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Full text: Jahresbericht 1988

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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988 
2.2.3 Stoffliche Umweltfragen 
2.2.3.1 Chemie des Meeres 
Chemische Ozeanographie und Überwachung des Nährstoff- und Sauerstoffgehalts: 
Aus Anlaß der außergewöhnlichen Algenblüte im Skagerrak und Kattegat wurde in 
Zusammenarbeit mit der Biologischen Anstalt Helgoland die Situation in der Deut 
schen Bucht besonders intensiv beobachtet. Hier verlief die Frühjahrsplankton 
blüte normal und war bereits in der zweiten Aprilhälfte beendet. Entsprechend 
niedrig war danach die Phosphatkonzentration. In den küstennahen Gewässern 
machte sich allerdings noch der durch die ergiebigen Niederschläge im März 
ausgelöste verstärkte Nitrateintrag bemerkbar. 
Nährstoffmessungen im Juni/Juli (Nordatlantik) und im August/September (Deut 
sche Bucht, Nordsee, Skagerrak, Kattegat, westliche Ostsee) zeigten keine im Ver 
gleich zu den Vorjahren ungewöhnlichen Werte. 
In der Deutschen Bucht hatte sich bereits frühzeitig eine Schichtung des Wassers 
ausgebildet, die mit zunehmender Erwärmung an Stabilität zunahm. Daher wurde 
in enger Zusammenarbeit mit anderen Institutionen die Sauerstoffüberwachung 
intensiviert. Ständiger Informationsaustausch zwischen allen Beteüigten führte zu 
einer lückenlosen Kenntnis der Sauerstoflsituation während der kritischen Som 
mermonate. 
Mit Schiffen des DHI konnte Sauerstoff Mitte Juni, Anfang, Mitte und Ende Juli und 
Anfang und Mitte August gemessen werden. Die niedrigsten Werte dieses Sommers 
lagen Anfang Juli bei 70 bis 75% Sättigung in der bodennahen Wasserschicht. 
Danach verlor die Wasserschichtung aufgrund des unbeständigen Sommerwetters 
an Stabilität, in einigen Bereichen der Deutschen Bucht trat sogar Durchmischung 
ein. Die Sauerstoffsituation war dadurch ab Anfang August außergewöhnlich gün 
stig (Sauerstoffkonzentration um 90% Sättigung). Auch in den tieferen Bereichen 
nördlich und nordwestlich der Weißen Bank, wo Anfang August noch niedrigere 
Werte auftraten, hatte sich bis Ende August die Situation wesentlich verbessert: 
hier und in der mittleren und nördlichen Nordsee einschließlich Skagerrak lagen 
Ende August die bodennahen Sauerstoffwerte zwischen 70 und 95% Sättigung. 
Anders als in den größeren Tiefen der Nordsee und des Skagerraks macht sich in 
der vergleichsweise dünnen Wasserschicht des Kattegats die Sauerstoffzehrung 
stärker bemerkbar: Hier lag Ende August die bodennahe Konzentration zwischen 
30 und 50% Sättigung. In der bodennahen Wasserschicht der westlichen Ostsee 
war der Sauerstoffmangel so gravierend wie im Sommer der Vorjahre. 
Überwachung des Meerwassers auf Schwermetalle: 
Die Überwachung des Meerwassers der Deutschen Bucht auf Schwermetalle wurde 
fortgeführt. Sie faßt mit einem einheitlichen Stationsnetz die Verpflichtungen für 
das Jornt Monitoring Programme (JMP) der Übereinkommen von Oslo und Paris, 
für das Gemeinsame Bund/Länder-Meßprogramm für die Küstengewässer der 
Nordsee (BLMP) und für die Richtlinie der EG zur Überwachung der Abwässer aus 
der Titandioxid-Industrie zusammen. Die Daten werden u. a. dem Bundesminister 
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), dem Internationalen Rat 
für Meeresforschung (ICES) für die Joint Monitoring Group der beiden Kommissio 
nen von Oslo und Paris und für das BLMP dem Niedersächsischen Landesamt für 
Wasserwirtschaft zur Verfügung gestellt. 
Zur Überwachung wurden folgende Schwermetalle regelmäßig gemessen: 
- Cadmium, Kupfer, Eisen, Mangan und Nickel durch Atomabsorptionsspektro- 
metrie im Graphitrohrofen nach chemischer Abtrennung durch Flüssig/Flüssig- 
Extraktion mit einem Komplexbildner,
	        
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