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Full text : Jahresbericht 1988

Meereskunde

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Mit  TNO  wurde  auch  ein  Projekt  begonnen,  um  Ergebnisse  von  Ausbreitungsrechnungen
  des  operationellen  DHI-Modells  dem  von  TNO  im  Auftrag  der  EG  entwickelten ­
  SEABEL-System  zugänglich  zu  machen,  SEABEL  ist  ein  DV-gestiitztes  Informalions-
  und  Entscheidungshilfesystem  für  die  Bekämpfung  von  chemischen  Verunreinigungen ­
  auf  See.
Zur  Verifikation  des  operationellen  Routine-Modells  für  die  Deutsche  Bucht  wurden
im  November  zwei  Vermischungsexperimente  mit  dem  Farbstoff  Rhodamin  durchgeführt ­
  (Valdivia-Fahrt  Nr.  75/3).  Gleichzeitige  Driftprognosen  mit  dem  operationeilen ­
  Modell  wurden  vom  DHI  an  das  Schiff  übermittelt  und  konnten  mit  der  vor  Ort
ermittelten  Verdriftung  der  Rhodamin-Kontamination  verglichen  werden.  Die  im
Rhythmus  der  Gezeiten  stattfindende  Versetzung  des  kontaminierten  Wasserkörpers ­
  wurde  vom  operationeilen  Modell  sehr  gut  vorausberechnet,  der  windbedingte
Anteil  an  der  mittleren  Versetzung  des  Flecks  weniger  gut  getroffen.  Insgesamt
erwiesen  sich  die  übermittelten  Modellprognosen  beim  Suchen  und  Finden  des
kontaminierten  Wasserkörpers  als  sehr  hilfreich.
Im  Rahmen  des  Strahlenschutz-Vorsorge-Gesetzes  ist  das  DHI  verpflichtet,  Prognosen ­
  über  Verbleib  und  Ausbreitung  von  radioaktivem  Material,  das  in  die  See
eingetragen  wird,  zu  erarbeiten.  Als  vorbereitende  Arbeit  hierfür  wurde  in  einer
Diplomarbeit  mit  dem  Thema  „Die  Ausbreitung  von  Radionukliden  in  der  Ostsee
nach  dem  Kernkraftunfall  von  Tschernobyl“  ein  spezielles  Programm-Modul  entwickelt. ­
  Dieses  Modell  ermöglicht  es,  die  vertikale  Ausbreitung  von  Radionukliden
unter  Berücksichtigung  nuklidspezifischer  Eigenschaften  zu  berechnen.  Das  Modul
berücksichtigt,  daß  das  in  der  Oberfläche  innerhalb  der  Biosphäre  freigesetzte
Radionuklid  im  Wasser  gelöst  ist  (und  sich  damit  mit  der  Umgebung  turbulent
vermischt,  partikulär  gebunden  wird,  aggregiert)  und  so  relativ  schnell  zu  Boden
sinkt.
Der  Vergleich  der  Rechenergebnisse  mit  den  wenigen  aus  der  Ostsee  zur  Verfügung
stehenden  Messungen  zeigt  eine  qualitativ  gute  Übereinstimmung.

2.2.1.3  Gezeiten
Die  Gezeitentafeln  für  das  Jahr  1989,  Band  I:  Europäische  Gewässer,  Band  II:
Atlantischer  und  Indischer  Ozean,  Westküste  Südamerikas,  erschienen  im  August
1988  im  gleichen  Umfang  wie  der  vorige  Jahrgang,
Die  ausführlichen  Vorausberechnungen  für  die  ausländischen  Bezugsorte  erhielt
das  DHI  -  gemäß  internationaler  Vereinbarungen  -  von  den  jeweiligen  ausländischen ­
  hydrographischen  Diensten.  Als  Gegenleistung  wurden  diesen  die  Vorausberechnungen ­
  für  die  deutschen  Orte  und  Bkaterininskaja  (Halbinsel  Kola)  übermittelt. ­

Die  Kalender  der  „Hoch-  und  Niedrigwasserzeiten  für  die  Deutsche  Bucht  und
deren  Flußgebiete,  1989“  kamen  im  Oktober  heraus.
Die  Wasser-  und  Schiffahrts-,  Wasserwirtschafts-  und  Hafenverwaltungen  des  deutschen ­
  Küstengebietes  stellten  wie  bisher  ihre  Wasserstandbeobachtungen  nach
Bedarf  zur  Verfügung.  Von  155  Pegeln  würden  die  Hoch-  und  Niedrigwasserbeobachtungen ­
  fortlaufend  gesammelt,  meist  in  Form  von  Wasserstandslisten  oder  auf
Magnetbändern.  Insgesamt  wurden,  einschließlich  der  Watt-  und  Vermessungspegel, ­
  155  Beobachtungsreihen  auf  Magnetband  aufgenommen.
Aus  Hoch-  und  Niedrigwasserbeobachtungen  wurden  Fourierdarstellungen  der
halbmonatlichen  Ungleichheiten  und  daraus  die  nonharmonischen  Gezeitengrundwerte ­
  und  Gezeitenunterschiede  von  etwa  150  Pegelstellen  der  deutschen  Nordseeküste ­
  neu  abgeleitet.  Es  handelt  sich  um  etwa  600  Fourieranalysen  und  300
            
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