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Full text: Jahresbericht 1988

Meereskunde 
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Küstengewässer: 
Auf den Feuerschiffen „Borkumriff“ und „Elbe 1“ wurden weiterhin monatlich Was 
serproben entnommen und auf ihren Gehalt an Cs 137 und Sr90 untersucht. 
Im Wasser der südlichen Nordsee konnten 1988 nur noch geringe Spuren des Reak 
torunfalles von Tschernobyl nachgewiesen werden. Die Konzentration des typi 
schen Nuklides Csl34 lag hier in der Größenordnung von 2 mBq/1, während Csl37 
bei Borkumriff zwischen 8,6 und 13,6 und bei UFS „Elbe“ zwischen 9,3 und 16,6 
schwankte. Die Aktivitätskonzentration für Sr90 lag bei beiden Stationen zwischen 
8 und 36 mBq/1. 
Als Beispiel für die spezifische Aktivität künstlicher Radionuklide im Sediment an 
der Station im Schlickfallgebiet bei Helgoland seien die Daten aufgeführt. Beide 
Quellen, Tschernobyl und die Wiederaufbereitungsanlage La Hague machen sich 
hier bemerkbar. 
Spezifische Aktivität eines Sedimentkernes in Bq/kg (Trockenmasse) am 5. 7. 88 
(Position: 54° 04' N 008° 06' E, Wassertiefe: 22 m) 
Schicht (cm) 
Csl37 
Csl34 
Ru 106 
Co 60 
Sbl25 
0- 2 
12,4 
1,6 
21,1 
2,9 
6,2 
2- 4 
21,3 
2,8 
33,4 
4,0 
8,2 
4- 6 
16,8 
2,7 
23,0 
3,4 
6,6 
6- 9 
7,7 
0,8 
11,5 
1,7 
3,6 
9-12 
12,3 
1,1 
9,2 
1,8 
2,9 
12-15 
24,0 
1,8 
<11,3 
2,2 
5,7 
15-18 
22,6 
1,5 
< 6,3 
1,6 
2,9 
18-21 
19,0 
0,7 
< 5,4 
1,0 
2,6 
In der westlichen Ostsee wurde die Aktivitätskonzentration der Vorjahre noch nicht 
wieder erreicht. 1988 wurden für Csl37 Werte zwischen 68 und 112 mBq/1 und für 
Cs 134 zwischen 16 und 22 mBq/1 ermittelt. Infolge des Vordringens höher kontami 
nierter Wassermassen aus der nördlichen Ostsee liegen die Konzentrationen erwar 
tungsgemäß an den weiter östlich liegenden Stationen höher. In der Abbildung 13 
ist der zeitliche Verlauf der Aktivitätskonzentration von Cs 137 und Sr90 1988 an 
drei Positionen in der westlichen Ostsee dargestellt. 
Großräumige Untersuchungen: 
Zur Beurteilung der großräumigen Verteilung künstlicher Radionuklide und zur 
frühzeitigen Vorhersage einer möglichen Verfrachtung einer höheren Radioaktivi 
tätskonzentration in den deutschen Küstenbereich durch Meeresströmungen wur 
den in Nordsee, Irischer See, Kanal, Skagerrak, Kattegat, westlicher und mittlerer 
Ostsee Wasserproben entnommen. 
Die Fahrt mit FS „Valdivia“ in die Nordsee im November zeigte weiter einen abneh 
menden Trend der Aktivitätskonzentration von Csl37 in der mittleren Nordsee 
durch die geringeren Einleitungen der englischen Wederaufbereitungsanlage Sel- 
lafield in den letzten Jahren. 
In der Ostsee war festzustellen, daß die Aktivitätskonzentration von Cs 137 im Ober 
flächenwasser um das Seegebiet von Bornholm auf Werte um 140 mBq/1 infolge des 
Vordringens höher kontaminierter Wassermassen aus der nördlichen Ostsee ange 
stiegen waren (Abb. 14). In der Ostsee übersteigt die gemessene Aktivitätskonzen 
tration noch diejenige, die in den früheren Jahren zu verzeichnen war.
	        
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