accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1988

Meereskunde 
45 
Gebiet einsetzbar ist. Als sehr hilfreich erwies sich die zum Gerät gehörende Mikro- 
TV-Kamera, die eine optische Beobachtung der Probe ermöglicht. 
In der Abb. 7 ist ein Vergleich von Partikelvolumenmessungen im Ems-Ästuar mit 
dem CIS-LPS und Schwebstoffwägungen (gravimetrisches Filtrationsverfahren) dar 
gestellt. Mit zunehmendem Schwebstoffvolumen nimmt linear auch das Gewicht 
zu, d.h., die Schwebstoffe bestehen hier überwiegend aus mineralischer Substanz. 
Wird die Volumenkonzentration mit der spezifischen Dichte von 3 g/cm 3 multipli 
ziert (etwa mittlere Dichte von Hüten), ergibt sich ungefähr die Schwebstoffge 
wichtskonzentration. Abb. 8 stellt die parallelen Konzentrationsverläufe von 
Schwebstoffvolumen und -gewicht über einen üdenzyklus dar. 
In der offenen Nordsee sind die Verhältnisse umgekehrt. Mit zunehmender Ge 
wichtskonzentration nimmt das Volumen ab (Abb. 9). Hier spielt das Phytoplankton 
eine große Rolle. Die Organismen sind relativ groß, besitzen aber nach der Trock 
nung der Filter kaum noch Gewicht. In Abb. 10 sind für einen Tidenzyklus der Ver 
lauf der Gewichtskonzentration und der Medianwert der Korngrößenverteilung im 
Bodenwasser aufgetragen. Während im Konzentrationsverlauf keine auffälligen 
Unterschiede im Gezeitenrhythmus zu erkennen sind, steigt der Medianwert bei ab 
laufendem Wasser gewaltig an. Bei abnehmender Gewichtskonzentration tauchen 
hier plötzlich sehr große Partikel auf. Durch die Möglichkeit der optischen Probenü 
berwachung mit der Fernsehkamera war es möglich, diesen Größenanstieg einer 
deutlichen Planktonzellenzunahme zuzuordnen. Dabei wurden Dichten erreicht, 
wie sie sonst nur in den Oberflächenproben zu beobachten waren. Das heißt, bei 
ablaufendem Wasser wurde durch Turbulenz Oberflächenwasser zum Boden trans 
portiert. 
Fazit: Die Kombination von CIS-LSP-Daten, Messungen der Schwebstoffgewichts 
konzentration und visueller Beobachtung bietet neue und interessante Einblicke in 
die Transport- und Vermischungsprozesse von Schwebstoffen im Wasser. 
Ostsee: 
Wie in den vergangenen Jahren wurden die Kartierarbeiten in der Ostsee zugun 
sten der Kartierungen in der Nordsee zurückgestellt. Es fand jedoch in kleinerem 
Umfang eine Überarbeitung der vorhandenen Unterlagen statt. 
Verschiedenes: 
Es wurden Auskünfte über den Meeresboden erteilt und Stellungnahmen abgege 
ben. 
Die Überwachungsberichte über die Erdgasrohrleitung Ekofisk-Emden wurden 
ausgewertet. 
Ferner wurden Eintragungen über den Meeresboden in verschiedenen Seekarten 
überprüft und berichtigt. 
Diplomarbeiten über die Themen Festigkeitsuntersuchungen an einem marinen 
Bohrkern aus der zentralen Nordsee mit Hilfe eines Penetrometers kleinerer Ab 
messung (Universität Hamburg) und Submarine Erosion im Gebiet um Helgoland 
(Universität Hamburg) wurden betreut.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.