Meereskunde
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- Quecksilber durch Kaltdampf-Atomabsorptionsspektrometrie nach Abtrennung
und Anreicherung an Gold,
- Blei und Cadmium (direkt im Meerwasser) durch Invers-VoItarnmetrie mit rotie
render Quecksilberfilmelektrode.
Das neue Analysensystem Totalreflexions-Röntgenfluoreszenzanalyse (TRFA) be
währte sich 1988 erstmals in der Analytik größerer Probenzahlen aus der Überwa
chung und aus Forschungsprojekten. Durch Vergleich mit Referenzmaterialien
konnten Werte von hoher Genauigkeit und Richtigkeit erzielt werden. Wie bei der
Atomabsorptionsspektrometrie erfordert die Salzmatrix des Meerwassers vor der
eigentlichen Bestimmung der Schwermetalle Trennoperationen und Anreiche
rungsschritte. Es wird ein mehrstufiger chemischer Trennungsgang mit Reverse
Phase-Chromatographie an einer Säule mit Selen als internem Standard einge
setzt. Hiermit können z.Z. 11 Schwermetalle simultan bestimmt werden. In den
Proben aus der Überwachung der Deutschen Bucht wurden auf diese Weise Vana
dium, Mangan, Eisen, Nickel, Kupfer, Zink und Cadmium gemessen. Die Bestim
mung von Molybdän, Uran, Blei und Kobalt muß noch verbessert werden. Einige
Ergebnisse sind beispielhaft in den Abbildungen dargestellt: Abb. 11 bringt einen
Vergleich der Daten für Kupfer aus denselben Proben, einmal mit der bisher vor
wiegend eingesetzten Graphitrohr-Atomabsorptionsspektrometrie (GFAAS) und
zum anderen mit der neuen TRFA. Die Werte liegen innerhalb der normalen Varia
bilität gleichmäßig um die Regressionsgerade verteilt, wobei letztere unter 45° ver
läuft, d.h. beide Methoden zeigen übereinstimmende Werte. Abb. 12 bringt erste
Bestimmungen von Zink aus der Überwachung der Deutschen Bucht in 1987; die
ses Metall konnte bis dahin noch nicht regelmäßig bestimmt werden.
Die Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg im Großprojekt „Zirkulation
und Schadstoffumsatz in der Nordsee“ (ZISCH) wurde erfolgreich fortgesetzt. Zum
Jahresbeginn startete die zweite Phase des Projekts, die sich auf die Deutsche
Bucht konzentrierte. Wegen massiver Kürzungen des BMFT beim zeitlichen Rah
men und den finanziellen Bedingungen mußte kurzfristig eine völlige Neu
orientierung der wissenschaftlichen Planungen vorgenommen werden. Im Unter
schied zur ersten Phase von ZISCH wurde das DHI mit einem selbständigen Teilpro
jekt vom BMFT gefördert. Vor allem wegen dieser organisatorischen Umstrukturie
rungen traten längere Vakanzen in der Besetzung der Projektstellen auf, die zeit
weise eine Reduzierung der Arbeiten erforderlich machten.
Wichtigstes Ziel war die Untersuchung von Schadstoffen in der Wassersäule des
Meeres und den darin enthaltenen Schwebstoffen, in Sedimenten und bodenbe
wohnenden Organismen. Ferner ging es um Nährstoffuntersuchungen, Plankton
verteilungen, ökologische Zusammenhänge und die grundlegenden Parameter der
physikalischen Ozeanographie. Das DHI hatte wiederum das Teilprojekt „Schwer
metalle im Wasser“ übernommen.
Im November/Dezember wurde die erste Seereise dieses neuen Abschnitts von
ZISCH mit den beiden Forschungsschiffen „Gauß“ und „Valdivia“ ausgeführt. Unter
schwierigen Wetterbedingungen wurde ein engmaschiges Stationsnetz in der Deut
schen Bucht in bewährter multidisziplinärer Zusammenarbeit mehrfach abgefah
ren. Daneben wurden die Spurenanalysen auf Schwermetalle von den Proben der
beiden Gesamtaufnahmen der Nordsee 1986 und 1987 im Labor fortgeführt.
Erstmals konnte die Ausführung einer experimentellen Dissertation an das DHI ge
bunden werden. Seit Juli 1988 arbeitet ein Doktorand des Instituts für Anorgani
sche und Angewandte Chemie der Universität Hamburg im DHI. Das Thema der Ar
beit ist die Bestimmung der Speziation, d.h. der chemischen Bindungsformen des
wichtigen Schwermetalls Chrom im Meerwasser.