Meereskunde
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Unter Federführung des DHI wurde der Momentanwertvergleich mit 24 europäi
schen Observatorien fortgesetzt und ausgewertet; die beteiligten Stationen erhiel
ten die Monatsmittel der Differenzen und eine Übersicht der von den Säkularvaria
tionen befreiten maximalen Schwankungen dieser Monatsmittel.
Das Erdmagnetische Jahrbuch Nr. 28 des Jahres 1982 ist 1988 erschienen, die
Vorarbeiten zum Jahrbuch Nr. 29 des Jahres 1983 sind weitgehend abgeschlossen.
Zur Ableitung der Stundenmittel wurden - wie schon vorher - die auf Magnetband
erfaßten Minutenwerte der Variationen des digitalen Registriersystems benutzt.
Die Weltdatenzentren erhielten ein Magnetband der Minutenwerte und Stunden
mittel des Jahres 1982.
Um die digitale Erfassung der Daten zu modernisieren und auch in Zukunft sicher
zustellen, wurde für den nunmehr 13 Jahre alten Prozeßrechner ein Nachfolgerech
ner des Typs „Hewlett Packard 330/360“ beschafft.
Auch für 1988 liegen Minutenwerte der Variationen vor; aus ihnen wurden in
Wingst vorläufige Tages- und Monatsmittel berechnet und veröffentlicht. Mikro
filme der analogen Registrierungen der Variationen und Pulsationen wurden den
Weltdatenzentren zugesandt. Verschiedene Institute erhielten regelmäßig oder auf
Anforderung Kopien der Magnetogramme.
Wie in den Vorjahren wurde monatlich ein Bericht über die magnetische Aktivität
(Kennziffern und Effekte) herausgegeben. Die Kennziffern wurden außerdem im
Monthly Report des Forschungsinstituts der Deutschen Bundespost veröffentlicht.
Die Zusammenarbeit innerhalb der „Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre“ der deut
schen geophysikalischen Institute und der Union Radio Scientifique Internationale
(URSI) wurde fortgesetzt.
Erdmagnetische Messungen auf See:
Für das von der DFG geförderte Projekt „Lofoten Basin“ fand in der Zeit vom 1. Juni
bis 5. Juli unter internationaler Beteiligung eine Reise des FS „Meteor“ in die
Norwegische See statt (Meteor 7/1), Die wesentlichen Ziele dieses Fahrtabschnitts
waren die hochauflösende Erfassung des Übergangsbereichs der ozeanischen zur
kontinentalen Kruste sowie der heterogenen Struktur der ozeanischen Kruste aus
dem Frühstadium der Bildung der Norwegischen See. Vom DHI wurden gravimetri-
sche und erdmagnetische Messungen ausgeführt. Neben der Untersuchung der
oben genannten geologischen Fragestellungen bestand das Hauptziel der gravime-
trischen Messungen jedoch darin, die Seegravimeter des DHI mit einem neueren
Seegravimetersystem der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
(BGR), die sich an dieser Fahrt ebenfalls mit gravimetrischen Messungen beteiligte,
zu vergleichen und gegebenenfalls neu zu eichen. Bedauerlicherweise konnte eines
der beiden DHI-Seegravimeter nicht wie geplant eingesetzt werden, da es noch vor
dem Auslaufen beschädigt wurde.
Auf der 9. Fahrt des VWFS „Atair“ wurden vom 29. August bis 8. September die
systematischen magnetischen und akustischen Engvermessungen für die Wracksu
che in der Nordsee fortgesetzt. Es wurden zwei Gebiete mit ca. 300 km 2 Fläche auf
dichten Profilnetzen mit ca. 500 m Profilabstand abgesucht. Dabei konnten zwei
bisher unbekannte größere Wracks geortet und kartiert werden. Wie bei früheren
Fahrten hat sich die magnetische Methode als zuverlässiges und wirksames Mittel
der Wrackortung erwiesen, insbesondere dann, wenn das Horizontallot wegen
Seegangs oder anderer schlechter Bedingungen nicht erfolgreich einzusetzen war.
Die Erprobungen wurden fortgesetzt, um die Positionierung des Meßsensors relativ
zum Schiff und damit die Genauigkeit der Wrackortung zu verbessern.