. 5.-5. 6. 
wurden Probenentnahmeverfahren und Aufbereitungsmethoden verglichen. 
Die inzwischen vorliegenden Ergebnisse zeigen, daß etwa 3/4 der Proben des Inter 
kalibrierexperimentes bei einer realistischen Fehlerbreite von 30% befriedigend 
übereinstimmt. Bei einem Treffen der beteiligten Wissenschaftler im November in 
Rostock wurden Zwischenberichte für die Gremien der Helsinki-Kommission erar 
beitet und ein weiteres Experiment für 1990 vorgeschlagen, um noch offene Fragen 
zu klären. 
Bei einer Reise mit VFS „Atair“ in die Deutsche Bucht vom 1.-7. 8. wurden, unter 
besonderer Berücksichtigung der Flußmündungen, Untersuchungen zur Verteilung 
von Chlorphenolen durchgeführt. 
Erdöl-Kohlenwasserstoffe: 
Neben der routinemäßigen Überwachung der Deutschen Bucht und der westlichen 
Ostsee fanden im Januar Anschlußmessungen in der südlichen Nordsee, im Nord 
ost-Atlantik und in der Irischen See, im August/September in der mittleren und 
nördlichen Nordsee und im Skagerrak/Kattegat statt.
	        
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