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Full text: Jahresbericht 1988

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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988 
Radioaktivität im Schwebstoff und Sediment: 
Auf mehreren Reisen mit FS „Gauß“ wurden aus der Nordsee, aus der Irischen See 
und aus dem Skagerrak Schwebstoffproben mit der an Bord befindlichen Durch 
flußzentrifuge entnommen und gammaspektroskopisch auf natürliche und künstli 
che Radionuklide untersucht. Die höchsten spezifischen Aktivitäten an künstlichen 
Radionukliden in den Schwebstoffen und Sedimenten konnten dabei in der Irischen 
See ermittelt werden. In einem Sedimentkem der Irischen See in der Nähe der Wie 
deraufarbeitungsanlage Sellafield wurde die höchste spezifische Aktivität mit 1310 
Bq/kg für Csl37 in einer Tiefe von 26-31 cm gemessen. An der Oberfläche betrug 
der Wert nur 465 Bq/kg. 
In den Schwebstoffproben konnte die höchste spezifische Aktivität im Nordkanal 
zwischen Nordirland und Schottland mit 474 Bq/kg für Cs 137 bestimmt werden. 
Auffällig war in dieser Probe auch die Am241-Konzentration mit 285 Bq/kg. Mit zu 
nehmendem Abstand zur Quelle nehmen diese Konzentrationen jedoch ab, so daß 
westlich des Pentland Firth kein Am241 gammaspektrometrisch mehr nachweisbar 
war. Die spezifische Aktivität von Csl37 erreichte in dieser Probe noch 115 Bq/kg. 
In den Sedimenten der deutschen Ostseeküste finden sich höhere spezifische Akti 
vitäten als in den Sedimenten der Nordsee. Dies liegt einerseits an der kleineren 
Korngrößenverteilung der Sedimente, andererseits auch an der höheren Deposi 
tion radioaktiver Teilchen durch „Tschernobyl“. 
Für die Fragen des Verbleibs der eingetragenen Schadstoffe in das Sediment sind 
die Messungen an Schwebstoff und Sediment in der Zukunft gerade auch im Hin 
blick auf andere Schadstoffe im Meer von besonderer Bedeutung, zumal das Sedi 
ment im Meer für die Nahrungskette ein wesentliches Glied darstellt. 
Radiologisches Meßnetz: 
Das Radioaktivitätsmeßnetz wird für das neuzuschaffende „Integrierte Meß- und 
Informationssystem“ des Bundes automatisiert und den Bedingungen des Informa 
tionssystems IT-mäßig angepaßt. Das bisher auf der Hohen See betriebene Meß 
netz mit den fünf ortsfesten Stationen und drei fahrenden Stationen auf Schiffen 
des DHI wird entsprechend dem Strahlenschutzvorsorgegesetz um vier Küsten 
stationen erweitert. Die Arbeiten zum Umbau wurden fortgesetzt. 
Verschiedenes: 
Die Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien wurde fortgesetzt. In Aus 
schüssen der OECD/NEA wurden Sicherheitsfragen zur Versenkung verpackter ra 
dioaktiver Abfälle durch andere Nationen in der Tiefsee und Fragen einer ständigen 
Überwachung dieser Seegebiete behandelt. Ferner beteiligte sich das DHI für die 
Bundesrepublik Deutschland federführend an der „HELCOM Group of Experts on 
Monitoring of Radioactive Substances in the Baltic Sea“ (MORS). 
In dieser Gruppe wird das Monitoring auf radioaktive Substanzen in der Ostsee 
koordiniert. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in einer gemeinsamen Da 
tenbank zusammengefaßt. Die Gruppe konnte die Auswirkungen der Tschernobyl- 
kontamination auf das Ostseemeeresgebiet detailliert erfassen und wird sie in ei 
ner gemeinsamen HELCOM Publikation bewerten.
	        
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