Meereskunde
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Gebiet einsetzbar ist. Als sehr hilfreich erwies sich die zum Gerät gehörende Mikro-
TV-Kamera, die eine optische Beobachtung der Probe ermöglicht.
In der Abb. 7 ist ein Vergleich von Partikelvolumenmessungen im Ems-Ästuar mit
dem CIS-LPS und Schwebstoffwägungen (gravimetrisches Filtrationsverfahren) dar
gestellt. Mit zunehmendem Schwebstoffvolumen nimmt linear auch das Gewicht
zu, d.h., die Schwebstoffe bestehen hier überwiegend aus mineralischer Substanz.
Wird die Volumenkonzentration mit der spezifischen Dichte von 3 g/cm 3 multipli
ziert (etwa mittlere Dichte von Hüten), ergibt sich ungefähr die Schwebstoffge
wichtskonzentration. Abb. 8 stellt die parallelen Konzentrationsverläufe von
Schwebstoffvolumen und -gewicht über einen üdenzyklus dar.
In der offenen Nordsee sind die Verhältnisse umgekehrt. Mit zunehmender Ge
wichtskonzentration nimmt das Volumen ab (Abb. 9). Hier spielt das Phytoplankton
eine große Rolle. Die Organismen sind relativ groß, besitzen aber nach der Trock
nung der Filter kaum noch Gewicht. In Abb. 10 sind für einen Tidenzyklus der Ver
lauf der Gewichtskonzentration und der Medianwert der Korngrößenverteilung im
Bodenwasser aufgetragen. Während im Konzentrationsverlauf keine auffälligen
Unterschiede im Gezeitenrhythmus zu erkennen sind, steigt der Medianwert bei ab
laufendem Wasser gewaltig an. Bei abnehmender Gewichtskonzentration tauchen
hier plötzlich sehr große Partikel auf. Durch die Möglichkeit der optischen Probenü
berwachung mit der Fernsehkamera war es möglich, diesen Größenanstieg einer
deutlichen Planktonzellenzunahme zuzuordnen. Dabei wurden Dichten erreicht,
wie sie sonst nur in den Oberflächenproben zu beobachten waren. Das heißt, bei
ablaufendem Wasser wurde durch Turbulenz Oberflächenwasser zum Boden trans
portiert.
Fazit: Die Kombination von CIS-LSP-Daten, Messungen der Schwebstoffgewichts
konzentration und visueller Beobachtung bietet neue und interessante Einblicke in
die Transport- und Vermischungsprozesse von Schwebstoffen im Wasser.
Ostsee:
Wie in den vergangenen Jahren wurden die Kartierarbeiten in der Ostsee zugun
sten der Kartierungen in der Nordsee zurückgestellt. Es fand jedoch in kleinerem
Umfang eine Überarbeitung der vorhandenen Unterlagen statt.
Verschiedenes:
Es wurden Auskünfte über den Meeresboden erteilt und Stellungnahmen abgege
ben.
Die Überwachungsberichte über die Erdgasrohrleitung Ekofisk-Emden wurden
ausgewertet.
Ferner wurden Eintragungen über den Meeresboden in verschiedenen Seekarten
überprüft und berichtigt.
Diplomarbeiten über die Themen Festigkeitsuntersuchungen an einem marinen
Bohrkern aus der zentralen Nordsee mit Hilfe eines Penetrometers kleinerer Ab
messung (Universität Hamburg) und Submarine Erosion im Gebiet um Helgoland
(Universität Hamburg) wurden betreut.