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Full text: Jahresbericht 1988

Meereskunde 
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Ein fester Empfängerkreis, dem 1988 280 Behörden und private Interessenten 
angehörten, erhielt 1935 Warnungen. Über den Rundfunk und die Telefonansage 
der Bundespost wurden 3 Sturmilutwarnungen für die deutsche Nordseeküste 
ausgegeben. Die deutsche Ostseeküste wurde einmal vor einer Sturmflut gewarnt. 
An die Schiffahrt erging eine Warnung vor besonders niedrigem Wasserstand. 
Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr und die Wetterämter Bre 
men und Schleswig erhielten vereinbarungsgemäß Vorhersagen und Warnungen. 
Mit den Sturmflutwarndienststellen der Niederlande und Dänemarks wurden Vor 
hersagen und Beobachtungen ausgetauscht. Der britische Sturmflutwamdienst 
übermittelte wie bisher Wasserstandsbeobachtungen von Orten der schottischen 
und englischen Ostküste. 
Amtliche und private Stellen erhielten mündliche und schriftliche Auskünfte. Inter 
essierte Gruppen und Praktikanten wurden über die Aufgaben und Arbeitsweisen 
des Dienstes unterrichtet. Bei Ölunfällen und ähnlichen die Meeresverschmutzung 
betreffenden besonderen Vorkommnissen wurden Meldungen weitergeleitet und 
im Bedarfsfall erste Beratungen vorgenommen. 
2.2.1.5 Seegang 
Dauermessungen: 
Die Routinemessungen an der Forschungsplattform „Nordsee“ und im Meßfeld vor 
Sylt wurden zusammen mit dem Amt für Land- und Wasserwirtschaft, Husum, und 
der Universität Hannover fortgesetzt. 1988 waren drei Seegangsrichtungsbojen 
und mehrere Waverider-Seegangsbojen im Einsatz. Mit Hilfe der Richtungsmessun 
gen ist es jetzt möglich, die Refraktion des Seegangs im Flachwasser zu erfassen. 
Da die Messungen bereits seit 1981 laufen, können inzwischen aus dem umfangrei 
chen Datenmaterial Seegangsklima- und Extremwertstatistiken erstellt werden. 
Diese sollen mit aus Beobachtungen abgeleiteten Statistiken, wie sie z.B. in den 
Seehandbüchem veröffentlicht werden, verglichen werden. 
Die Messungen werden außerdem zur Verifikation und Verbesserung von Flachwas 
ser-Seegangsvorhersagemodellen und im Zusammenhang mit den Untersuchun 
gen über den Erosionsschutz durch Sandvorspülungen vor Sylt benutzt. 
Seegangsentwicklung im Flachwasser: 
Die Messungen der Seegangsentwicklung im Flachwasser im Steinhuder Meer 
mußten nochmals wiederholt werden. Eine gründliche Vermessung der Bodentopo 
graphie hatte ergeben, daß ein in den Tiefenkarten nicht verzeichnetes Unterwas 
serhindernis die Messungen verfälschte. Daraufhin wurde das Meßprofil verlegt 
und unter günstigen Windbedingungen ein einwandfreier Datensatz aufgezeichnet. 
Untersuchungen auf See: 
In Abstimmung mit der ESA und gemeinsam mit dem GKSS-Forschungszentrum 
Geesthacht und dem Norwegischen Meteorologischen Institut Bergen wurde im 
November für die „prelaunch phase“ des Europäischen Satelliten ERS-1 ein For 
schungsprogramm bei der Ölförderplattform „Statfjord Alpha“ durchgeführt. Es 
diente der Interkalibrierung der Meßmethoden, der Erprobung der beabsichtigten 
Messungen während der operationellen Phase des Satelliten und dem Vergleich 
von Femmeßdaten mit konventionellen Messungen. 
Durch Vergleich mit den Messungen einer Seegangsrichtungsboje Heß sich nach- 
weisen, daß sich sowohl ein auf einer festen Plattform installiertes als auch ein 
Schiffs-Radar als Meßgerät für das zweidimensionale Seegangsspektrum eignen.
	        
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