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Full text: Jahresbericht 1988

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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988 
Fouriersynthesen, die auf der Rechenanlage durchgeführt wurden. Die meisten 
der untersuchten Beobachtungsreihen stammten aus dem jüngsten Zeitraum, ein 
Teil jedoch auch aus vergangenen Jahren. Ebenso wurden aus den ausführlichen 
Vorausberechnungen der Hoch- und Niedrigwasser für einige ausländische Be 
zugsorte Gezeitengrundwerte neu bestimmt. Diese Arbeiten dienten zum Laufend 
halten der Gezeitentafeln. 
Die Vorausberechnungen für die 13 deutschen Bezugsorte für die Gezeitentafeln 
1990 beruhen auf Analysen des jüngsten 19jährigen Beobachtungszeitraumes 
1969 bis 1987. 
Unter Benutzung von Gezeitengrundwerten, die aus Watt- und Vermessungspegel 
beobachtungen abgeleitet wurden, sind die Karten der Linien gleichen mittleren 
Hochwasserzeitenunterschiedes und die Karten der Linien gleichen mittleren 
Springtidenhubs überarbeitet worden. Für die Seevermessung wurden 5 Wasser 
standserrechnungskarten zum Beschicken der Lotungen entworfen. Zahlreiche 
Auskünfte über Gezeiten und Wasserstände wurden an Schiflahrtskreise, Seeämter, 
Gerichte und Privatpersonen erteilt. 
Durch Digitalisieren von Pegelkurven wurden 12 Jahresreihen halbstündlicher Was 
serstandsbeobachtungen erfaßt. Damit liegt jetzt auch von Borkum eine vollstän 
dige Reihe von 1952 bis 1986 vor. Zur Fortführung der Untersuchungen über 
säkulare Änderungen der Wasserstände wurde begonnen, die Pegelaufzeichnun 
gen von Helgoland ab 1916 zu digitalisieren. 
Vom 18. Oktober bis 10. Dezember waren auf 10 Positionen in der Deutschen 
Bucht, zwei davon auf dem dänischen Festlandsockel, je ein Hochseepegel und ein 
oder zwei Strommesser ausgelegt, auf einer Position zusätzlich eine Wave-Rider- 
Boje. Diese simultanen Beobachtungen sollen verbesserte Gezeitengrundwerte für 
die Deutsche Bucht und Erkenntnisse über die räumliche Entwicklung des Wind 
staus im Küstenvorfeld geben. Mit den Messungen soll ferner die Leistungsfähigkeit 
der numerischen Modelle geprüft werden. 
Für eine von der North Sea Hydrographie Commission (NSHC) eingesetzte Arbeits 
gruppe wurde begonnen, die 1970 eingeführten Gezeitenkarten der südlichen 
Nordsee zu überarbeiten. Darüber hinaus wurde untersucht, wie sich die unter 
schiedlichen Beschickungsverfahren auf die Kartentiefen auswirken. 
Im IOC Global Sea Level Observing System (GLOSS) hat das DHI die Koordination 
des deutschen Entwicklungshilfe-Beitrages übernommen. Hierfür werden mit Un 
terstützung durch einen Mitarbeiter der Wasser- und Schiftahrtsdirektion Nord 
fünf westafrikanische Staaten mit Gezeitenpegeln ausgerüstet und bei deren Auf 
stellung und Handhabung beraten. 
2.2.1.4 Wisserstandsvorhersage- und Sturmflutwarndienst 
Der Wasserstandsvorhersage- und Sturmflutwamdienst wurde wie bisher unter 
Beteiligung mehrerer Wissenschaftler wahrgenommen und vom Seewetteramt wet- 
terkundlich beraten. 
Der Norddeutsche Rundfunk, Radio Bremen, der Deutschlandfunk und Radio 
Schleswig-Holstein verbreiteten regelmäßig die Vorhersage der Hochwasserstände 
an der deutschen Nordseeküste, bei Emden, Bremen und Hamburg. Die Radarzen 
tralen Knock, Bremerhaven, Cuxhaven und der Schiflsmeldedienst in Hamburg 
erhielten mindestens zweimal täglich Vorhersagen für die Hoch- und Niedrigwas 
ser auf ihren Revieren. Außerhalb der regulären Dienstzeit konnte die jeweils 
ausgegebene Wasserstandsvorhersage über einen automatischen Anrufbeantwor 
ter abgerufen werden.
	        
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