accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1894. 
gange von Thauwetter zu Frostwetter und umgekehrt immer einiger Tage, bis 
sich der Wechsel in der Temperaturschichtung des Wassers vollzogen hat. 
Da die Lufttemperatur in erster Linie die Temperatur des Wassers bedingt, 
30 würde die den Beobachtungsergebnissen entgegengesetzte Temperaturschichtung 
des Wassers naturgemäfs erscheinen. Das der Luft zunächet liegende Oberflächen- 
wasser mülte mit seiner Temperatur derjenigen der Luft näher kommen, es 
müßte bei Frostwetter kälter und bei Thauwetter wärmer sein, als das tiefer 
liegende, der Luft weniger ausgesetzte Sohlenwasser. 'Thatsächlich ist das Um- 
gekehrte der Fall. Ob hierbei die beim Gefrieren des Wassers frei werdende 
und die beim Schmelzen gebundene Wärme eine Rolle spielt, muß dahingestellt 
bleiben, da, wie die Tabelle zeigt, das Vorhandensein von Treibeis keinen Ein- 
Aufs auf die Wärmeschichtung zu haben scheint. 
Während der Beobachtungsperiode wurde nur einmal, am 20. Januar, bei 
klarem, wolkenlosem Himmel Grundeisbildung beobachtet. Netz und Tau des auf 
der Sohle des Flusses hängende Thermometers waren mit Eiskrystallen bedeckt. 
Der Flufs führte an diesem Tage sehr viel Treibeis. Am 22. Januar zeigten sich 
in der Wasserfüllung der Flasche des 1,0 m unter der Oberfläche des Stromes 
hängenden Thermometers feine Eisnadeln. 
Die Ergebnisse der vorliegenden Temperaturbeobachtungen in der Elbe 
lassen sich hiernach, kurz wiederholt, wie folgt zusammenfassen: 
Die Temperatur des fliefsenden Wassers ist zur Zeit der Eisbildung sowohl 
bei Frostwetter wie auch bei Thauwetter innerhalb des gesammten Wasserquer- 
schnittes nahezu gleich. Bei 'Thauwetter hat das Wasser an der Oberfläche 
und bei anhaltendem Frostwetter das Wasser an der Sohle des Flusses die 
niedrigere Temperatur. — Boi anhaltendem Frostwetter liegt die Wassertemperatur 
dicht über dem Gefrierpunkte. Das Vorhandensein von Treibeis übt auf diese 
Erscheinung keinen wesentlichen Einflufs aus, es erhält aber die Gesammttemperatur 
des Wassers auch bei Thauwetter dicht am Gefrierpunkte, während bei eisfreiem 
Strome und Thauwetter die Wassertemperatur in schnellerem Maße steigt. 
November 1893. 
Wassertemperatur der Norder-Elbe zur Zeit der Eisbildung. 
Datum | 
1892 | 
Tan 16 
7 
R 
9 
0 
Luft- 
tompe- 
ratur 
a 
— 7,4 
— 7,92 
— 5,9 
— 6.1 
— 8,2 
— 46 | 
— 7,7 
_ 50 
— 7,6 
— Ad 
—9,6 
— 10,7 | 
Wassertemperatur 
1m unter! dicht 
der über der 
Ober- Flufs- 
Aäche | sohle 
Mo Mo 
! 
+0,06 +0,01 
0.01 0.01 
0,08 
D.05 
0,02 
0,02 
0,04 | 
9.02 | 
13182 
0.02 | 
9.02 
n.032 
0,03 
0,08 
0,00 
0.02 
3.00 
100 
D.08 
D.00 
Wasser- 
stand 
über 
Neu- 
Hamb. 
Null 
+3,80 
2,80 
4,20 
2,90 
3,50 
2,90 
3,35 
>» 20 
3,45 
2 60 
3,70 
l 
3.05 
Das der Tempera- 
turbeobachtung 
zunächst liegende 
Hoch- und Niedrig- 
wasser 
m 
h 
m 
6h 26m a | 
2h 23m m 
422 h 
D279n 
7b 00m a | 
3h 06m p | 
7h43ma 
£56h 
2,91n 
362h 
4d 14m p | 
gh 38m a 
195n 
3,38 hi 
4hoamp. 
204n 
gh 25m a ! 
4h 49m p 
3,48 h 
» 90 n 
Jh 54m 
3099h 
5b 040 n 
aan 
Windrichtung 
und 
Geschwindig- 
keit 
0SO 7,8 
0S0O 74 
0SO 68 
0 6,4 
0S0 10,5 
0S0O 93 
0S0O 6,4 
OO 10/7 
080 7,4 
O0. 68 
0SO 45 
0S0O 62 
Bemerkungen 
über 
Witterung etc. 
Bedeckter Himmel, Strom voll 
Schneeeis treibend, am Ufer 
fest zusammengefroren, nach- 
mittags auch am Ufer treiben- 
des Eis. 
Bedeckt; Treibeis, am Ufer fest, 
Bedeckt; Treibeis, am Ufer fest, 
Bedeckt, weniger Treibeis, am 
Ufer schmale Streifen fest. 
Bedeckt, nachmittags am Ufer 
auch loses Eis, 
Klar, wolkenlos, Treibeis auf 
ganzer Strombreite. 
Klar, wolkenlos, Treibeis auf 
ganzer Strombreite. 
Klar, wolkenlos, Treibeis auf 
ganzer Strombreite; morgens 
bedecken Grundeiskrystalle das 
Netz und Tau des versenkten 
Thermometers ; nachmittags war 
wenig Grundeis am Netz, 
Nebel, Treibeis, kein Grundeis 
mehr am Netz. 
Wolkenlos.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.