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Full text: Jahresbericht 1988

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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988 
Parallel zu den magnetischen und akustischen Messungen wurden auf dieser Fahrt 
erste Versuche unternommen, die Reduktion des Eötvös-Effektes (Vertikalkompo 
nente der Coriolis-Beschleunigung) bei gravimetrischen Messungen auf See über 
die Erfassung der Geschwindigkeit mit dem Doppler-Sonar (Dolog) zu optimieren. 
Die Arbeiten an dem Kartenwerk der Umgebung Islands und des Nordatlantiks 
wurden fortgesetzt. Die endgültigen Karten der kompilierten erdmagnetischen, 
gravimetrischen und bathymetrischen Daten aus diesem Gebiet wurden gezeich 
net. 
Erdmagnetische Kartographie: 
Der Atlas der Störgebiete und die Karteien der Jahresmittel der Observatorien und 
der Gebiete unsicherer Mißweisung wurden wie bisher unter Berücksichtigung des 
verfügbaren Materials aus Veröffentlichungen und Schriftverkehr weitergeführt. 
Beiträge über Mißweisung und Störgebiete wurden für zwei Seehandbücher gelie 
fert. Für 213 Seekarten wurden 641 Mißweisungswerte berechnet und 344 Gebiete 
unsicherer Mißweisung nachgewiesen. Vier Isogonenkarten wurden hergestellt. 
Behörden, Firmen, Flughafenbetriebe und Privatpersonen erhielten Auskünfte 
über Mißweisung, andere Komponenten des Erdmagnetfeldes, deren jährliche Än 
derungen, die Lage der Magnetpole und Normalfelder. 
2.2.2.4 Sedimentgeologie und Morphologie 
Nordsee: 
Im EG-Projekt „The modelling and dynamics of the Quaternary of the southern 
North Sea and their application to environmental protection and industrial develop 
ments“ wurden die sediment-echographischen Kartierarbeiten mit dem Sedimen 
techographen und dem Parasound-Echolot auf mehreren Fahrten mit VWFS „Atair“ 
und FS „Gauß“ fortgeführt. Dabei wurden auch gemeinsam mit der Bundesanstalt 
für Geowissenschaften und Rohstoffe die Lokationen für die Bohrungen untersucht, 
die 1989 abgeteuft werden und Auskunft über die jüngste Entwicklung des Nord 
seebeckens geben sollen. 
Parallel dazu wurden zur Interpretation der Sedimentechogramme Sedimentkerne 
mit dem Vibrocorer entnommen. 
Die Auswertungen der Messungen aus den Vorjahren wurden mit dem Ziel, eine 
Karte der Mächtigkeit der leichtbeweglichen Lockersedimente herzustellen, fortge 
führt. 
Sedimentpetrographische und bodenmechanische Untersuchungen an Vibrocorer- 
Kernen vom Dogger Tail End wurden gemeinsam mit dem Geologischen Landesamt 
Hamburg und dem Geologischen Institut der Universität Hamburg durchgeführt. Es 
ließen sich hier konkrete Hinweise auf die Existenz eines vermutlich weichselzeit 
lichen Eisstausees finden. 
Mit der Anschaffung eines neuentwickelten CIS-Laser Particle Sizers (CIS-LPS) ist 
nun eine rasche und sehr exakte Bestimmung der Größenverteilung des Schluff- 
und Tonkorngrößenbereiches in den Sedimenten möglich. Der größte Teil der Ar 
beiten diente zur Auslotung der vielfältigen Anwendungs- und Interpretationsmög 
lichkeiten. 
Zwei Einsätze auf See zur Bestimmung der Korngrößenverteilung von Schwebstof 
fen im Meerwasser zeigten, daß das Gerät - mit gewissen Einschränkungen (hoher 
Anteil von Flocken und unregelmäßig geformtem Phytoplankton) - auch in diesem
	        
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