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Full text: Jahresbericht 1988

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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988 
Grundlage für die Routenoptimierung von Schiffen mit Hilfe des geplanten See 
gangsvorhersagedienstes ist u. a. die Kenntnis der Übertragungsfunktionen des 
Schiffes und des daraus berechenbaren Fahrtverlustes im Seegang. Zum Vergleich 
mit der Schifistheorie wurden die Schiffsbewegungen der „Gauß“ bei verschiede 
nen Kursen im Seegang mit Hüfe von Beschleunigungs- und Lagegebem gemessen, 
ln einem weiteren Experiment wurde der „Inselschatten“ der Shetland-Inseln 
ermittelt, d. h. die Dämpfung des Seegangsfeldes in Lee einer Inselgruppe durch 
einen Schnitt von Seegangsmessungen quer zur Laufrichtung der Wellen. 
Obgleich während der Meßphase zeitweilig Orkan mit Windgeschwindigkeiten von 
60 bis 80 kn herrschte und Wellenhöhen von 15 m auftraten, konnten die Experi 
mente ohne Geräteverluste durchgeführt werden. 
Einrichtung eines Seegangsvorhersagedienstes: 
Der BMV hat der Einrichtung eines Seegangsvorhersagedienstes durch DHI und 
DWD zugestimmt. Daraufhin wurde ein Werkvertrag mit Leistungsbeschreibung 
ausgearbeitet, der die Implementation der Seegangsvorhersagemodelle durch das 
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht beim Meteorologischen Rechenzentrum des 
DWD im Auftrag und unter der Aufsicht des DHI regelt. Der Vorhersagedienst soll 
ab 1989 flächendeckende Seegangsprognosen dür den Nordatlantik und die Nord- 
und Ostsee liefern. Die Ergebnisse sollen allen Nutzern auf See über das Seewetter 
amt zur Verfügung gestellt werden. 
KFKI-Seegangsprojekt: 
Das unter Führung des DHI und von mehreren Institutionen der drei Küstenländer 
beantragte Fbrschungsprojekt „Seegang“ wurde vom BMFT genehmigt. Es wird 
über drei Jahre laufen und umfaßt neben umfangreichen Messungen im Wattgebiet 
und im Elbeästuar die Entwicklung eines gekoppelten Seegangs-, Strömungs- und 
Wasserstandsmodells („KüstenmodeU“) und eines meteorologischen Grenzschicht 
modells zur genaueren Vorhersage des Windes im Küstenbereich. Das Küstenmo 
dell soll u. a. die Erweiterung der Operationellen Seegangsvorhersage bis in den 
Strandbereich und die Ästuare ermöglichen. 
2.2.2 Physikalische Zustandsgrößen 
2.2.2.1 Physikalische Meerwassereigenschaften 
Untersuchungen auf See: 
Zur Beurteilung der hydrographischen Situation, zur Überwachung der Meerwas 
serverschmutzung und der dadurch hervorgerufenen chemischen und biologischen 
Veränderungen im Meerwasser der Deutschen Bucht und der Ostsee wurden die 
physikalischen Meerwassereigenschaften gemessen. 
Die Ergebnisse wurden zur Interpretation der chemischen und biologischen Vor 
gänge und zur Beschreibung der hydrographischen Situation herangezogen. Au 
ßerdem wurden sie für die Darstellung in Seehandbüchem und speziellen Atlanten 
verwendet und beim Deutschen Ozeanographischen Datenzentrum (DOD) gespei 
chert. 
Das im Sommer 1987 begonnene Programm zur Untersuchung der Wassermassen 
verteilung der Zirkulation und der chemischen Zusammensetzung des östlichen 
Nordatlantiks wurde 1988 fortgesetzt. Die physikalischen und chemischen Messun 
gen fanden auf der Forschungsreise des Forschungsschiffes „Gauß“ vom 15. Juni bis 
16. Juli im Seegebiet zwischen Schottland und Island statt.
	        
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