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43. Jahresbericht Deutsches Hydrographisches Institut 1988
2.2 Meereskunde
2.2.1 Bewegungsvorgänge
2.2.1.1 Strömungen
Nordsee:
Für verschiedene Meßprogramme in der Deutschen Bucht wurden Strömungsmes
ser verankert, um Aussagen über die Meeresumwelt und die Leistungsbewertung
der Strömungs- und Transportmodelle des DHI machen zu können.
Für weiterführende Untersuchungsprogramme liegen Konzepte vor, die die klein
räumigen Ausbreitungsvorgänge in der Deutschen Bucht und den Schadstoff-„Ex-
port“ aus der Deutschen Bucht betreffen. Die Meßprogramme sollen im kommen
den Jahr in Angriff genommen werden. Es handelt sich hierbei um folgende spe
zielle Themenkreise:
- Die Wechselbeziehungen der Strömungen im Übergangsgebiet zwischen dem
Küstenmeer und dem Watt.
- Der Einfluß von Helgoland auf die örtlichen Strömungs-, Durchlüftungs- und Se
dimentationsverhältnisse im Wasser.
- Statistische Zusammenhänge zwischen der Strömung in der Deutschen Bucht
und entlang der jütländischen Küste („Jütland Strom“) im Norden.
Für die vom DHI bearbeiteten INT-Seekarten sind je nach den unterschiedlichen
Anforderungen Gezeitenstromangaben gerechnet und tabellarisch zusammenge
stellt worden.
Ostsee:
Die statistische Bearbeitung und kartographische Darstellung umfassender Strö
mungsreihen aus der westlichen Ostsee sind im wesentlichen abgeschlossen
(Abb, 3). Der größte Teil der Daten stammt aus dem Zeitraum 1982 bis 1986. Spe
zielle Darstellungen betreffen Auswertungen der 35jährigen Meßreihe (1950 bis
1984) der 4stündigen Beobachtungen der Oberflächenströmung beim Feuerschiff
Fehmambelt. Die Arbeiten büden einen Beitrag zur Verbesserung der allgemeinen
Kenntnisse der Zirkulation und Schadstoffausbreitung in diesem Seegebiet.
Das Ostsee-Meßprogramm soll fortgesetzt und verfeinert werden. Der DHI-Anteil
an den Strömungsuntersuchungen des internationalen Meßprogramms PEX ’86
(Patchiness Experiment) in der Ostsee ist fertiggestellt worden. Er liegt dem Her
ausgeber des PEX-Abschlußberichtes (ICES) vor.
Nordatlantik:
Die vom BMFT geförderten Tiefseeuntersuchungen im Nordostatlantik sind weitge
hend abgeschlossen. Es handelt sich dabei um zwei Studien zur
- Wirkung durchgreifender Ozeanwirbel auf die Strömung und Vermischung am
Tiefeeeboden und
- Stoffausbreitung im Nahfeld einer radioaktiven Einleitung am Tiefeeeboden
(Abb. 4).
Der BMU unterstützt beim DHI Strömungsmessungen für spezielle Untersuchun
gen zur Radioaktivitätsausbreitung im Nordostatlantik. Für dieses Projekt sind in
Zusammenarbeit mit der BFA im Frühjahr auf einer Fahrt mit FFS „Walther Her
wig“ Strömungsmesser östlich der Großen Meteorbank für länger als ein Jahr ver
ankert worden. Die Geräte sollen im Sommer 1989 wieder geborgen werden.